Verhandlungen mit E.on Vattenfall will Anteile an Pannenmeilern abgeben

Mit dem Betrieb der Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel ist Vattenfall massiv in die Kritik geraten, beide Meiler gelten als störanfällig. Jetzt zieht der Energiekonzern die Konsequenz: Er gibt die Führung der beiden AKW an E.on ab - und dürfte auch Anteile an den Wettbewerber verkaufen.

Kraftwerk Krümmel: Umstrukturierung bei Vattenfall
REUTERS

Kraftwerk Krümmel: Umstrukturierung bei Vattenfall


Hamburg - Der Energiekonzern Vattenfall Chart zeigen steht vor einer Umstrukturierung: Das Unternehmen will die Führung für seine zwei deutschen Atomkraftwerke an E.on abgeben. Dabei geht es um die Pannenmeiler Krümmel und Brunsbüttel. Im Zuge des Führungswechsels dürften auch Anteile an den Kraftwerken an E.on Chart zeigen verkauft werden. Das bestätigten Personen aus beiden Konzernen SPIEGEL ONLINE. Zuvor hatte die "Welt" über den Vorgang berichtet.

Die Konzerne veröffentlichten am Mittag eine gemeinsame Pressemitteilung, in der sie eine Intensivierung der Zusammenarbeit ankündigen. Dabei geht es vor allem darum, im Verbund ein Konzept zu entwickeln, wie man die neuen Sicherheitsauflagen erfüllen kann, die für die Kraftwerke durch das von der Bundesregierung verabschiedete Energiekonzept gelten.

Die Verhandlungen zwischen E.on und Vattenfall befinden sich noch im Anfangsstadium. Wie die Beteiligungsstruktur künftig genau aussieht, wird in der Pressemitteilung nicht thematisiert. E.on hält bereits Anteile an den beiden Kraftwerken: 50 Prozent an Krümmel und 33,3 Prozent an Brunsbüttel.

Die Verhandlungen sollen vor dem Wiederanfahren des Kraftwerks Krümmel konkret werden. Der Reaktor musste wegen eines Transformatorenbrands im Juni 2007 abgeschaltet worden. Im Juni 2009 ging er wieder ans Netz, musste aber wegen neuer Zwischenfälle im Juli 2009 erneut abgeschaltet werden. Sein Wiederanfahren verzögerte sich zuletzt immer wieder. Auch die aktuelle Zielvorgabe, den Reaktor Mitte Januar wieder in Betrieb zu nehmen, scheint kaum noch realistisch. Wenige Wochen vor dem geplanten Wiederanfahren des seit Jahren abgeschalteten Meilers lehnte die Reaktoraufsicht in Kiel die von Vattenfall geplante Neubesetzung des Chefpostens mit Ulrike Welte ab.

Brunsbüttel war im Juli 2007 abgeschaltet worden. Grund waren fehlerhafte Dübel und Verankerungen. Mitte Dezember wurden erneut drei kaputte Schwerlastdübel an einer Rohrleitung entdeckt. Vattenfall erklärte, man habe ohnehin vorgehabt, den betroffenen Bereich zu sanieren.

Der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende sieht in den Plänen eine Bestätigung dafür, dass Atomkraft in Deutschland keine Zukunft hat. "Diese Nachricht heißt nichts anderes, als dass Vattenfall sich in Deutschland von der Atomkraft verabschiedet", sagt Hubertus Heil. "Die Laufzeitverlängerung ist bereits jetzt gescheitert: ökonomisch und politisch."

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darkangel_ger 15.12.2010
1. kein titel
Zitat von sysopMit dem Betrieb der Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel ist Vattenfall massiv in die Kritik geraten, beide Meiler gelten als störanfällig. Jetzt zieht der Energiekonzern die Konsequenz: Anteile an beiden AKW sollen an den Wettbewerber E.on abgegeben werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,734792,00.html
Die gelten nur für unwissende Medien und oberflächliche Journalisten für störanfällig ! Aber okay, wenn man die defekte Klospülung mit einbeziehen möchte... Im internationalen Vergleich stehen die deutschen Kernkraftwerke in der "Pannenstatistik" eher sehr gut da. Aber die will man hier lieber abschalten. Aber das interessiert ja niemanden. Ausser es geht um die Pannenstatistik des Deutschen Auto !
Monark, 15.12.2010
2. Lol
Zitat von sysopMit dem Betrieb der Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel ist Vattenfall massiv in die Kritik geraten, beide Meiler gelten als störanfällig. Jetzt zieht der Energiekonzern die Konsequenz: Anteile an beiden AKW sollen an den Wettbewerber E.on abgegeben werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,734792,00.html
Was für eine Konsequenz! Sollen sich andere drum kümmern ...
Mr Bounz 15.12.2010
3. Abschalten
Und was soll das bringen? Die Störanfälligen Alt-Reaktoren gehören abgeschaltet. Alte Schrott Technik wird nicht besser nur weil ein anderen Firmenname an der Fassade hängt! ... aber vielleicht hat Eon besser Beziehungen und die Störfälle werden noch besser vertuscht.
Originalaufnahme 15.12.2010
4. --
Zitat von Mr BounzUnd was soll das bringen? Die Störanfälligen Alt-Reaktoren gehören abgeschaltet. Alte Schrott Technik wird nicht besser nur weil ein anderen Firmenname an der Fassade hängt! ... aber vielleicht hat Eon besser Beziehungen und die Störfälle werden noch besser vertuscht.
Letzteres weiss man nicht genau. Aber angesichts so manch verantwortungsloser Entscheidung der letzten Zeit, leider sehr gut moeglich.
Tom Com 15.12.2010
5. Ist ja nicht zu fassen...
Zitat von darkangel_gerDie gelten nur für unwissende Medien und oberflächliche Journalisten für störanfällig ! Aber okay, wenn man die defekte Klospülung mit einbeziehen möchte... Im internationalen Vergleich stehen die deutschen Kernkraftwerke in der "Pannenstatistik" eher sehr gut da. Aber die will man hier lieber abschalten. Aber das interessiert ja niemanden. Ausser es geht um die Pannenstatistik des Deutschen Auto !
... beim Störfall in Krümmel 2009 ist der Rauch des brennenden Transformators in die Leitwarte des KKW gezogen, diese war kurz vor der Evakuierung. Dann hätte man den Reaktor nicht mehr herunterfahren können (so etwas dauert gut 24h) - das KKW wäre nicht mehr zu kontrollieren gewesen. Und das während eines Großbrands ! Der GAU war damals nicht weit ! Und Sie vergleichen das mit einer defekten Klospülung???
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