Drittes Quartal US-Wirtschaft wächst stärker als erwartet

Die Wirtschaftsleistung der USA ist zwischen Juli und September um 2,8 Prozent gewachsen. Damit übertraf sie die Erwartungen von Beobachtern. Die Quittung für den Schuldenstreit könnte jedoch erst noch kommen.

Arbeiter auf Öl-Bohrturm in North Dakota: Ein Signal für die Fed?
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Arbeiter auf Öl-Bohrturm in North Dakota: Ein Signal für die Fed?


Washington - Die US-Wirtschaft hat Beobachter positiv überrascht. Von Juli bis September legte das Bruttoinlandsprodukt aufs Jahr hochgerechnet um 2,8 Prozent zu, wie das US-Handelsministerium am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Ökonomen hatten im Schnitt lediglich mit einem Plus von 2,0 Prozent gerechnet. Im zweiten Quartal war das BIP annualisiert um 2,5 Prozent gestiegen, im ersten nur um 1,1 Prozent.

Trotz der positiven Überraschung warnen Fachleute vor verfrühtem Optimismus. Besorgnis löste das kleinste Wachstum der Verbraucherausgaben seit 2011 aus. Da die US-Wirtschaft zu 70 Prozent vom privaten Konsum abhängt, ist dieser Wert sehr wichtig.

Gestützt wurde das Konjunkturplus vor allem von einem überdurchschnittlich großen Lageraufbau. Das birgt laut Experten die Gefahr einer nachlassenden Produktion. Auch haben die Unternehmen deutlich weniger investiert als noch zwischen April und Juni. Positiv entwickelten sich hingegen die Bauausgaben und die Exporte.

Am Jahresende befürchten Experten auch wegen der Auswirkungen des Shutdown eine Abkühlung der Konjunktur. Da im Oktober wegen eines politischen Streits in Washington Hunderttausende Staatsbedienstete und Auftragnehmer in den Zwangsurlaub geschickt werden mussten, sei die Konjunktur im vierten Quartal zwischen 0,2 und 0,6 Prozentpunkte gebremst worden, sagte Jason Furman, der Chef des Wirtschaftsrates von Präsident Barack Obama.

Die guten Wachstumsdaten ließen erneut Spekulationen aufkommen, wonach die US-Notenbank Fed bald ihre ultralockere Geldpolitik ein wenig eindämmen könnte. Dafür müssten aber laut Experten auch die neuen Arbeitsmarktdaten sehr positiv ausfallen, die am Freitag vorgelegt werden. Danach sah es zuletzt nicht aus. Die Europäische Zentralbank hatte ihren Leitzins am Donnerstag überraschend auf das Rekordtief von 0,25 Prozent gesenkt.

dab/dpa



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