Kritik an Haushaltspolitik USA drängen Deutschland zu mehr Investitionen

Deutschland soll mehr investieren und weniger sparen, sonst drohe "ein verlorenes Jahrzehnt": Vor dem G20-Gipfel in Brisbane hat US-Finanzminister Jack Lew deutliche Wort an die Bundesregierung gerichtet.

US-Finanzminister Jack Lew: Deutschland soll seine Haushaltspolitik ändern
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US-Finanzminister Jack Lew: Deutschland soll seine Haushaltspolitik ändern


Seattle - US-Finanzminister Jack Lew hat Deutschland mit ungewöhnlich klaren Worten dazu aufgefordert, die Haushaltspolitik zu lockern. Angesichts der sich eintrübenden Wirtschaftslage in Europa sei es entscheidend, dass Länder mit hohen Überschüssen und finanziellen Spielräumen aktiv würden, sagte Lew beim außenpolitischen Forum "World Affairs Council" in Seattle, einem Treffen in Vorbereitung auf den G20-Gipfel in Brisbane. Dabei sprach er explizit Deutschland an und, wie das "Wall Street Journal" schreibt, "nur um nett zu sein" auch die Niederlande.

"Die globale Wirtschaft darf nicht allein darauf vertrauen, dass es den USA gelingt, schnell genug zu wachsen, um das schwache Wachstum in anderen Weltmärkten auszugleichen", so Lew. Sollten Deutschland und die Niederlande an ihrer strikten Haushaltspolitik festhalten, drohe ein "verlorenes Jahrzehnt" mit geringem Wirtschaftswachstum.

Lew ist nicht der erste, der sich in die deutsche Haushaltspolitik einmischt: Erst vor wenigen Wochen hatte Frankreich für Furore gesorgt mit der Forderung, Deutschland solle seine Investitionen im gleichen Maße erhöhen, wie Frankreich Geld einspare.

Von Frankreich und Italien forderte der US-Finanzminister, dass sie ihre Reformanstrengungen erhöhen. Dazu sollten sie aber mehr Zeit beim Abbau ihrer Haushaltsdefizite erhalten.

vet/Reuters

insgesamt 71 Beiträge
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spon-facebook-10000061989 13.11.2014
1.
Warum wird so etwas um 1:26 gepostet? Darfs keiner lesen?!
doggerbank 13.11.2014
2. Immer schön aptropfen lassen, diese Marktschreier...
Wir brauchen keine 5% Wirtschaftswachstum, wie die US and A, um über die Runden zu kommen, mir und den Meisten in D würde auch Stillstand auf hohem Niveau wie jetzt reichen. Wir sollten uns langsam mal aus der Lakaienrolle rausschälen und selber definieren, was wir wollen.
tanenui76 13.11.2014
3. Die USA ...
soll sich lieber aus der Innenpolitik eiones anderes Landes raushalten. Geht sie garnichts an, was wir mit unserem Geld machen. Die sollen lieber Ihren eigen Haushalt ausbesseren und nicht ueber Ihre Massen leben.
bstark 13.11.2014
4.
Ist das jetzt so Usus sich in die Haushaltspolitik anderer Länder einzumischen? Weder Holland noch Deutschland sind US-Bundesstaaten, noch sind sie Kolonien denen man sagt, was sie zu tun haben.
schwaebischehausfrau 13.11.2014
5. Der wahre Grund...
Daran, dass ein paar Milliarden mehr Ausgaben in Deutschland oder Holland die Weltwirtschaft retten, glaubt der US-Finanzminister wohl selbst nicht. Aber es ist wahrscheinlich unerträglich für Länder, die ihre riessigen strukturellen Problemen mit Billionen an Staatsschulden zu übertünchen versuchen, dass es irgendwo auf der Welt 1 oder 2 Länder gibt, die ausscheren und sich tatsächlich erdreisten wollen, zumindestens weniger Schulden zu machen - und im worst case sogar noch erfolgreich damit sind. Dies ist wahrscheinlich die größte Panik, die US-Amerikaner und Franzosen und die Draghi's dieser Welt haben: Dass sie selbst innenpolitisch unter Druck kommen, wenn es auf einmal Länder gibt, die sich der Schulden-Doktrin widersetzen und diese Politik damit automatisch infragestellen.
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