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26. November 2013, 10:01 Uhr

Datenreport 2013

Arme Deutsche sterben früher

Das deutsche Jobwunder geht an vielen Menschen vorbei. Laut dem neuen Datenreport sind mehr Menschen von Armut bedroht als 2007. Das habe gravierende Folgen, sagen die Statistiker. So sei die Lebenserwartung von Geringverdienern deutlich niedriger.

Hamburg/Berlin - Insgesamt 432 Seiten umfasst das Werk, das die Autoren als "Sozialatlas über die Lebensverhältnisse in Deutschland" beschreiben. Der Datenreport 2013 wurde am Dienstag in Berlin vorgestellt. Ein wesentliches Ergebnis: In Deutschland gibt es so viele Erwerbstätige wie nie, aber auch immer mehr Verlierer des Aufschwungs. So seien trotz des Jobbooms mehr Menschen von Armut bedroht und mehr Menschen dauerhaft arm.

Mit 41,5 Millionen Erwerbstätigen hatten 2012 so viele Bürger Arbeit wie noch nie. Das Arbeitsvolumen war aber dem Report zufolge niedriger als vor 20 Jahren. Die Zahl der Stunden, die Erwerbstätige im Durchschnitt arbeiten, habe in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich abgenommen. Ein Grund sei, dass immer mehr Menschen Teilzeitjobs haben.

Als arm galt 2011, wer weniger als 980 Euro im Monat zur Verfügung hatte. Der Anteil der armutsgefährdeten Personen stieg seit 2007 von 15,2 auf 16,1 Prozent. Besonders bei den 55- bis 64-Jährigen habe sich das Armutsrisiko verschärft. So stieg in dieser Altersgruppe der Anteil um fast drei Prozentpunkte auf 20,5 Prozent an. Zugleich habe die dauerhafte Armut zugenommen. Von den gefährdeten Personen seien 40 Prozent bereits in den vergangenen fünf Jahren arm gewesen. Zur Jahrtausendwende lag dieser Anteil noch bei 27 Prozent.

Elf Jahre Unterschied bei der Lebenserwartung

Die Sozialforscher beschreiben auch, welche Folgen Armut für den Gesundheitszustand hat. So hätten arme Männer und Frauen ein 2,7- beziehungsweise ein 2,4-fach erhöhtes Sterberisiko. Die mittlere Lebenserwartung von Männern der unteren Einkommensgruppe liege fast elf Jahre unter jener von Top-Verdienern. Bei Frauen betrage die Differenz rund acht Jahre.

"Überspitzt könnte man die Befunde treffend so charakterisieren: Arme sterben früher", sagte Roland Habich vom Wissenschaftszentrum Berlin (WZB).

Herausgegeben hat den Datenreport das WZB gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Sozio-oekonomischen Panel am DIW. Die wichtigsten Ergebnisse finden Sie in unserer Grafikstrecke.

cte

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