Hyperinflation Venezuela streicht fünf Nullen aus seiner Währung

In Venezuela könnte die Inflation schon bald auf eine Million Prozent ansteigen. Die sozialistische Regierung will deshalb fünf Nullen aus der Landeswährung streichen. Helfen wird es wenig.
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro

Foto: Francisco Batista/ dpa

Die venezolanische Regierung will fünf Nullen aus seiner Landeswährung streichen. Denn das von einer schweren Wirtschaftskrise geplagte Venezuela steuert bis zum Ende dieses Jahres auf eine Inflation von einer Million Prozent zu. Zudem soll der Bolívar künftig an die neue Kryptowährung Petro gekoppelt sein, sagte Präsident Nicolás Maduro. Derzeit kostet ein Dollar etwa 3,5 Millionen Bolívar.

Das ölreichste Land der Welt steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Wegen Korruption und Misswirtschaft verfügt Venezuela kaum noch über Devisen, um Lebensmittel, Medikamente oder Dinge des täglichen Bedarfs zu importieren.

Zuletzt verglich der Internationale Währungsfonds (IWF) die Situation in Venezuela mit dem Preisverfall in der Weimarer Republik in Deutschland im Krisenjahr 1923. Außerdem könnte dem IWF zufolge die Wirtschaftsleistung um 18 Prozent einbrechen. Die venezolanische Zentralbank veröffentlicht bereits seit Jahren keine Daten zu Teuerungsrate und Konjunktur mehr.

Die Streichung der Nullen aus der Währung ist freilich kein adäquates Mittel, um die Inflation zu bremsen. Präsident Maduro räumte ein, dass das auf die Ölindustrie ausgerichtete Wirtschaftsmodell ausgedient habe. Das Land müsse vielmehr seine Wirtschaft auf eine breitere Basis stellen und wieder mehr Produkte selbst produzieren, sagte er.

Video: Mein Leben unter Maduro

dbate
hej/dpa-AFX
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