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10. Juni 2013, 16:48 Uhr

Rating-Agentur

Aufschwung verbessert US-Kreditwürdigkeit

Gute Nachrichten für die US-Regierung: Die Rating-Agentur Standard & Poor's hat den Ausblick für das Land von "negativ" auf "stabil" angehoben. Damit droht der größten Volkswirtschaft der Welt zunächst keine weitere Abwertung.

New York - Die Rating-Agentur Standard & Poor's droht den USA vorerst nicht mehr mit einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit. S&P erhöhte am Montag den Ausblick für die weltgrößte Volkswirtschaft auf "stabil" von "negativ". Zugleich sinke die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Herabstufung auf weniger als ein Drittel, teilte die Agentur mit.

S&P bewertet die Kreditwürdigkeit der USA derzeit mit der Note "AA+", das ist eine Stufe unter der Top-Bonität von "AAA". Die Rating-Experten begründeten ihren optimistischeren Ausblick mit höheren Steuereinnahmen und Maßnahmen der Politik, die Verschuldung in den Griff zu bekommen.

"Das ist keine große Überraschung", sagte der Chefanlagestratege der Solaris Group, Tim Ghriskey. "Der starke Aktienmarkt hat für Steuereinnahmen gesorgt und die Konjunktur erholt sich zwar langsam, aber stetig." Auch Todd Schoenberger von Landcolt Capital reagierte eher gelassen: "Das ist eine großartige Nachricht und schön zu hören", sagte der Analyst, "aber die Händler an der Wall Street geben nicht viel auf Rating-Agenturen." Bestenfalls kurzfristige Reaktionen seien zu erwarten.

An den Börsen verpuffte der Effekt am Montag dann auch schnell wieder. Der Dax, der zunächst 1,2 Prozent zugelegt hatte, notierte am späten Nachmittag nur noch 0,5 Prozent im Plus. Der EuroStoxx50 rutschte sogar ins Minus und verlor 0,2 Prozent. Offenbar machten einige Anleger Kasse, sagte ein Börsianer. "Der 250-Punkte-Anstieg von Freitag und heute war einfach zu stark."

cte/Reuters

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