Krisenland Venezuelas Wirtschaft treibt in die Hyperinflation

Die Wirtschaft im ölreichen Venezuela steht vor dem Kollaps. Offiziell räumt die Regierung für 2018 eine Inflationsrate von 130.060 Prozent ein - der IWF geht von noch extrem viel höheren Werten aus.

Proteste in Venezuela
Juan Pablo Bayona/REUTERS

Proteste in Venezuela


Die schwere Wirtschaftskrise in Venezuela treibt die Teuerungsrate in dem Land in schwindelerregende Höhen. Die Inflation lag im Jahr 2018 bei 130.060 Prozent. Das teilte die Zentralbank des Landes am Dienstag mit.

Sie veröffentlichte erstmals seit drei Jahren Zahlen zum Anstieg der Verbraucherpreise. Demnach lag die Teuerungsrate 2016 bei 274,4 Prozent und 2017 bei 862,6 Prozent.

IWF geht von wesentlich höherer Inflation aus

Die Zahlen liegen damit aber weit unter den Schätzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) - für das vergangene Jahr um den Faktor zehn. Für 2018 schätzt der IWF die Inflation in Venezuela auf 1.370.000 Prozent. Für 2019 liegen seine Schätzungen bei zehn Millionen Prozent.

Der Zentralbank zufolge gingen 2018 die Einnahmen durch Ölexporte auf 29,8 Milliarden Dollar zurück. Fünf Jahre zuvor waren sie demnach noch fast drei Mal so hoch, 2014 lagen sie bei 71,7 Milliarden Dollar. Der Staatshaushalt hängt fast komplett vom Ölgeschäft ab.

Venezuela steckt seit Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Menschen leiden unter dramatischen Versorgungsengpässen, Nahrungsmittel und Medikamente sind knapp. Darüber hinaus tobt in Venezuela seit Monaten ein Machtkampf zwischen dem autoritär regierenden Präsidenten Nicolás Maduro und dem Oppositionsführer Juan Guaidó.

mik/AFP



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.