Währung Deutscher Handelsverband fordert digitalen Euro

Die Dominanz der großen Kreditkartenanbieter und Facebooks Pläne für eine Kryptowährung: Der Handel sorgt sich, von diesen Firmen abhängig zu werden.
Schaufenster in Hamburg: "Globale Kreditkartenunternehmen nutzen ihre starke Position seit Jahren aus"

Schaufenster in Hamburg: "Globale Kreditkartenunternehmen nutzen ihre starke Position seit Jahren aus"

Foto: Christian Charisius / DPA

Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat die Einführung eines digitalen Euro gefordert. Mit Blick auf das für Anfang Dezember geplante EU-Finanzministertreffen richtete der Verband nach eigenen Angaben  ein entsprechendes Schreiben an Finanzminister Olaf Scholz (SPD).

"Globale Kreditkartenunternehmen nutzen ihre starke Position seit Jahren aus und haben bereits eine Marktdominanz erreicht, die der Handel nicht ignorieren kann", schrieb HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Genth verweist einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung"  zufolge unter anderem auf die Dominanz von Master Card und Visa, aber auch auf Bemühungen um Kryptowährungen, etwa durch Libra von Facebook. Bei diesen Initiativen großer Unternehmen gehe es "neben dem Erzielen von Erträgen insbesondere um die Datengewinnung". Der Handel gerate daher zunehmend in Gefahr, den direkten Kontakt zum Kunden zu verlieren.

Dem Bericht zufolge hat der Handelsverband keine Präferenz, wie der digitale Euro umgesetzt werden soll. Wichtig sei, dass die Gestaltungshoheit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) liege, sagte Genth. Neben einer Blockchain-basierten Handhabung könnten auch Zentralbankkonten für Bürger in Betracht kommen.

jki/AFP