USA Größtes Handelsdefizit seit 14 Jahren

Im August ist das US-Handelsdefizit auf 67,1 Milliarden Dollar angewachsen. Das ist der höchste Wert seit 2006 - Trumps China-Abkommen zum Trotz.
Ein Hafenarbeiter in Miami

Ein Hafenarbeiter in Miami

Foto: Joe Raedle/ Getty Images

Das Handelsdefizit der USA hat im August den höchsten Stand seit mehr als 14 Jahren erreicht. Im Vergleich zum Vormonat vergrößerte es sich um fast sechs Prozent auf 67,1 Milliarden Dollar. Das teilte das Handelsministerium in Washington mit.

Das letzte Mal, dass das Defizit der USA größer war, datiert auf August 2006. Analysten hatten im Schnitt mit einem Defizit von 66,2 Milliarden Dollar gerechnet.

Die Importe stiegen im Vormonatsvergleich um 3,2 Prozent auf 239 Milliarden Dollar (203 Milliarden Euro). Das Exportplus betrug dagegen nur 2,2 Prozent (auf 171,9 Milliarden Dollar).

Eingeführt wurden vor allem Konsumgüter, Vorleistungsgüter für die Pharmabranche und Autos. Ausgeführt vorrangig Industriemaschinen und landwirtschaftliche Produkte - allein der Verkauf von Soja ins Ausland stieg im Vergleich zum Juli um eine Milliarde Dollar.

Die Vereinigten Staaten sind ein typisches Nettoimportland. Sie können sich diesen Luxus leisten, weil ihnen das Ausland stetig Kredit zur Verfügung stellt. Die größten ausländischen Kreditgeber der USA sind China und Japan. Sie halten - abgesehen von der US-Notenbank Fed - die größten Bestände an US-Staatsanleihen.

Das Defizit im Handel mit China verringerte sich vor allem wegen gestiegener Exporte aus den USA in die Volksrepublik. Im Handel mit Deutschland und Japan dagegen nahm das Defizit zu.

Das Handelsdefizit hatte im Juli schon um 19 Prozent im Vormonatsvergleich zugenommen.

Corona neutralisiert Trumps China-Abkommen

Um das Handelsdefizit mit China zu reduzieren, hatte US-Präsident Donald Trump im Januar mit Peking ein Abkommen geschlossen. Darin hatte sich China zu deutlich mehr Importen aus den USA verpflichtet. Allerdings wurden die Effekte dieses Abkommens durch die Verwerfungen der Coronavirus-Pandemie übertroffen.

bah/dpa/AFP
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