Reichtum in Deutschland Privatvermögen übersteigt Zehn-Billionen-Grenze

Jede Sekunde wächst das Vermögen der Deutschen um mehr als 10.000 Euro - und liegt nun bei mehr als zehn Billionen Euro. Das ergibt eine Berechnung von Ver.di. Um die ungleiche Verteilung des Besitzes zu korrigieren, fordert die Gewerkschaft eine Vermögensteuer.
Porsche vor Schloss: Privatbesitz der Deutschen wächst immer schneller

Porsche vor Schloss: Privatbesitz der Deutschen wächst immer schneller

Foto: Corbis

Hamburg - Das Privatvermögen in Deutschland hat erstmals die Zehn-Billionen-Euro-Marke überschritten. Das sind zehnmal 1000 Milliarden Euro. Die Berechnungen hat die Gewerkschaft Ver.di auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts und der Bundesbank angestellt.

Demnach wächst der private Besitz immer schneller: Im Jahr 2013 stieg er um 328 Milliarden Euro, das entspricht 10.402 Euro pro Sekunde - rund 1000 Euro pro Sekunde mehr als im Jahr 2012. Das Vermögen setzt sich aus Produktionsanlagen, Immobilien, Bauland und Geldvermögen inklusive Wertpapieren sowie Beteiligungen zusammen.

Der Staatsverschuldung von derzeit mehr als zwei Billionen Euro steht damit nicht nur ein immens höheres Nettovermögen gegenüber - es wächst auch 60-mal so schnell wie die Staatsverschuldung. Über ein Drittel des Reichtums liege allerdings in der Hand von nur einem Prozent der Deutschen, kritisiert die Gewerkschaft.

Zu ähnlichen Ergebnissen kam auch das Wirtschaftsforschungsinstitut DIW. Es stellte fest, dass die Vermögen in keinem Euro-Land so ungleich verteilt seien wie hierzulande. Allerdings weist das DIW eine deutliche geringere Gesamtsumme beim Vermögen aus, nämlich 6,3 Billionen Euro. Die Forscher beziehen sich auf unterschiedliche Datengrundlagen. Etwa wegen fehlender Angaben von Milliardären können die Ergebnisse derartiger Vermögensschätzungen stark voneinander abweichen.

Wegen der extrem ungleichen Verteilung des Besitzes in Deutschland fordert Ver.di eine Vermögensteuer von einem Prozent für besonders Wohlhabende. "Geld ist genug da", sagt Leni Breymaier, Ver.di-Landesbezirksleiterin von Baden-Württemberg. "Ich habe kein Verständnis dafür, dass Superreiche weiter verschont werden, während gleichzeitig notwendige öffentliche Aufgaben nicht erfüllt werden können."

ade