Drohende Strafzölle für Windtürme USA verschärfen Handelskrieg mit China

Die USA drohen mit Strafzöllen auf chinesische Windkraftanlagen. Diese sollen von Peking subventioniert und deshalb besonders günstig sein. Zuvor hatte das US-Handelsministerium schon den heimischen Solarsektor abgeschirmt.
Windpark auf Hawaii: US-Hersteller kämpfen gegen Billigkonkurrenz

Windpark auf Hawaii: US-Hersteller kämpfen gegen Billigkonkurrenz

Foto: AP

Washington - Erneuerbare Energien gelten als gewaltiger Zukunftsmarkt. Für China ist die Branche von besonderer strategischer Bedeutung: Es könnte der Sektor sein, durch den das Land zur weltweit führenden Wirtschaftsmacht wird. Doch auch die USA haben große Ambitionen - und sind offenbar gewillt, ihre heimischen Betriebe durch Handelsschranken zu schützen.

Das US-Handelsministerium hat am Mittwoch Strafzölle von 13,7 bis 26 Prozent auf chinesische Windkraftanlagen angekündigt. Erhoben werden sollen die Zölle auf stählerne Windtürme. Die Rotoren zum Betrieb der Turbinen sind zunächst nicht betroffen. Rund ein Dutzend chinesische Hersteller würden unter diesen Zöllen leiden.

Eine endgültige Entscheidung, ob die Zölle eingeführt werden, soll im September fallen. Doch schon allein die Drohung dürfte die Fronten weiter verhärten. Erst kürzlich hatte Washington im Kampf gegen billige Solarimporte Strafzölle zwischen 31 und 250 Prozent auf chinesische Solareinfuhren angekündigt.

Das Handelsministerium rechtfertigt seine Strafzölle mit dem Vorwurf, die Regierung in Peking unterstütze seine heimische Industrie mit staatlichen Subventionen. Chinesische Produkte seien dadurch besonders günstig und verzerrten den Wettbewerb. US-Präsident Barack Obama nannte das chinesische Vorgehen "fragwürdig". Aus China hieß es, die US-Zölle seien unfair und gefährdeten Bemühungen, erneuerbare Energien auszubauen.

Vier US-Hersteller von Windtürmen hatten im Dezember Beschwerde eingereicht und weit höhere Strafzölle verlangt; sie forderten einen Aufschlag von bis zu 60 Prozent. Im vergangenen Jahr importierten die USA Windtürme im Wert von rund 222 Millionen Dollar aus China.

US-Hersteller sind nicht die einzigen Unternehmen, die den Chinesen Dumping-Methoden vorwerfen. Auch die deutsche Solarworld geht deshalb gegen China vor. Der Vorwurf: Die chinesischen Konkurrenzunternehmen böten wegen staatlicher Subventionen ihre Produkte unter den Herstellungskosten an.

ssu/AP/dpa-AFX
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