USA
Notenbank will Mini-Leitzins bis Ende 2014 halten
Überraschender Zins-Schwenk der US-Notenbank: Angesichts der trüben Konjunktur will die Fed deutlich länger an der Politik des extrem billigen Geldes festhalten. Die Lage der amerikanischen Wirtschaft mache dies notwendig.
Washington - Die US-Notenbank will ihre Nullzinspolitik bis mindestens Ende 2014 beibehalten. Vor diesem Zeitpunkt sei wegen der schwierigen konjunkturellen Lage wahrscheinlich nicht mit einer Zinserhöhung zu rechnen, teilte die Federal Reserve (Fed) nach einer Sitzung des Offenmarktausschusses mit. Den Leitzins beließ die Fed bei 0 bis 0,25 Prozent. Der Dollar
gab zum Euro nach, während die Kurse von US-Staatsanleihen deutlich zulegten.
Bislang hatte sich die Fed darauf festgelegt, den Leitzins bis Mitte 2013 auf dem gegenwärtigen Niveau zu halten. Fed-Chef Ben Bernanke bezeichnete die Entscheidung vom Mittwoch als "sehr vorsorgend", da die Konjunktur trotz besserer Anzeichen immer noch anfällig sei. So leide die US-Wirtschaft etwa unter den "deutlichen Abwärtsrisiken" in der Weltwirtschaft, dazu zähle auch der Gegenwind aus dem von der Schuldenkrise geplagten Europa. Die Inflation sieht die Notenbank derweil im Griff.
Die Fed äußerte sich trotz einiger zuletzt überraschend guter Konjunkturdaten weiterhin pessimistisch zu Lage und Perspektiven der US-Wirtschaft. Die Arbeitslosigkeit sei ungeachtet jüngster Anzeichen einer Verbesserung weiterhin viel zu hoch und die Investitionstätigkeit vieler Unternehmen habe zuletzt nachgelassen.
In diesem Punkt zeichnete die Zentralbank sogar ein dunkleres Bild als noch vor gut einem Monat beim letzten Zinsbeschluss, kam allerdings zu dem Gesamturteil, dass das die seit Jahren arg gebeutelte Wirtschaft trotz der jüngsten Abkühlung der Weltkonjunktur weiterhin moderat wachsen werde. Mit der Entwicklung der Preise zeigte sich Bernanke zufrieden. Die Inflationsrate werde in nächster Zeit auf einem Niveau bleiben, das mit Preisstabilität vereinbar sei.