Institut der deutschen Wirtschaft Vermögen und Einkommen bleiben gleich ungleich

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft wird es mit der Verteilungsgerechtigkeit in Deutschland zwar nicht besser - aber dafür auch nicht schlechter. Andere Ökonomen sind da kritischer.
Passant mit Einkaufstaschen (Archiv)

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Foto: Roland Weihrauch/ picture-alliance/ dpa/dpaweb

Die Ungleichheit bei Einkommen und Vermögen in Deutschland hat in den vergangenen Jahren weder zu- noch abgenommen. Das geht aus einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervor. Seit dem Jahr 2005 schwanke die Ungleichheit in den verfügbaren Haushaltseinkommen auf einem nahezu unveränderten Niveau und sei nach aktueller Datenlage im Jahr 2017 auch nicht signifikant höher gewesen als im Jahr 2009. Auch die Verteilung des Nettovermögens sei stabil.

"Angesichts der gesellschaftlichen Herausforderungen der letzten Jahre ist dies als Erfolg zu werten", schreiben die IW-Forscher. Kritisch seien weiter die niedrigeren Einkommen in Ostdeutschland und von Menschen mit Migrationshintergrund.

Zur Verteilung der Einkommen und Vermögen in Deutschland gibt es allerdings seit Jahren unterschiedliche Ansichten. Als unstrittig gilt, dass die Ungleichheit bis zum Jahr 2005 stark zugenommen hatte. Über die Jahre danach sind sich die Ökonomen jedoch uneinig. So hatte etwa das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung in einer im Herbst 2019 vorgelegten Studie ermittelt, dass sich die Schere zwischen Wohlhabenden und unteren Einkommensgruppen in den vergangenen Jahren weiter geöffnet habe.

16 Prozent von relativer Einkommensarmut bedroht

Anders argumentiert das IW: Die Verteilung der Nettovermögen sei in Deutschland seit Mitte der Nullerjahre stabil. Im Schnitt besaßen die Deutschen demnach im Jahr 2017 rund 233.000 Euro. Der Haushalt, der in der Mitte der Vermögensverteilung stand, sei auf ein Nettovermögen von 70.800 Euro gekommen.

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Das allgemeine Ungleichheitsniveau wird mit dem sogenannten Gini-Koeffizienten gemessen. Dieser nimmt Werte zwischen 0 und 1 an - wobei 0 bedeutet, dass alle gleich viel besitzen; bei einem Wert von 1 besitzt eine einzelne Person alles. Seit dem Jahr 2005 ist die Ungleichheit der Einkommen laut dem IW relativ konstant bei vergleichsweise geringen 0,29 Punkten - und das, obwohl sich die Zuwanderung von Geflüchteten in den Daten widerspiegele.

Es gebe jedoch weiter Handlungsbedarf: 16 Prozent der Menschen seien von relativer Einkommensarmut bedroht, hätten also weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung: Auch dieser Wert habe sich in den vergangenen Jahren "kaum mehr verändert".

rai/dpa
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