Energiekrise Freitags haben Venezuelas Schüler bald frei 

Der Energiemangel im ölreichen Venezuela führt zu immer rigideren Sparmaßnahmen: Staatsbedienstete arbeiten nur noch zwei Tage pro Woche, Schüler bekommen ein verlängertes Wochenende.

Venezolanerin kocht bei Kerzenlicht.
DPA

Venezolanerin kocht bei Kerzenlicht.


Mit weiterem Zwangsurlaub will Venezuela die schwere Energiekrise in den Griff bekommen. Vizepräsident Aristóbulo Istúriz erklärte am Dienstag (Ortszeit) in einer Fernsehansprache, alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes sollten künftig nur noch montags und dienstags arbeiten. Ausnahmen würden nur in Notfällen gemacht.

Auch an den Schulen solle jetzt der Unterricht freitags ausfallen, sagte Istúriz bei einem Besuch des größten Wasserkraftwerks am Guri-Stausee, wie die Zeitung "El Nacional" berichtete. Das im Süden des Landes liegende Guri-Kraftwerk mit einer Leistung von normalerweise 10.000 Megawatt liefert bis zu 70 Prozent der Energie in Venezuela.

Der Wasserpegel am Stausee ist auf einen kritischen Rekordtiefpunkt gesunken. Venezuelas sozialistischer Präsident Nicolás Maduro macht das vom Klimaphänomen El Niño für die Dürre im Land verantwortlich, die Opposition dagegen sieht die marode Infrastruktur und fehlende Investitionen in neue Kraftwerke als Hauptgrund für die Energiekrise in dem südamerikanischen Land.

Seit Anfang April sind bereits für die rund zwei Millionen Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes alle Freitage bis Anfang Juni arbeitsfrei, ihre Arbeitszeit beträgt nur noch sechs Stunden. Zudem wird in zehn von 24 Bundesstaaten täglich der Strom für mehrere Stunden abgestellt. Ab dem 1. Mai ändert das lateinamerikanische Land darüber hinaus die Zeitzone, um von einer halben Stunde mehr Tageslicht zu profitieren.

ade/AFP/dpa



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