Weibliche Vorstände Familienministerin will Firmen mit Quotendrohung verführen

Schärfere Töne aus der Regierung: Familienministerin Schröder fordert, dass bis 2015 jedes fünfte Vorstandsmitglied in Unternehmen weiblich ist. Sollte dies nicht gelingen, droht das jüngste Kabinettsmitglied der Wirtschaft mit einer Frauenquote.
Kristina Schröder: Die Familienministerin hofft auf ein Damoklesschwert

Kristina Schröder: Die Familienministerin hofft auf ein Damoklesschwert

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Berlin - Noch ist es nur eine Drohung - aber immerhin: Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) hat erstmals eine verbindliche Zielmarke für Frauen an der Spitze der Unternehmen vorgegeben. Bis 2015 müsse die Wirtschaft den Anteil auf 20 Prozent steigern. "Das halte ich für machbar. Zwar nicht für jede Branche einzeln, aber im Schnitt", sagte sie dem Handelsblatt.

Die Ministerin drohte mit einer gesetzlichen Quote, wenn die Wirtschaft die Vorgabe nicht umsetzen werde. Sie selbst könne "nur so lange guten Gewissens auf eine Quote verzichten, solange ich in der Wirtschaft eine stetige Verbesserung sehe. Das ist aktuell so, aber wir brauchen eine ständige Veränderung in die richtige Richtung", sagte sie.

"Das Beste an einer 'angedrohten' Quote ist, dass sie wie ein Damoklesschwert ist und so offensichtlich Wirkung entfaltet." Um den Druck auf die Unternehmen zu erhöhen, will Schröder für alle Unternehmen eine Berichtspflicht über die Besetzung von Spitzenpositionen mit Frauen einführen.

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Frauenquote: Das planen die Dax-Konzerne

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Derzeit sind in den Dax-Vorständen weniger als ein Prozent Frauen vertreten. In den Aufsichtsräten sind es rund zwölf Prozent - allerdings nur, weil die Arbeitnehmer überproportional viele Frauen ins Kontrollgremium entsenden.

Die Telekom hatte im März als erster Dax-Konzern angekündigt, dass der weltweite Anteil von Frauen in Führungspositionen bis Ende 2015 auf 30 Prozent steigen soll. Auch andere Großkonzerne kündigten an, die Förderung von Frauen zu verstärken. Verbindliche Regeln wie der des ehemaligen Staatskonzerns lehnen die meisten Firmen aber ab.

böl