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12. Februar 2019, 15:34 Uhr

Warnstreik

Angestellte legen Kliniken, Unis und Behörden lahm

Ver.di und Beamtenbund steigern den Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber: In ganz Deutschland haben Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt - und das ist erst der Beginn einer Reihe von Warnstreiks.

Deutschlandweit haben zahlreiche Beschäftigte im Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst ihre Arbeit niedergelegt. Mitarbeiter etwa von Unikliniken, Straßenbau und Bauämtern sind im ganzen Land für bessere Bezahlung auf die Straßen gegangen.

Die Gewerkschaft Ver.di und der Deutsche Beamtenbund fordern für die Landesbeschäftigten sechs Prozent mehr Gehalt, monatlich jedoch mindestens 200 Euro mehr. Sie vertreten nach eigenen Angaben rund 2,3 Millionen Angestellte. Die Länder weisen die Forderungen als überzogen zurück.

Die Gewerkschaften hatten eine Ausweitung der Warnstreiks beschlossen, nachdem die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) auch in der zweiten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt hatte. Der TdL gehören alle Länder außer Hessen an.

In Nordrhein-Westfalen ruhte die Arbeit an Unikliniken, Hochschulen und Landesbehörden. In Bayern sind etwa 120 Beschäftigte im Straßenbau, in Flussmeisterstellen und Bauämtern in den Ausstand getreten.

In Hamburg haben circa 1000 Beschäftigte an einer Demonstration teilgenommen. Der Protestmarsch endete an der Alster, wo ein Teil von ihnen in die Alster sprangen. Das Motto: "Der öffentliche Dienst geht baden". Auch in Stuttgart und Leipzig haben mehrere hundert Beschäftigte an einem Protestmarsch durch die Innenstadt teilgenommen.

Für die restliche Woche sind weitere Warnstreiks geplant: In Berlin werden etwa Angestellte von kommunalen Kitas, Schulen, Horten, Landes- und Bezirksbehörden, in Hochschulen, bei der Feuerwehr und der Polizei die Arbeit niederlegen, ebenso wie in Würzburg, der Oberpfalz, Chemnitz, Dresden und München. Bereits am Montag haben Arbeitnehmer in Niedersachsen gestreikt.

Die dritte Verhandlungsrunde im Tarifstreit soll Ende Februar weitergehen.

anl/dpa/AFP

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