Steuerbefreiung soll fallen Volkshochschulen warnen vor steigenden Kursgebühren

Eigentlich will die Große Koalition Weiterbildung und lebenslanges Lernen fördern - doch ein geplantes neues Gesetz würde ausgerechnet die Volkshochschulen belasten.

VHS in Dresden
Robert Michael/ DPA

VHS in Dresden


Sie sind eine deutsche Institution: die etwa 900 Volkshochschulen. In vielen Städten bieten sie Computerkurse für Senioren oder Fortbildungsangebote für ehrenamtliche Helfer an. Viele VHS-Kurse könnten allerdings bald deutlich teurer werden, warnt die Dachorganisation, der Deutsche Volkshochschul-Verband.

Grund ist ein Gesetzentwurf des Finanzministeriums, der die Umsatzsteuerbefreiung für Bildungsangebote neu regelt, wie die Zeitungen des "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichten. Die bisherige weitgehende Befreiung von Weiterbildungsangeboten soll demnach für zahlreiche Kurse wegfallen. Dadurch könnte es zu "zusätzlichen Steuerbelastungen für die Teilnehmenden auf breiter Linie" kommen, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben des VHS-Dachverbands mit anderen Weiterbildungsanbietern.

Der Entwurf, den das Bundeskabinett am 31. Juli billigte, sieht zunächst vor allem eine längere Förderung von Elektroautos vor - aber auch neue Regeln für Bildungsangebote. Die Steuerbefreiung soll demnach nur noch für Angebote gelten, mit denen Bildungsabschlüsse nachgeholt werden können oder die direkt dem beruflichen Fortkommen dienen. Begründet werden die Pläne mit einer Anpassung an europäisches Recht.

Die Weiterbildungsanbieter fürchten Nachteile vor allem für "bildungsbenachteiligte und einkommensschwache Gruppen", die besonders angewiesen seien auf Kurse wie die der VHS.

beb/dpa

Mehr zum Thema


insgesamt 40 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jerkrussel 08.09.2019
1. Was soll man dazu sagen?
Es ist eine Schande!! Und es passt zur Entwicklung in unserem Land. Und das mit einer Regierung unter Beteiligung der SPD!!
slvbhoes 08.09.2019
2. Differenzieren!
Die Angebote der VHS sind nicht alle notwendig als Weiterbildung einzustufen, sondern bewegen sich oft in Konkurrenz zu anderen Anbietern, zum Beispiel bei sportlicher Betätigung oder beim Angebot gehobener Kochkurse oder auch Bierbrauen. Hier steht wohl eher die Freizeitgestaltung als der Bildungswille im Vordergrund. S. Beckmann
kimbali24 08.09.2019
3. Gebühren hoch Gehalt runter
Bildung ja, aber jeder soll selber zahlen. und im Weiterbildungsektor gibt es nur Mindestenslohn für Dozenten. dafür werden die Wagner Festspiele in Bayreuth mit Steuergeldern vollgepumpt, wo Otto Normalbürger keine Karten bekommt. ich sage dazu: Es läuft super in Deutschland!
Marion Müller 08.09.2019
4.
Ich hab dank VHS-Computerkurs (damals war ich noch wegen Chemo-Therapie krank geschrieben) eine neue Stelle innerhalb meiner Firma bekommen. Den Kurs konnte ich dann auch steuerlich absetzen. Was gut ist. Aber wer braucht bitte "Chi Quong" oder "Lesevormittag mit Max Maus" oder "vegan kochen" ??? das ist alles Freizeitvergnügen....und das noch steuerlich vergünstigt ?
rh15 08.09.2019
5.
Siehe für weitere Details auch hier: https://www.bildungsspiegel.de/news/weiterbildung-bildungspolitik/3609-wird-nicht-berufliche-weiterbildung-steuerpflichtig
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.