Machtkampf in Venezuela Britisches Gericht verweigert Herausgabe von Goldreserven an Maduro

Venezolanisches Gold im Wert von rund 890 Millionen Euro lagert in London. Jetzt entschied der dortige High Court: Es muss nicht an die Regierung von Nicolás Maduro ausgehändigt werden.
Umkämpfter Schatz: Nicolás Maduro mit Goldbarren (2018)

Umkämpfter Schatz: Nicolás Maduro mit Goldbarren (2018)

Foto: Marco Bello/ REUTERS

Im Streit um Goldreserven im Wert von rund 890 Millionen Euro hat ein britisches Gericht zugunsten des venezolanischen Oppositionsführers und selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó entschieden. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA aus dem Londoner High Court.

Das Gold befindet sich in einem Tresor der Bank of England. Es wurde vom Vorstand der venezolanischen Zentralbank im Auftrag des autoritär regierenden Präsidenten Nicolás Maduro angefordert, um die Folgen der Coronavirus-Pandemie zu lindern. Die Bank of England verweigerte aber die Herausgabe, weil die Goldreserven auch von der Gegenregierung unter der Führung Guaidós beansprucht werden.

Der High Court stellte nun fest, dass "die britische Regierung eindeutig Guaidó als Staatschef Venezuelas anerkennt". Daraus folge notwendigerweise, dass Maduro nicht mehr als Präsident Venezuelas betrachtet werde, so der zuständige Richter. Die Anwälte der Maduro-Seite kündigten umgehend an, in Berufung zu gehen.

dab/dpa