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22. März 2018, 08:01 Uhr

Öffentlicher Dienst

Ver.di kündigt neue Streiks nach Ostern an

Müllabfuhr, Kitas, Nahverkehr: Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben besonders Eltern und Pendler zu spüren bekommen. Zu Ostern gibt es jetzt eine Atempause, dann startet die Gewerkschaft Ver.di eine neue Welle.

Im Tarifkonflikt für den öffentlichen Dienst hat Ver.di für die Tage nach Ostern eine weitere Warnstreikwelle in vielen Bundesländern angekündigt. Es gehe vor allem um ein "starkes Signal" für eine spürbare Mindesterhöhung beim Lohn, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft. Hier hätten die Arbeitgeber bisher keinerlei Gesprächsbereitschaft gezeigt. Ein genauer Termin wurde nicht genannt.

Die Gewerkschaft fordert für die 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Bund und Kommunen sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Zudem sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat erhöht werden. Die Arbeitgeber lehnen den geforderten Mindestbetrag ab. Eine abschließende Verhandlungsrunde soll am 15. und 16. April in Potsdam stattfinden.

Die Warnstreiks werden an diesem Donnerstag vor allem Rheinland-Pfalz und im Ballungsraum München fortgesetzt. Dort sollen jeweils zahlreiche Kindertagesstätten geschlossen bleiben, in einigen kleineren Orten in Rheinland-Pfalz sogar alle Kitas. In München sollen nach Ver.di-Angaben auch die Müllabfuhr, die Stadtwerke und diverse Ämter betroffen sein.

Auch in Mainz sind Bus- und Straßenbahnfahrer zur ganztägigen Arbeitsniederlegung aufgerufen - die dortige Verkehrsgesellschaft rechnet mit massiven Einschränkungen im Nahverkehr. Kleinere Aktionen sind außerdem in der Oberpfalz, in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie im nordrhein-westfälischen Hamm geplant. Neben Verdi haben auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie die IG Bauen-Agrar-Umwelt zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Am Mittwoch hatte Ver.di mit den Warnstreiks etwa in Köln und Düsseldorf den öffentlichen Nahverkehr weitgehend lahmgelegt. In den beiden größten Städten des Bundeslandes fuhren keine U-Bahnen und Straßenbahnen. Nur vereinzelt waren Busse unterwegs. Auch in Oberhausen, Mülheim und Unna hatten sich Mitarbeiter kommunaler Verkehrsbetriebe beteiligt.

Die Warnstreiks an diesem Dienstag und Mittwoch seien ein "gewaltiger Erfolg" gewesen, sagte der Ver.di-Sprecher. Es hätten sich wesentlich mehr Beschäftigte beteiligt als erwartet - allein in Nordrhein-Westfalen rund 26.000 am Dienstag und 14.500 am Mittwoch. Zudem sei eine dreistellige Zahl von Beschäftigten neu in die Gewerkschaft eingetreten.

mik/dpa

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