Schlappe für Starinvestor Warren Buffett verliert Milliarden

Der berühmteste Finanzinvestor der Welt muss einen herben Rückschlag im vierten Quartal 2018 verschmerzen. Im Gesamtjahr hat seine Firma Berkshire Hathaway aber trotzdem einen Rekordgewinn erzielt.
Warren Buffett

Warren Buffett

Foto: Nati Harnik/ AP

So etwas hat US-Starinvestor Warren Buffett noch nicht erlebt. Seine Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway hat im vierten Quartal einen Verlust von 25,39 Milliarden Dollar gemacht.

Grund dafür seien hauptsächlich Kursrutsche bei den Investments gewesen, teilte das Unternehmen mit. Zudem habe man Abschreibungen über 3,02 Milliarden Dollar vornehmen müssen.

Diese betreffen Buffett zufolge fast ausschließlich die Beteiligung am Lebensmittelkonzern Kraft Heinz, der am Donnerstag ebenfalls etwa 15 Milliarden Dollar abgeschrieben hatte.

Der Lebensmittelhersteller musste den Wert seiner Marken Kraft und Oscar Meyer berichtigen. Dazu stellte sich heraus, dass auch Unternehmenssparten zu hoch bewertet gewesen waren. Mittlerweile untersucht die US-Börsenaufsicht SEC die Bilanzierungspraxis des Unternehmens.

Die Aktienkurse von Kraft Heinz stürzten um bis zu 25 Prozent ab. Berkshire Hathaway soll dadurch allein am Freitag mehr als vier Milliarden Dollar verloren haben. Buffetts persönliches Vermögen soll am selben Tag um 1,6 Milliarden Dollar geschrumpft sein .

Jahresgewinn trotzdem auf Rekordhoch

Insgesamt lief es 2018 für Buffetts Firma indes ziemlich gut. Berkshires operativer Gewinn stieg den Angaben zufolge auf 24,8 Milliarden Dollar . Laut Buffett war dies der höchste Erlös, den das Unternehmen je erzielt hat.

Buffetts Image als Starinvestor hat in den vergangenen Monaten dennoch Kratzer bekommen. Sein jüngster Megadeal, der Kauf des Luftfahrtzulieferers Precision, liegt fast drei Jahre zurück. Seither hat Buffet keine lohnenden Kaufoptionen mehr gefunden.

Die Auswirkungen lassen sich laut "Wall Street Journal" an den Cash-Reserven von Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway verfolgen: Sie belaufen sich inzwischen auf 103,6 Milliarden Dollar.

Warten auf die nächste Krise?

Zu früh sollte man Buffet allerdings auch nicht abschreiben. So gab es in der Vergangenheit immer wieder Phasen, in denen er sich mit großen Investitionen zurückhielt. Meist steckte ein Plan dahinter.

1969 zum Beispiel löste Buffet seine damalige Investmentgesellschaft auf, weil er sich angesichts enormer Kurssteigerungen sorgte, nicht genügend lohnende Anlageobjekte mehr finden zu können. Vor dem Platzen der Dotcom-Blase mied er Investitionen im Tech-Sektor.

Hält sich Buffett also womöglich auch diesmal zurück - um dann im Falle eines Abschwungs umso größer zuschlagen zu können? So lässt sich zumindest die Aussage von Henry Asher deuten, dem Präsidenten der Northstar Group, die zu Buffetts Berkshire-Konglomerat gehört.

"Wenn der Markt das nächste Mal 30 bis 40 Prozent einbricht", so Asher, werde Berkshire wieder "viele Deals zu machen haben."

ssu
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