Thomas-Cook-Insolvenz Versicherung zahlt bis Juni alle Kunden aus

Wer vor der Thomas-Cook-Pleite eine Pauschalreise gebucht hat, bekommt zumindest einen Teil seiner Anzahlung zurück. Eine Entscheidung über die restliche Entschädigung steht noch aus.
Thomas-Cook-Logo am Flughafen

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Stefanos Rapanis/ REUTERS

Die rund 220.000 betroffenen Pauschalreise-Kunden des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook erhalten bis spätestens Juni vom Versicherer Zurich einen Teil ihrer Anzahlung zurück. Das teilte das Unternehmen auf Anfrage der "Welt" mit .

Da die Schadenssumme die Haftungshöchstgrenze übersteigt, bekommen die Kunden zunächst nur einen Bruchteil ihres Geldes. "Wir haben bisher rund die Hälfte aller Kunden mit einer Quote von 17,5 Prozent entschädigt", sagte Zurich-Deutschlandchef Carsten Schildknecht dem "Handelsblatt". Bei den restlichen Kunden wolle der Versicherer ebenso verfahren.

Der britische Reiseveranstalter Thomas Cook war im vergangenen September in die Insolvenz gerutscht und hatte auch ihre deutschen Töchter in den Abwärtsstrudel gezogen. Thomas Cook war jedoch nur bis 110 Millionen Euro versichert - was nicht ausreicht, um alle Schäden zu decken.

In Deutschland gilt trotz Warnungen von Verbraucherschützern bislang eine Haftungsobergrenze von 110 Millionen Euro pro Jahr und Versicherung. Die Bundesregierung hatte im Dezember versprochen, den Reisenden ihren Schaden komplett zu ersetzen und kalkuliert dafür ein, bis zu 263 Millionen Euro Steuergelder aufzuwenden.

Derzeit streitet der Versicherer mit der Regierung noch über die Haftung bei der Insolvenz des Reiseveranstalters. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte im Dezember dem Versicherer mit einer Klage droht, falls das Unternehmen die Kosten von rund 60 Millionen Euro für die Rückholung der Urlauber von der Haftungsobergrenze von 110 Millionen Euro abziehe. Das Ministerium fordert, dass Zurich die Kosten noch zusätzlich stemmt. Der Versicherer lehnt das ab.

ssu
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