Coronakrise Kommunale Arbeitgeber fordern 12 Milliarden Euro von Bund und Ländern

Bund und Länder müssen nach Meinung der kommunalen Arbeitgeber den Städten und Gemeinden wegen der Coronakrise stärker unter die Arme greifen. Sonst müsse man "woanders streichen".
Streikender Arzt in Potsdam

Streikender Arzt in Potsdam

Foto: Fabian Sommer / dpa

Die kommunalen Arbeitgeber fordern mehr Hilfe vom Staat in der Coronakrise ein. "Wir Kommunen brauchen noch 12 Milliarden Euro von Bundesregierung und Bundesländern im nächsten Jahr, sonst müssen wir woanders streichen", sagte Ulrich Mädge, Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Wegen der Finanzsorgen durch die Coronakrise hätten die Kommunen Schwierigkeiten im Tarifstreit im öffentlichen Dienst. "Wir wollen ja mehr zahlen, aber wir haben Corona-bedingt massive finanzielle Einbußen, die wir dabei berücksichtigen müssen", sagte Mädge. Der Lüneburger Oberbürgermeister ist Verhandlungsführer der Kommunen in der Tarifrunde im öffentlichen Dienst. "Wir werden an der einen oder anderen Stelle die Löhne erhöhen - wir diskutieren derzeit, was in der Pflege möglich ist - aber nicht in der Höhe, die die Gewerkschaften jetzt aufrufen. Das ist völlig illusorisch."

Mädge kündigt an, es werde bald ein Angebot der Arbeitgeber geben. "Wir werden ein umfassendes Angebot vorlegen, so rechtzeitig, dass Ver.di am 22. und 23. Oktober mit uns darüber abschließend verhandeln kann." Ver.di fordert für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Am vergangenen Wochenende war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 22. und 23. Oktober angesetzt.

hej/dpa