Marode Ölindustrie China hilft Venezuela mit Milliardenkredit

Mit Geld aus China will Venezuela seine desolate Erdölförderung wieder anschieben. Die chinesische Entwicklungsbank gewährt einen Kredit über fünf Milliarden Dollar.
Arbeiter auf Ölfeld in Venezuela

Arbeiter auf Ölfeld in Venezuela

Foto: Carlos Garcia Rawlins/ REUTERS

Venezuela ist wirtschaftlich am Boden, die USA und die EU haben gegen die umstrittene sozialistische Regierung Sanktionen verhängt. Nun bekommt der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro Hilfe aus China. Denn die Regierung in Peking unterstützt Venezuelas Ölindustrie mit einem milliardenschweren Kredit. Die chinesische Entwicklungsbank gewähre dem staatlichen Ölkonzern PDVSA ein Darlehen über fünf Milliarden Dollar, teilte der venezolanische Wirtschaftsminister Simón Zerpa mit. Mit dem Geld soll die Erdölförderung im Orinoco-Gürtel angeschoben werden.

Die Erdölproduktion in Venezuela ist von 3,5 Millionen Barrel pro Tag auf zuletzt etwa 1,5 Millionen Barrel gesunken. Korruption, Misswirtschaft und verschleppte Investitionen in Technologie und Fachwissen haben den wichtigsten Industriezweig des Landes heruntergewirtschaftet. Zuletzt hatte die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) sogar eine Steigerung der Fördermenge beschlossen, um den Rückgang unter anderem in Venezuela zu kompensieren.

Das südamerikanische Land steckt in einer schweren Wirtschaftskrise und verfügt kaum noch über Devisen. China ist der wichtigste Geldgeber für die sozialistische Regierung von Präsident Maduro. In den vergangenen zehn Jahren hat Peking dem erdölreichsten Land der Welt rund 60 Milliarden Dollar geliehen. Die Kredite zahlt Venezuela mit Öllieferungen zurück. Chinesische Staatskonzerne haben auch Interesse an der Ausbeutung von Gold und anderen Rohstoffen, was bei den Ureinwohnern des Landes zum Teil auf heftigen Widerstand trifft.

Maduro war erst im Juni in einer höchst umstrittenen Wahl im Amt bestätigt worden. Die EU und die USA haben Sanktionen gegen Vertreter der venezolanischen Regierung verhängt. Maduro wird vorgeworfen, seit Jahren die Demokratie in Venezuela auszuhöhlen. Er hat durch eine verfassungsgebende Versammlung das Parlament de facto entmachtet, in dem die Opposition die Mehrheit hatte.

Die wirtschaftliche Krise in Venezuela hat auf alle Bereiche übergegriffen. Nach Schätzungen der Uno leben bereits 87 Prozent der Venezolaner in Armut, Hunderttausende flohen ins Ausland. Wegen jahrelanger Misswirtschaft, Korruption und einer hohen Schuldenlast verfügt das Land kaum noch über Devisen, um Lebensmittel, Medikamente oder Dinge des täglichen Bedarfs zu importieren.

Video: Mein Leben unter Maduro

dbate
mmq/dpa
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