Tarifrunde 2019 Ver.di fordert sechs Prozent mehr Lohn im öffentlichen Dienst

Die Gewerkschaft Ver.di fordert für Angestellte im öffentlichen Dienst der Länder sechs Prozent mehr Lohn. Angesichts hoher Steuereinnahmen könne sich der Staat das leisten.

Ver.di-Chef Frank Bsirske
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Ver.di-Chef Frank Bsirske


Ver.di möchte für die rund eine Million Angestellten im öffentlichen Dienst der Länder eine deutliche Lohnerhöhung aushandeln. Die Gewerkschaft fordert sechs Prozent mehr Lohn. Mindestens 200 Euro mehr Entgelt müssten die Beschäftigten im kommenden Jahr erhalten, sagte Ver.di-Chef Frank Bsirske. Angesichts der Steuereinnahmen seien deutliche Einkommenserhöhungen sehr gut finanzierbar.

Die Vergütungen der Auszubildenden sollen um 100 Euro angehoben werden. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages solle zwölf Monate betragen.

Die Ergebnisse der Tarifverhandlungen, die am 21. Januar in Berlin starten, sollen nach dem Willen von Ver.di und anderer Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes auf die über eine Million Beamten in Dienst der Länder übertragen werden. Auch die rund eine Million Versorgungsempfänger sollen demnach von dem zukünftigen Abschluss profitieren. Die Tarifverhandlungen betreffen die Beschäftigten in allen Bundesländern außer Hessen. "In den kommenden Jahren gehen bis zu 30 Prozent der Landesbeschäftigten in Rente", sagte Bsirske. "Ohne attraktive Löhne und Arbeitsbedingungen kriegen die Länder ein Problem."

Für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen war bereits im Frühjahr ein Lohnzuwachs von insgesamt 7,5 Prozent vereinbart worden.

Mit der Lohnforderung für die Angestellten im öffentlichen Dienst der Länder eröffnen Ver.di, die dbb-Tarifunion und die anderen Gewerkschaften die Tarifrunde 2019. Im kommenden Jahr werden von Mitgliedsgewerkschaften des DGB die Tarifverträge für rund 7,3 Millionen Beschäftigte neu verhandelt.

Die größten Branchen sind dabei der Einzelhandel, der Groß- und Außenhandel, die Holz- und Kunststoffverarbeitende Industrie wie auch das Bank- und das Versicherungsgewerbe.

mmq/Reuters/dpa

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Lesenkönner 20.12.2018
1. Klingt zunächst mal nicht überzogen,
wenn man bedenkt, dass darüber zu verhandeln ist, als Gegenangebot zunächst 0% für 5 Jahre kommen dürfte und schließlich 5,2% für 2 Jahre herauskommt. Kann man das nicht gleich abschließen, ohne dass es erst zu nervigen Streiks kommen muss?
tonhalle 20.12.2018
2. Schon wieder Versagen?
Achtung werte Autoren, die genannten 7,5% machen ohne Nennung der Laufzeit keinen Sinn! Verdi hat 3,29% für ungefähr das erste Jahr geholt und war zuvor auch mit 6% als Forderung ins Rennen gegangen. Millionen wurde so vorenthalten, was möglich gewesen wäre. Schade, dass Rechnen weder bei Verdi, noch bei Journalisten offenbar zum Handwerkszeug gehören!
dö-dudl-dö 20.12.2018
3. Also, wenn das die Förderung ist...
... startet Verdi ja gleich als Bettvorleger.
Stäffelesrutscher 20.12.2018
4.
Zitat von tonhalleAchtung werte Autoren, die genannten 7,5% machen ohne Nennung der Laufzeit keinen Sinn! Verdi hat 3,29% für ungefähr das erste Jahr geholt und war zuvor auch mit 6% als Forderung ins Rennen gegangen. Millionen wurde so vorenthalten, was möglich gewesen wäre. Schade, dass Rechnen weder bei Verdi, noch bei Journalisten offenbar zum Handwerkszeug gehören!
SPON schafft es ja nicht mal, »Urlaubsgeld« und »Urlaubsentgelt« auseinanderzuhalten - und trotz Leserhinweis erfolgt keine Korrektur. http://www.spiegel.de/karriere/eugh-urlaubsgeld-darf-bei-kurzarbeit-nicht-pauschal-gekuerzt-werden-a-1243529.html
BettyB. 20.12.2018
5. Er merkt es nicht mehr
Man sollte meinen, Bsirske wäre ein gebildeter Mann, allein er merkt es wohl nicht mehr, dass Menschen sich nicht von Prozenten ernähren. 6% für alle war, ist und bleibt eine Frechheit, denn das erhöht gewaltig den Unterschied zwischen schlecht und sehr gut verdienenden Menschen, die (nicht allein) von "Brot" leben. Da Gewerkschaftsführer aber zu den Gutverdienenden gehören, bleibt es wohl dabei, von Gerechtigkeit zu träumen, wenn alle gleiche Prozenterhöhungen erhalten. Richtig besehen handelt es sich dabei aber um eine Schweinerei, für die Schweine nichts können...
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