Handelsstreit mit China USA verschieben Anhebung von Strafzöllen auf Mitte Oktober

Donald Trump nennt es eine "Geste des guten Willens": Der US-Präsident hat angekündigt, die geplante Anhebung der Strafzölle auf chinesische Importe um zwei Wochen zu verschieben.

Donald Trump
Alex Brandon/ AP

Donald Trump


Die US-Regierung will die für Anfang Oktober angekündigte Anhebung der Strafzölle auf chinesische Importe im Umfang von 250 Milliarden US-Dollar um zwei Wochen verschieben. Das kündigte Präsident Donald Trump bei Twitter an - er schrieb von einer "Geste des guten Willens".

Zum einen hätte der chinesische Vizeministerpräsident Liu He darum gebeten, schrieb Trump. Und zum anderen begehe die Volksrepublik den 70. Jahrestag ihrer Gründung.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China läuft seit Monaten und belastet zunehmend die globale Wirtschaft. Beide Seiten überziehen einander schrittweise mit immer neuen Strafzöllen.

Bereits seit Längerem sind Importe aus China in die USA im Umfang von rund 250 Milliarden US-Dollar mit Strafzöllen von 25 Prozent belegt. Sie sollten ursprünglich ab 1. Oktober auf 30 Prozent erhöht werden. Dies soll nun erst zum 15. Oktober passieren.

China lieferte zuvor bereits eine "Geste des guten Willens"

Trump reagierte damit auf ein Signal der Entspannung, das zuvor die Regierung in Peking ausgesendet hatte: China hatte eine Liste von US-Produkten vorgelegt, die von Strafzöllen ausgenommen werden sollen. Es geht um 16 Arten von Produkten, wie Chinas Finanzministerium am Mittwoch mitteilte, darunter einige Medikamente, medizinische Ausrüstung und Chemikalien. Das Ministerium machte keine Angaben über das Volumen der Produkte. Weitere Ausnahmen würden geprüft.

Die staatliche Zeitung "Global Times" sprach von einer "Geste des guten Willens" im Handelskrieg, bevor beide Seiten Anfang Oktober wieder Verhandlungen aufnehmen. Trump hatte den Schritt der Chinesen am Mittwoch begrüßt und von einer respektvollen Geste gesprochen. "Sie haben das Richtige getan", sagte er im Weißen Haus. "Es war eine Geste." Stunden später folgte dann sein entgegenkommend formulierter Tweet.

Auslöser des seit mehr als einem Jahr andauernden Handelskonflikts war die Verärgerung Trumps darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen.

Ende August hatte sich der Handelskonflikt nochmals deutlich zugespitzt: Nachdem Chinas Regierung neue Strafzölle auf US-Einfuhren angekündigt hatte, holte Trump sofort zum Gegenschlag aus und kündigte an, sämtliche Strafzölle auf Importe aus China um jeweils fünf Prozentpunkte anzuheben.

Der Handelskrieg führt in beiden Ländern zu einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und bremst auch die Weltkonjunktur. Viele Analysten warnen, der Konflikt könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession schlittern lassen.

aar/dpa/Reuters

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bauigel 12.09.2019
1. Alles nur Show
Der gesamte Handelskrieg von DT ist nichts anderes als eine Show für seine Anhänger. Grundsätzlich lann DT einen Handelskrieg gegen China nicht gewinnen und dies merkt offensichtlich auch DT. Aber natürlich kann er dieses nicht zugeben. Das Problem ist, dass seine Wähler bereits massiv unter den Zöllen leiden und die Waren für die Amis teurer werden. Die Chinesen hingegen werden einen Deal mit den USA aussitzen, da sie keinesfalls eine Wiederwahl von DT wollen. Also spielen alle Seiten auf Zeit - DT weil er nicht gewinnen kann aber eine Niederlage nicht eingestehen will und die Chinesen weil sie keinen Deal mit DT machen werden. Seine Fans werden weiterhin jubeln, da ihr Heiland ja angeblich gegen das Defizit kämpft - denen ist es egal, dass er nichts erreicht.
s.l.bln 12.09.2019
2. Kennt noch jemand dem Moment...
...wenn Eltern in pseudoautoritärer Pose, mit diffusen Konsequenzen drohend dazu ansetzen, bis drei zu zählen und die Kinder nicht mehr bei 1-2 einlenken? Well...just saying.
derauf 12.09.2019
3. und was ist mit Iran??
China investiert 400 Milliarden in den Uran nimmt dem sein gesamtes Öl ab und umgeht damit vollkommen die Sanktionen der USA.. und da schreibt trump es sei eine Geste guten Willens???
bernteone 12.09.2019
4. Was Trump so alles deutet
Die Medikamente und Chemikalien werden wohl für China wichtig sein und mit Strafzöllen würden sie sich mehr Schaden als Nützen . Trump steht das Wasser bis zum Hals mit seinen Zöllen , er merkt das es nicht so einfach funktioniert also muß er einen Weg finden da wieder raus zukommen ohne als der Loser dazustehen . Der wird seinen Handelsvertrag mit China machen aber die Änderungen werden minimal ausfallen , genau wie beim USMCA das fast identisch mit dem NAFTA ist aber von Trump als größtes Abkommen aller Zeiten deklariert wurde . Die Wahlen sind bald und wenn er wiedergewählt werden will braucht er was handfestes und keine höheren Verbraucherpreise wegen seines so leicht zu gewinnenden Handelskrieg . Nordkorea tanzt ihm auch auf der Nase rum , dafür gibt es Liebesbriefe von Kim Jong un , in Venezuela ist die Luft raus , der Iran knickt auch nicht ein , Choas in Afghanistan , der Mauerbau läuft nur schleppend und die brummende Wirtschaft die er übernommen kommt auch langsam ins Stottern , außer dummer Sprüche hat Trump nicht wirklich was vorzuweisen als Präsident .Der braucht den Deal mit China unbedingt und die Chinesen wissen das .
Beat Adler 12.09.2019
5. Trump zittert vor dem Weihnachtsgeschaeft
Trump zittert vor dem Weihnachtsgeschaeft. wenn es in die Hosen geht, folgt die Rezession auf dem Fuss und good buy fuer seine Wahl 2020. mfG Beat
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