Kolumbien Tausende Venezolaner nutzen Grenzöffnung für Einkäufe

Die Versorgungskrise in Venezuela hatte sich zuletzt nochmals verschärft. Nun hat Präsident Maduro nach acht Tagen die Grenze zu Kolumbien wieder geöffnet - und Tausende Menschen nutzten die Gelegenheit.
Menschen an der Grenze zu Kolumbien

Menschen an der Grenze zu Kolumbien

Foto: GEORGE CASTELLANOS/ AFP

Venezuela hat die Grenze nach Kolumbien nach acht Tagen wieder geöffnet - und Tausende Venezolaner nutzten die Chance, um sich im Nachbarland mit Lebensmitteln und Medikamenten zu versorgen. "Gott sei Dank, die Grenze ist wieder offen", sagte ein Venezolaner. In seinem Land gebe es weder Lebensmittel noch Medikamente noch Windeln zu kaufen.

Zuvor hatten sich Venezuelas Präsident Nicolás Maduro und sein kolumbianischer Amtskollege Juan Manuel Santos in einem Telefongespräch darauf geeinigt, die Grenze schrittweise wieder zu öffnen, aber "strikte Sicherheitskontrollen" beizubehalten.

Die Versorgungskrise in Venezuela hatte sich in den vergangenen Tagen durch eine heftig umstrittene Bargeldreform noch verschärft. Am Wochenende waren bei Zusammenstößen und Plünderungen nach Behördenangaben drei Menschen getötet worden.

Im Zentrum der wütenden Proteste stand die per Notstandsdekret erlassene Entscheidung von Präsident Maduro, den 100-Bolívar-Geldschein aus dem Verkehr zu ziehen. Seit Donnerstag war der Schein nicht mehr als Zahlungsmittel akzeptiert worden. Maduro hatte diesen Schritt und auch die Schließung der Grenze zu Kolumbien mit dem Kampf gegen die Mafia erklärt.

Den Menschen fehlte umgehend Bargeld, da sich die geplante Ausgabe von größeren Scheinen verzögerte. Im Verlauf der Proteste wurden Supermärkte geplündert. Angesichts des Volkszorns gab Maduro die wichtigste Banknote am Samstag wieder frei und kündigte an, deren Gültigkeit bis Anfang Januar zu verlängern.

Ford stoppt Produktion

Der Autohersteller Ford hat seine Produktion in Venezuela zunächst eingestellt. Vor April soll sie nicht wieder aufgenommen werden. "Es ist eine Maßnahme, um die Produktion in dem Land an die Nachfrage anzupassen", sagte der für Südamerika zuständige Ford-Manager. Die betroffene Fabrik in Venezuela beschäftige 2000 Arbeiter. Ford ist der letzte große Autobauer in dem Land. US-Rivale General Motors hatte sich Mitte 2015 von dort zurückgezogen.

max/AFP/Reuters
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