Verschwendung in der Energiepolitik McKinsey kritisiert Merkels Alleingang

Nationale Interessen in der Energiepolitik kommen den Bürger teuer zu stehen: Laut einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey wird der Umstieg auf Erneuerbare Energien bis zu 35 Prozent teurer, wenn die EU-Mitgliedsländer auf Alleingänge setzen.

Nationale Alleingänge in der Energiepolitik kosten die Europäische Union einer Studie zufolge mehrere Billionen Euro. Dies habe die Analyse der Unternehmensberatung McKinsey ergeben, aus der das "Handelsblatt" zitiert. Danach sind die Energiekonzepte der Bundesregierung ineffizient. Durch den koordinierten Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie der Stromnetze in Europa ließen sich die Kosten drastisch reduzieren.

Der radikale Umstieg auf erneuerbare Energien wird die EU-Staaten laut der Studie in den Jahren von 2020 bis 2050 mindestens 6,6 Billionen Euro kosten. Pro Jahr müssten im Schnitt 70 bis 80 Milliarden Euro in die Stromversorgung investiert werden, damit die EU ihr Ziel erreichen kann, den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 um 80 Prozent zu senken - im Vergleich zum Basisjahr 1990.

Selbst diese Beträge seien aber nur einzuhalten, wenn die EU den optimalen Weg einschlägt, also koordiniert, vorgeht. Sollten die Mitgliedstaaten wie bisher nur ihre nationalen Interessen verfolgen, würden die Kosten um noch einmal 30 bis 35 Prozent höher liegen. "Durch nationale Alleingänge werden riesige Summen verschleudert", sagt McKinsey-Berater Thomas Vahlenkamp. Im optimalen Szenario wird grüner Strom dort produziert, wo die Sonne am meisten scheint, in Südeuropa, oder sich die Windräder am besten drehen, in Küstenregionen.

cte/dpa-AFX
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