David Malpass warnt Weltbank-Chef sorgt sich um Zustand der Wirtschaft

Die fetten Jahre der Weltwirtschaft könnten vorbei sein - das sagt zumindest Weltbank-Präsident David Malpass. Grund seien unter anderem die verschiedenen Handelskonflikte mit den USA.

David Malpass
Christophe Ena/AP

David Malpass


Unter dem Eindruck der Handelskonflikte von US-Präsident Donald Trump hat die Weltbank große Sorge um den Zustand der Weltwirtschaft. Man gehe von einer deutlichen Verlangsamung des Wachstums aus, sagte der neue Präsident David Malpass in Washington. Die Institution nahm ihre Prognose für die Steigerung der weltweiten Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr laut Malpass auf 2,6 Prozent zurück. Zum Jahresbeginn war die Weltbank noch von einem globalen Wachstumsplus von 3,6 Prozent für 2019 ausgegangen. Im nächsten Jahr könnten es 2,7 Prozent sein.

Allerdings gebe es erhebliche Risiken, unter anderem durch die internationalen Handelskonflikte. "Nächstes Jahr gibt es eine fast 20-prozentige Chance, dass das weltweite Wachstum um einen ganzen Prozentpunkt niedriger endet, als wir vorausgesagt haben", sagte der Direktor der Weltbank-Prospects-Group, Ayhan Kose. "Die Weltwirtschaft ist an einer Wegscheide. Es ist eine gute Zeit für Politiker zu handeln, und zwar mit Dringlichkeit zu handeln."

Neben den Handelskonflikten ist das hohe Schuldenniveau ein anhaltendes Problem. Laut Malpass sind hohe Schulden ein Faktor dafür, dass viele Länder wirtschaftlich nicht zu Höchstform auflaufen können.

Malpass war Anfang April zum neuen Präsidenten der Weltbank ernannt worden und gilt als Vertrauter von US-Finanzminister Steven Mnuchin. Donald Trump hatte Malpass als Kandidaten nominiert. Als größter Anteilseigner dürfen die USA traditionell den Weltbankpräsidenten bestimmen, während die Europäer den Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellen. Der Weltbank gehören 189 Staaten an. Ihre selbst gesetzten Ziele sind, die extreme Armut in vielen Ländern der Welt zu bekämpfen und Wohlstand zu fördern.

hba/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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hwmueller 05.06.2019
1. Der Verweis auf den Wachstumsfetisch
kommt immer dann gebetsmühlenartig, wenn die globalisierte Verwurstungsmaschine ins Stottern gerät und die Profite bedroht. Weniger Wachstum bedeutet weniger Konsum. Weniger Konsum bedeutet weniger Umweltbelastung. Weniger Umweltbelastung bedeutet aber mehr Lebensqualität. Ein Minuswachstum bedeutet auch, das die Mieten stagnieren, das die Steuer z.B. für weniger Rüstung fließen. Ein Rückgang der Wirtschaftsleistung zwingt Volkswirtschaften zu mehr Rationalisierung, also weniger stupider Arbeit. Wenn der verbliebene Rest auch noch gerecht verteilt würde, ist die Meldung oben doch eher eine höchst erfreuliche.
iasi 05.06.2019
2. Blind vor lauter Wachstumsanbetung
"Es ist eine gute Zeit für Politiker zu handeln" - damit kann eben auch gemeint sein, dass es die richtige Zeit ist, um etwas gegen die Verwerfungen und Ungleichgewichte im Welthandel zu tun. Eben genau das, was Trump tut. Nicht umsonst prangeren Weltbank, IWF und andere Organisationen z.B. den hohe deutsche Exportüberschuss als gefährlich destabilisierend an.
luckysailor 05.06.2019
3. Verursacher???
Nicht die Handelskonflikte "mit den USA" sind der Grund für den Abschwung, sondern ein POTUS, der diese Konflikte erst brutal schürt, statt Meinungsverschiedenheiten auf diplomatischem Weg z.B. über die WTO klären zu lassen. Dieser "Pussydent" ist der Verursacher der Konflikte und das sollte der Weltbankpräsident auch so benennen.
karlsiegfried 05.06.2019
4. Völlig normal
Ich kann es nicht mehr hören. Wachstum, Wachstum, Wachstum anstelle von Stabilisierung und Erhalt des vorhandenen. In Deutschland gibt es nur eine Wachstumsbranche und das ist die Pflege-, Ärzte und Pharmaindustrie. Aber auch das Klima wird durch das Wachstum erheblich beeinträchtigt. Auch das sollte mal gesagt werden.
dirk.resuehr 05.06.2019
5. Kabarett der Argumente
Zunächst: Mehr Wachstum muß nicht mehr Umweltbelastung bedeuten, nur unter ceteris paribus Bedingungen, die außer Trump und Konsorten keiner will. Außerdem: Weniger Wachstum bedeutet keine steigenden Löhne, eher das Gegenteil. Und das bedeutet bestimmt nicht eine steigende Lebensqualität. Nicht alle Foristen haben VWL studiert, leider ist aber jeder Wirtschaftsteilnehmer der Meinung, er hätte Ahnung davon, sogar der rosa Riese.
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