Fast eine Billion Dollar Minus US-Finanzminister Mnuchin meldet höchstes Defizit im US-Haushalt seit sieben Jahren

Im Haushalt der US-Regierung klafft eine wachsende Lücke, das Defizit wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent. Experten machen unter anderem Trumps Steuersenkungen dafür verantwortlich.

US-Finanzminister Steven Mnuchin kann keine erfreulichen Zahlen vermelden
MICHAEL REYNOLDS/EPA-EFE/REX

US-Finanzminister Steven Mnuchin kann keine erfreulichen Zahlen vermelden


Die US-Regierung hat das Finanzjahr 2019 mit dem höchsten Haushaltsdefizit seit sieben Jahren abgeschlossen. Der Fehlbetrag ist im Vergleich zum Vorjahr um 205 Milliarden Dollar auf 984 Milliarden Dollar (885 Milliarden Euro) angestiegen. Das teilte das US-Finanzministerium mit. Der starke Anstieg von rund 26 Prozent bezieht sich auf das Haushaltsjahr 2019, das Ende September zu Ende ging. Die neuen Schulden entsprachen demnach rund 4,6 Prozent der amerikanischen Wirtschaftsleistung - 0,8 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Zwar nahmen die Einnahmen um vier Prozent auf 3,462 Billionen Dollar zu. Gleichzeitig wuchsen aber die Staatsausgaben um acht Prozent auf 4,447 Billionen Dollar. Das Defizit fiel um 16 Milliarden Dollar geringer aus als noch im Juli prognostiziert, hieß es weiter.

US-Finanzminister Steven Mnuchin bewertete die Haushaltsbilanz dennoch als Beleg dafür, dass Trumps Wirtschaftsagenda "funktioniert". Er appellierte an den Kongress, "verschwenderische und unverantwortliche Ausgaben" einzudämmen.

Angst vor der Rezession

Experten machen für das enorme Defizit unter anderem die Nachwirkungen der von US-Präsident Donald Trump betriebenen Steuersenkungen und höhere Ausgaben für den Anstieg des Defizits verantwortlich. Die Regierung hatte vorhergesagt, dass die durch die Steuersenkungen entstehenden Einnahmeausfälle durch die von der Reform erzeugten Wachstumsimpulse, also die Steuereinnahmen aus wachsender wirtschaftlicher Aktivität und Beschäftigung, ausgeglichen würden. Doch trotz der bislang weiterhin soliden Wachstumsraten konnten die Ausgabensteigerungen nicht annähernd kompensiert werden. Zudem wachsen in den USA die Sorgen wegen einer möglichen Rezession.

Trump hatte nach seinem Amtsantritt angekündigt, das Defizit innerhalb von acht Jahren beseitigen zu wollen. Das Finanzministerium erklärte, unter anderem seien die Ausgaben für Soziales, Verteidigung und Schuldendienst angestiegen. Die Staatsschulden beliefen sich nunmehr auf 16,8 Billionen US-Dollar, hieß es weiter.

Es ist das zweite volle Haushaltsjahr unter Trump, der sein Amt in Zeiten florierender Wirtschaft übernommen hatte. Das Defizit hatte 2009 einen Höchststand von 1,4 Billionen Dollar erreicht, als die Regierung unter Trumps demokratischem Vorgänger Barack Obama das Bankensystem in der globalen Finanzkrise mit Staatshilfen vor dem Kollaps bewahrte und die Wirtschaft stützte. Obama baute das Defizit dann bis zum Ende seiner zweiten Amtszeit 2016 wieder auf 585 Milliarden Dollar ab. Er wurde damals allerdings scharf von den Republikanern kritisiert, die einen stärkeren Abbau gefordert hatten.

yer/dpa/Reuters



insgesamt 115 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ClausB 25.10.2019
1. Gibt es schon
Reaktionen von Trump, dem besten US-Präsidenten aller Zeiten ? Noch keine Zweizeiler auf Twitter, wer am höchsten Defizit der USA seit sieben Jahren schuld ist ? Ich bin gespannt.
muellerthomas 25.10.2019
2.
"Die Staatsschulden beliefen sich nunmehr auf 16,8 Billionen US-Dollar, hieß es weiter." Jein, das sind die Schulden der US Bundesregierung, die gesamten US Staatsschulden sind rund 6 Bio. USD höher.
checkitoutple 25.10.2019
3. Nach Ansicht der Repubikaner sind unverantwortliche Ausgaben dann
Sozialhife Gesundheitsleistungen für Arme Förderung von StaatlichenSchulen und Kindergärten, sowas sollte es nur für Leute geben welche die auch aus der eignen Tasche bezahlen können. Lieber investieren Republikaner in Reiche und Superreiche. DerRepublikanische Rassismus ht die DNA des Geldes. Wer nicht in einer demendsprechend Reichen Familie geboren ist verdient es nicht geschützt zu werde, sondern ist eben ein Opfer.
teloudis 25.10.2019
4. Na und?
Die Druckerpresse wird angeworfen, wo ist das Problem? Papier ist halt geduldig.
Grummelchen321 25.10.2019
5. WelchenRhetorischen
Superlative wohl sein komischer orangener Herr und Meister wohl wählen würde. Schließlich ist das ja ein bemerkenswerter Rekortschuldenstand. Fraglich ob der überhaubt merkt das es keine gute Nachricht ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.