Schwächelnder Arbeitsmarkt US-Wirtschaft im Sommerloch

Der Aufschwung am US-Arbeitsmarkt schwächelt. Die Arbeitslosenzahl ist leicht gestiegen, die Löhne wuchsen nur geringfügig. Dennoch geht es der Wirtschaft weiter gut.

Bauarbeiter im US-Bundesstaat Virginia (Archiv)
AFP

Bauarbeiter im US-Bundesstaat Virginia (Archiv)


In den USA ist die Arbeitslosigkeit im August gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich laut Arbeitsministerium um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent. Experten hatten dagegen mit einer Stagnation bei 4,3 Prozent gerechnet.

Trotz des leichten Anstiegs bleibt die Quote in der Nähe ihres 16-jährigen Tiefstandes im Juli. Angesichts der geringen Arbeitslosigkeit sprechen einige Fachleute von Vollbeschäftigung in der größten Volkswirtschaft der Welt.

Die Beschäftigung stieg nun aber schwächer als erwartet und auch die Lohnentwicklung blieb schwach. Die Stundenlöhne erhöhten sich nur um 0,1 Prozent im Vergleich zum Juli und um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Von der US-Notenbank Fed waren Raten von 0,2 und 2,6 Prozent erwartet worden. Im Juli hatte das Plus noch bei 0,3 Prozent gelegen.

Firmen und Staat heuerten laut Regierung insgesamt 156.000 neue Beschäftigte an, Ökonomen hatten mit 180.000 gerechnet. Der Stellenaufbau ist trotz der Abschwächung weit stärker als nötig wäre, um mit dem Bevölkerungswachstum Schritt zu halten: Dafür wären einer Faustregel zufolge 75.000 bis 100.000 neue Stellen pro Monat ausreichend.

Die Fed soll Vollbeschäftigung fördern und hat dieses Ziel nun praktisch erreicht. Sie hatte den Leitzins zuletzt im Juni auf die Spanne von 1,0 bis 1,25 Prozent angehoben - und will bis zum Jahresende nachlegen, falls die Konjunktur mitspielt.

Führende Währungshüter treibt allerdings die Sorge um, dass die unerwünscht niedrige Inflation einer Erhöhung im Wege steht. Die Fed wartet auf belastbare Hinweise, dass die Bürger vom Aufschwung profitieren. Sie setzt daher auf anziehende Löhne, die für mehr Preisdruck sorgen könnten.

An den Finanzmärkten geriet der Dollar angesichts dieses etwas gedämpften Arbeitsmarktberichts nur kurzzeitig unter Druck. Experten hatten bereits vor der Veröffentlichung darauf hingewiesen, dass der Arbeitsmarktbericht für August schon häufig enttäuscht habe. Denkbar sei, dass die Unternehmen im Sommer ihre Daten zu spät an die Arbeitsbehörden melden.

apr/dpa/Reuters



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