Kurswechsel Neuer Weltbank-Chef will Griechenland helfen

Deutlicher Kurswechsel bei der Weltbank: Der neue Chef Jim Yong Kim will nicht nur Schwellen- und Entwicklungsländern helfen - auch Euro-Staaten wie Griechenland sollen künftig unterstützt werden.

Weltbank-Präsident Kim: "Entscheidende Stunde" für die weltweite Konjunktur
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Weltbank-Präsident Kim: "Entscheidende Stunde" für die weltweite Konjunktur


Washington - Er hat gerade erst sein Amt angetreten und kündigt schon eine spürbare Veränderung an: Jim Yong Kim, neuer Präsident der Weltbank, hat zu seinem Amtsantritt versprochen, dass es künftig auch für entwickelte, aber angeschlagene Länder wie Griechenland Unterstützung von der Weltbank geben wird.

Kim sagte, die Weltbank könnte Ländern mit strukturellen Problemen wie Griechenland mit technischer Hilfe beratend zur Seite stehen. Er sehe es als seine Hauptaufgabe, in dieser "entscheidenden Stunde" für die weltweite Konjunktur auch entwickelte Länder zu schützen.

Damit deutet Kim einen klaren Kurswechsel an: Bislang hat die Weltbank sich auf Schwellen- und Entwicklungsländer konzentriert. Kernaufgabe ist die Förderung ärmerer Staaten. Griechenland gilt zwar weder als Schwellen- noch als Entwicklungsland, leidet aber unter einer extrem hohen Verschuldung, Massenarbeitslosigkeit, Rezession und strukturellen Problemen.

Robert Zoellick, Vorgänger von Kim, hatte ein Engagement für Griechenland stets abgelehnt. Zoellick hatte fünf Jahre den Chefposten der Weltbank inne und Kim als Nachfolger vorgeschlagen. Kim wurde in Korea geboren, ist inzwischen aber amerikanischer Staatsbürger. Traditionell wird die Weltbank von einem Amerikaner geleitet, während der IWF stets eine europäische Spitze bekommt. Diese Absprache steht zunehmend in der Kritik. Da die asiatischen und südamerikanischen Schwellenländerin der Weltwirtschaft immer mehr an Bedeutung gewinnen, fordern sie auch einen größeren Einfluss in den internationalen Organisationen.

Die Weltbank ist wie der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Beide wurden bei der Währungskonferenz in Bretton Woods im Juli 1944 gegründet. Der Entwicklungsorganisation mit Sitz in Washington gehören heute 187 Staaten an.

Die Weltbank ist weltweit an Projekten zur Armuts- und Korruptionsbekämpfung beteiligt. Sie vergibt Mikrokredite, fördert Projekte zur Verbesserung der Schulbildung und der Krankenversorgung und leistet Hilfe beim Wiederaufbau nach Naturkatastrophen.

cab/Reuters/AFP



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tsitsinotis 02.07.2012
1. Das ist die beste Nachricht heute
Zitat von sysopAFPDeutlicher Kurswechsel bei der Weltbank: Der neue Chef Jim Yong Kim will nicht nur Schwellen- und Entwicklungsländern helfen - auch Euro-Staaten wie Griechenland sollen künftig unterstützt werden. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,842202,00.html
Wer seine Biographie liest, kann nur hoffen. Wer bekennt wie er, von Finanzen wenig Ahnung zu haben und so viel weltweit auf die Beine gestellt hat, hat begriffen, was es bedeutet: Global denken - lokal handeln. Glückauf! Und Dank an Barack.
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