Panne bei Krisenhilfe US-Regierung schickte mehr als eine Million Corona-Schecks an Tote

Stolz hatte US-Präsident Trump Millionen Amerikanern Schecks in seinem Namen schicken lassen, damit diese besser durch die Coronakrise kommen. Doch nicht alle Empfänger lebten noch.
Corona-Scheck: Mindestens 1200 pro Familie

Corona-Scheck: Mindestens 1200 pro Familie

Foto: Uwe Kraft/ imago images/Kraft

Um Menschen in der Coronakrise direkt zu helfen, versendete die Regierung von US-Präsident Donald Trump Schecks in Höhe von mindestens 1200 Dollar. Diese wurden irrtümlich aber auch an mehr als eine Million Tote verschickt, wie der US-Rechnungshof in einem Bericht schreibt. Demnach gingen bis Ende April fast 1,1 Millionen Zahlungen mit einem Gesamtwert von knapp 1,4 Milliarden Dollar an Verstorbene.

Das Finanzministerium und die Steuerbehörde hätten vor dem Verschicken der Hilfe-Schecks ihre Daten nicht mit den Verstorbenenmeldungen der Sozialversicherungsbehörde abgeglichen, heißt es in dem Bericht. Hintergrund waren demnach rechtliche Unsicherheiten. Erst vor einer vierten Auszahlungsrunde und nach einer rechtlichen Klarstellung wurde der Datenabgleich eingeführt.

Zwar veröffentlichte die Steuerbehörde Anfang Mai auf ihrer Website einen Hinweis, dass irrtümlich an Tote getätigte Zahlungen zurückerstattet werden müssten. Eine direkte Rückzahlungsaufforderung an die tatsächlichen Empfänger, also etwa Angehörige, plante die Behörde dem Rechnungshof zufolge zunächst aber nicht. Demnach ist noch unklar, wieviele Schecks zurückgeschickt wurden oder in welchem Umfang Überweisungen der 1200 Dollar auf das Konto von Toten von den Banken zurückgewiesen wurden.

269 Milliarden Dollar ausgeschüttet

Die Hilfsschecks waren Ende März im Zuge des größten Rettungspakets der US-Geschichte beschlossen worden. Das Geld sollte inmitten der Coronavirus-Pandemie Menschen vor möglichen finanziellen Engpässen bewahren und den Konsum unterstützen. US-Bürger mit einem Jahresgehalt von bis zu 75.000 Dollar erhielten Schecks von 1200 Dollar, berufstätige Paare mit einem Gehalt bis 150.000 Dollar entsprechend 2400 Dollar. Zusätzlich gab es pro Kind 500 Dollar. Das Geld konnte als Scheck, als Banküberweisung oder direkt auf eine Bankkarte ausgezahlt werden.

Dem Rechnungshofbericht zufolge ergingen bis Ende Mai 160 Millionen Zahlungen mit einem Umfang von insgesamt 269 Milliarden Dollar. Das gesamte Rettungspaket, das auch Hilfen für krisengeplagte Konzerne sowie kleine und mittlere Unternehmen vorsah, hatte einen Umfang von rund zwei Billionen Dollar.

Für Kritik hatte damals gesorgt, dass auf die Schecks der Name von US-Präsident Donald Trump gedruckt wurde. So etwas hatte es bei Auszahlungen der Steuerbehörde noch nie gegeben. Berichten zufolge verzögerte das Hinzufügen des Schriftzugs "Präsident Donald J. Trump" zudem die Ausstellung der Schecks um einige Tage.

kko/AFP
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