Währungsstreit Europa verlangt von China Aufwertung des Yuan

Peking gerät wegen des niedrigen Yuan immer stärker unter Druck: Die USA haben bereits Strafzölle auf den Weg gebracht - nun fordern auch die Euro-Länder lautstark die Aufwertung der chinesischen Währung.

Yuan-Banknoten: Warnungen vor einem Währungskrieg
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Yuan-Banknoten: Warnungen vor einem Währungskrieg


Brüssel - Es geht um handfeste Handelsinteressen: Die Euro-Länder haben China zum Abschluss des EU-Asien-Gipfels in Brüssel nachdrücklich zu einer deutlichen Aufwertung des Yuan aufgerufen. Damit erhöht nach den USA auch Europa im Währungsstreit den Druck auf China. Bislang erfolglos - die Regierung in Peking ist trotz massiver Drohungen vor allem aus den Washington nicht zum Einlenken bereit. Das US-Repräsentantenhaus hatte vergangene Woche den Weg für Strafzölle freigemacht.

Der Vorsitzende der Euro-Länder, der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker, rief den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao zum Einlenken auf. "Chinas Wechselkurs bleibt unterbewertet", rügte Juncker. Auch Kanzlerin Angela Merkel sagte, die Wechselkurse der Währungen müssten "möglichst realistische Werte haben".

Die Kanzlerin unterstützt auch Forderungen des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Dieser will während seiner am 12. November beginnenden G20-Präsidentschaft den Grundstein für eine "neue Währungsordnung" legen. Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, hatte am Wochenende bereits vor einem "Währungskrieg" gewarnt.

Seit Jahren schon schwelt der Streit, erst im Juni versprach China eine Flexibilisierung des Wechselkurses - passiert ist seitdem kaum etwas. Um gerade einmal etwa zwei Prozent legte der Yuan gegenüber dem Dollar zu. Für alle Beteiligten geht es um viel: Ein schwacher Yuan bewirkt, dass chinesische Güter in Europa wie in den USA billiger sind - eine Aufwertung würde demzufolge Chinas Export spürbar schwächen. Der Währungsstreit dürfte daher auch den EU-China-Gipfel am Mittwoch in Brüssel überschatten.

fdi/AFP



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