Verblüffte Steuerfahnder Arme Italiener fahren Ferrari

Italiens Probleme mit der allgegenwärtigen Steuerhinterziehung sind bekannt. Wie dreist sich die Besitzer von Ferraris und anderer Luxusautos arm rechnen, erstaunt aber selbst die hartgesottenen italienischen Steuerfahnder.

Ferrari auf der Via del Corso in Rom: Italienische Luxusautobesitzer rechnen sich arm
AP

Ferrari auf der Via del Corso in Rom: Italienische Luxusautobesitzer rechnen sich arm


Cortina d'Ampezzo - Die italienischen Steuerfahnder, die zu einer Blitzaktion im noblen Wintersportort Cortina d'Ampezzo einrückten, müssen sehr gestaunt haben: Als sie mehr als 250 Besitzer von Ferraris und anderen Luxusautos kontrollierten, gaben 42 von ihnen an, sie kämen finanziell gerade so über die Runden. Ihre offiziell versteuerten Einkommen lagen bei jährlich 30.000 Euro brutto oder weniger.

Mehr als 50 der Nobelautos waren außerdem auf Firmen angemeldet, die 2009 und 2010 angeblich Verluste gemacht oder aber nur mäßige Einnahmen gemeldet hatten. Italienische Medien schrieben voller Spott von "Armen in Luxusautos" und "Fantasie-Abrechnungen".

Die etwa 80 Steuerinspektoren kontrollierten in dem Dolomitenort auch Dutzende Restaurants und Geschäfte. Mit dem Ergebnis, dass sich die Zahl der ordnungsgemäßen Rechnungen in den Lokalen in den Tagen darauf um bis zu 300 Prozent erhöhte, in Luxusgeschäften um bis zu 400 Prozent - aus offensichtlicher Furcht vor den Fahndern.

Abrechnungen unter der Hand und Steuerhinterziehung kosten den italienischen Staat jedes Jahr Milliarden. Die neue Regierung unter Mario Monti will im Zuge ihres Sparkurses verstärkt dagegen vorgehen.

nck/dpa



insgesamt 29 Beiträge
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Gerüchtsvollzieher 05.01.2012
1. Ja und....?
Das wissen alle und das haben auch bisher alle gewusst, wird sich da jetzt etwas ändern ? In Italien ? Never !
faramira 05.01.2012
2.
Zitat von GerüchtsvollzieherDas wissen alle und das haben auch bisher alle gewusst, wird sich da jetzt etwas ändern ? In Italien ? Never !
Lass die mal machen, eventuell färbt das auf uns ab. Ich kenne hier auch eine Brückenbaufirma, die sich jetzt ein Flugzeug zulegt, um in Afrika notleidenden Kindern besser helfen zu können. Ohne Quatsch, das rechnet sich in Germany. Und in Italien beeindruckt man mit Ferraris die Konkurrenz. Haben die eigentlich eine Luxussteuer? Wenn nicht, hast Du allerdings recht, dann ändert sich nichts.
juan777 05.01.2012
3.
Zitat von sysopItaliens Probleme mit der allgegenwärtigen Steuerhinterziehung sind bekannt: Wie dreist sich die Besitzer von Ferraris und anderer Luxusautos arm rechnen, erstaunt aber selbst die hartgesottenen italienischen Steuerfahnder. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,807362,00.html
komisch das man sowas erst merkt,wenn der Staat am Abgrund steht! In Deutschland gibt es sowas auch, vielleicht nicht in dieser Dimension aber... Wieso gibt es denn so ein Steuersystem mit so vielen Schlupflöchern? Das sind Geschenke an die Reichen! Welcher Otto-Normalverbraucher kann sich einen Steuerberater leisten? Welcher Otto-Normalverbraucher hat die Zeit oder den Verstand sich mit den Steuersystem zu beschäftigen um Geld zu sparen?
meneer_jansen 05.01.2012
4. Es gibt keine Eurokrise
Italien had ein schwacher staat und eine reiche Bevoelkerung. 85% der Immobilien sind ohne Hypothek. Italien braucht keine Hilfe aus dem Norden, nur ein Politiker der jedem Italiener einen Zwangshypothek gibt von 15,000 euro und Italien hat einen harmlosen Staatsschuld von nur 60% GBP. Hypotheken koennen vom EZB geliefert werden und schon ist der 'Eurokrise' groestenteils geloest.
ofelas 05.01.2012
5. Selbst helfen
Zitat von meneer_jansenItalien had ein schwacher staat und eine reiche Bevoelkerung. 85% der Immobilien sind ohne Hypothek. Italien braucht keine Hilfe aus dem Norden, nur ein Politiker der jedem Italiener einen Zwangshypothek gibt von 15,000 euro und Italien hat einen harmlosen Staatsschuld von nur 60% GBP. Hypotheken koennen vom EZB geliefert werden und schon ist der 'Eurokrise' groestenteils geloest.
Volle Zustimmung, und mal ein guter Vorschlag was uebrigens mit Griechenland (ja das obere drittel der Bevoelkerung) auch funktionieren sollte
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