Weibliche Vorstände E.on will mehr Frauen als Chefs

Der Druck auf die Männerdominanz in der Wirtschaft wächst: Nach der Telekom will jetzt auch E.on den Anteil weiblicher Führungskräfte im Konzern erhöhen. Eine gesetzliche Quote lehnt der Energiekonzern allerdings strikt ab.

Berlin - Vorstoß für Frauen von einer Frau: Beim Energiekonzern E.on sollen bald mehr Frauen Karriere machen können. "Der Anteil weiblicher Führungskräfte, der zurzeit bei zwölf Prozent liegt, soll steigen", sagte Regine Stachelhaus, neue Arbeitsdirektorin bei E.on. Nun soll es klare Ziele für den höheren Frauenanteil geben, die genauso gelten sollten, wie etwa Umsatzvorgaben, sagte die 55-Jährige dem "Handelsblatt".

Das Thema bekommt damit einen immer höheren Stellenwert in der deutschen Wirtschaft und Politik. Zuletzt hatte sich unter anderem Familienministerin Kristina Schröder (CDU) für eine gesetzliche Lösung stark gemacht. Bis 2015 müsse die Wirtschaft den Anteil weiblicher Führungskräfte auf 20 Prozent steigern, forderte die Ministerin.

Das ist ein ehrgeiziges Ziel. Denn derzeit sind in den Dax-Vorständen weniger als ein Prozent Frauen vertreten. In den Aufsichtsräten sind es rund zwölf Prozent - allerdings nur, weil die Arbeitnehmer überproportional viele Frauen ins Kontrollgremium entsenden.

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Frauenquote: Das planen die Dax-Konzerne

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Die Telekom hatte im März als erster Dax-Konzern angekündigt, dass der weltweite Anteil von Frauen in Führungspositionen bis Ende 2015 auf 30 Prozent steigen soll.

Stachelhaus jedoch hält nichts von einer staatlich verordneten Frauenquote - und ist damit auf einer Linie mit den meisten anderen Firmen. Genauso wichtig wie der Anteil weiblicher Führungskräfte sei ihr das Verhältnis junger und alter Manager oder die Internationalisierung. "Die Veränderungsgeschwindigkeit ist in der Wirtschaft heutzutage so hoch, dass nur heterogen besetzte Teams gute Ideen finden können. Wenn in einem Team alle gleich denken, wird es schwierig", sagt sie.

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