Steuerliche Änderungen Wirtschaftsverbände bangen um Weihnachtsfeiern

Bundesfinanzminister Schäuble will Betriebsfeste anders besteuern. Schon sorgen sich die großen Wirtschaftsverbände um ihre Weihnachtsfeiern - und protestieren.

Weihnachtsmann bei einer Veranstaltung 2012: Freigrenze rauf, Kosten addieren
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Weihnachtsmann bei einer Veranstaltung 2012: Freigrenze rauf, Kosten addieren


Berlin - Auf der betrieblichen Weihnachtsfeier lassen es Unternehmen und Mitarbeiter zum Jahresende oft noch mal krachen. Doch um dieses "Dankeschön" vom Arbeitgeber bangen derzeit die einflussreichen Wirtschaftsverbände.

Schuld daran sind die Pläne von Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zur Änderung des Steuerrechts, wie die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtet. An diesem Montag findet zu den Plänen eine Anhörung im Bundestagsfinanzausschuss statt.

Die Wirtschaft stört besonders die Passagen im geplanten "Gesetz zur Anpassung der Abgabenordnung an den Zollkodex der Union und zur Änderung weiterer steuerrechtlicher Vorschriften" zur Steuerfreiheit geldwerter Vorteile bei Betriebsveranstaltungen, also Weihnachtsfeiern oder Jahresessen. Schäuble will zwar die Freigrenze je Arbeitnehmer von 110 auf 150 Euro erhöhen. Doch gilt dies nur, wenn die Veranstaltung allen Mitarbeitern offensteht. Außerdem darf der Fiskus künftig alle Aufwendungen des Arbeitgebers für die Veranstaltung addieren. Einfließen werden also auch die Gage für Musikbands, Reisekosten zum Ort des Festes oder Geschenke für Mitarbeiter.

"Nicht administrierbarer Aufwand"

Die Regelung sei so nicht zu handhaben, monieren die Verbände BDI und DIHK, Arbeitgeber, Handel, Außenhandel, Handwerk sowie Banken- und Versicherungswirtschaft laut "FAZ" in einer Stellungnahme. Dahinter stehe ein "nicht administrierbarer Aufwand". Es sei nicht klar, welche Kosten unter die 150 Euro Freigrenze fallen sollten. Außerdem reiche der Betrag nicht aus; er müsse verdoppelt werden. Die Steuervergünstigung müsse auch gelten, wenn nur eine Abteilung feiern wolle.

Nach Einschätzung der Wirtschaft sind von den Plänen, da fast alle Betriebe zumindest eine Weihnachtsfeier machten, 2,5 bis 3 Millionen Unternehmen betroffen.

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