US-Haushaltsstreit Shutdown verdirbt Amerikanern die Kauflaune

Der Shutdown in den USA ist vorbei, doch manche Folgen werden erst jetzt sichtbar. Verbraucher schauen deutlich pessimistischer in die Zukunft als noch im September. Ein Alarmzeichen für die Wirtschaft, die zum größten Teil von Konsum getrieben wird.

Kunde in US-Spielwarengeschäft: "Beträchtliche Eintrübung" durch den Streit
AP

Kunde in US-Spielwarengeschäft: "Beträchtliche Eintrübung" durch den Streit


Washington - Auch wenn es im US-Haushaltsstreit um die Ausgaben des Staates ging: Der Showdown zwischen Republikanern und Demokraten hat offenbar auch bei privaten Verbrauchern die Lust aufs Geldausgeben verringert. Laut vom Forschungsinstitut Conference Board ermittelten Zahlen sank das Konsumklima im Oktober ungewöhnlich deutlich um neun Punkte auf 71,2 Zähler. Das ist der tiefste Stand seit einem halben Jahr. Die Verbraucher schätzten ihre aktuelle Lage demnach pessimistischer ein als zuletzt und sehen auch ihre künftige Situation weniger rosig als im September.

Das Conference Board führte den Stimmungseinbruch auf den gut zweiwöchigen Regierungsstillstand von Anfang Oktober und die Unsicherheit wegen der zwischenzeitlich drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA zurück. Dies habe zu einer "beträchtlichen Eintrübung" geführt. Angesichts des nur übergangsweise gefundenen Kompromisses dürfte die Stimmungslage der Verbraucher schwankungsanfällig bleiben, schreiben die Forscher. Der Konsum macht etwa 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus.

Die Verschlechterung deutet an, wovor Bankvolkswirte warnen: Der US-Polit-Streit, der vorerst ins kommende Jahr verschoben wurde, dürfte das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt belastet haben. Der Streit könnte Unternehmen von Neueinstellungen und Verbraucher vor größeren Anschaffungen abgehalten haben. Die konkreten Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung sind ungewiss, Schätzungen von Bankvolkswirten gehen auseinander.

Die USA waren im Oktober im Sog des Etatstreits nur knapp an der Zahlungsunfähigkeit vorbeigeschrammt. Rund 800.000 Angestellte der Bundesbehörden wurden in Zwangsurlaub geschickt, weil sich der US-Kongress zunächst nicht auf einen Übergangsetat zu Beginn des neuen Haushaltsjahres einigen konnte. Am vergangenen Freitag hatte sich die von der Universität Michigan erhobene Verbraucherstimmung ebenfalls deutlich eingetrübt. Der Indikator war um 4,3 Punkte auf 73,2 Zähler gefallen. So schlecht war die Stimmung zuletzt Ende 2012.

dab/dpa/Reuters



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