Währungskrieg China und Südkorea schmieden Allianz gegen den Dollar

Die beiden Exportnationen China und Südkorea zetteln eine Revolte gegen die Vorherrschaft des Dollar an. Künftig wollen die beiden Wirtschaftsmächte ihren bilateralen Handel verstärkt in den eigenen Landeswährungen abwickeln. Andere Staaten sollen dem Beispiel folgen.
Geldbündel in der Bank of China: Der Yuan steht weltweit nur auf Platz 16

Geldbündel in der Bank of China: Der Yuan steht weltweit nur auf Platz 16

Foto: STRINGER SHANGHAI/ REUTERS

Seoul - China und Südkorea schmieden eine Allianz gegen den Dollar. Für den bilateralen Handel wollen sie künftig verstärkt auf ihre Währungen Yuan und Won zurückgreifen. Dazu soll ein bereits beschlossener Währungstausch im Volumen von umgerechnet rund 45 Milliarden Euro genutzt werden, teilten Finanzministerium und Zentralbank am Dienstag in Seoul mit.

Das Geld soll noch in diesem Monat an die Banken fließen. Diese wiederum stellen es Handelsfirmen zur Verfügung, damit die Unternehmen ihre Rechnungen in den beiden Währungen begleichen können. "Lokale Währungen werden seit dem Ende der weltweiten Finanzkrise 2008 und 2009 verstärkt für die Abrechnung von Handelsgeschäften genutzt", sagte Euon Ho-sung von der Bank of Korea. "Wir beabsichtigen, ähnliche Vereinbarungen mit anderen Ländern zu treffen."

Der Vereinbarung gingen zweijährige Verhandlungen voraus. Mit den Bemühungen Südkoreas, die starken Wechselkursschwankungen des Won einzudämmen, habe dies nichts zu tun, hieß es. Im Sommer hatte China bereits ein ähnliches Abkommen mit Japan geschlossen.

Südkorea ist dank Weltkonzernen wie Samsung   oder Hyundai Motor   inzwischen der siebtgrößte Exporteur der Welt. Wichtigster Markt ist dabei China. Etwa ein Viertel der südkoreanischen Ausfuhren gehen in die Volksrepublik. Dennoch werden im bilateralen Handel bisher nur etwa drei Prozent der Rechnungen in Yuan oder Won beglichen. Der größte Teil wird in Dollar abgerechnet, der wichtigsten Währung der Welt. Auf Platz zwei folgt der Euro  .

In der Statistik der am meisten genutzten Währungen kommt der chinesische Yuan nur auf Platz 16, obwohl die Volksrepublik Exportweltmeister und die zweitgrößte Wirtschaftsmacht nach den USA ist. Ein Grund dafür ist, dass der Yuan nicht völlig frei gehandelt werden kann. Die Regierung in Peking lässt ihre Währung nur in einer engen Bandbreite um den Dollar schwanken. Allerdings will sie den Yuan - der auch als Renminbi bekannt ist - schrittweise zu einer voll konvertierbaren Währung umbauen.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden im Handel Rechnungen von umgerechnet etwa 246 Milliarden Euro in Yuan beglichen, wie aus Daten der Zentralbank hervorgeht. Das entspricht etwa 11,4 Prozent des gesamten Volumens - mit steigender Tendenz. China öffnet auch schrittweise seinen Aktien- und Anleihenmarkt für Yuan-Besitzer in Übersee.

stk/Reuters
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