Dieselskandal Finanzaufsicht prüft neuen Vorwurf gegen Volkswagen

VW und seinem Ex-Chef Martin Winterkorn droht nach SPIEGEL-Informationen neuer Ärger mit der BaFin. Die Finanzaufsicht untersucht, ob Volkswagen im Zuge der Dieselaffäre Insiderwissen unbefugt weitergegeben hat.
VW-Autos in Wolfsburg

VW-Autos in Wolfsburg

Foto: Michael Sohn/ AP

Die Dieselaffäre bei VW hat womöglich ein weiteres Nachspiel. Die Finanzaufsicht BaFin prüft neue Vorwürfe zur Weitergabe von Insiderinformationen.

Hintergrund sind die Ereignisse bei VW am 20. und 21. September 2015 . Bei einer Krisensitzung am Sonntag, den 20. September, sollen VW-Techniker erklärt haben, nicht nur in den USA sei Schummelsoftware eingesetzt worden, sondern auch in anderen Teilen der Welt, betroffen seien mehrere Millionen Autos. US-Behörden hatten wenige Tage zuvor über 482.000 betroffene Fahrzeuge berichtet. Ein weiteres Ergebnis der Sitzung war: Man müsse die Bundesregierung informieren, ehe man mit den heiklen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit gehe. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Am Tag darauf versuchte Winterkorn, Kontakt zu Bundeskanzlerin Angela Merkel aufzunehmen, erreichte sie jedoch nicht. So informierte Winterkorn den Chef des Kraftfahrt-Bundesamtes, Ekhard Zinke, und Verkehrsminister Alexander Dobrindt darüber. Erst am 22. September, einem Dienstag, veröffentlichte der Konzern eine Ad-hoc-Meldung und erklärte, weltweit seien elf Millionen Fahrzeuge von der Abgasmanipulation betroffen.

"Wir sehen uns diesen Vorgang mit Blick auf eine möglicherweise unbefugte Weitergabe von Insiderinformationen an", bestätigte eine BaFin-Sprecherin. Die Finanzaufsicht geht bereits seit 2015 dem Verdacht auf Insiderhandel nach.

Wegen Marktmanipulation ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig. Die Weitergabe von Insiderinformationen kann unter gewissen Voraussetzungen ebenfalls eine Straftat sein und wie der Insiderhandel selbst mit bis zu fünf Jahren Haft geahndet werden. VW erklärt, man habe die "kapitalmarktrechtliche Publizitätspflicht ordnungsgemäß erfüllt".

fdo/sh/mhs
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