Zweite Amtszeit Jim Yong Kim als Weltbankpräsident wiedergewählt

Die Weltbank soll die Armut in der Welt bekämpfen, doch Kritiker sagen, der Chef habe nicht einmal seine eigene Organisation im Griff. Trotzdem wurde Jim Yong Kim nun einstimmig im Amt bestätigt.

Jim Yong Kim Mitte September in New York
DPA

Jim Yong Kim Mitte September in New York


Der US-Amerikaner Jim Yong Kim wird weitere fünf Jahre an der Spitze der Weltbank stehen. Der 56-Jährige wurde am Dienstag vom Exekutivrat der Weltbank einstimmig gewählt, nachdem sich kein Gegenkandidat zur Präsidentenwahl gestellt hatte.

"Ich fühle mich geehrt, eine zweiten Amtszeit an der Spitze dieser großartigen Institution zu bekommen", sagte der in Südkorea geborene promovierte Mediziner.

Der seit 2012 amtierende Kim ist allerdings umstritten. Anfang August hatte die Mitarbeitervereinigung der Weltbank in einem offenen Brief massive Kritik an ihm geübt. In der internationalen Finanzorganisation herrsche eine "Führungskrise", welche die Weltbank auf längere Sicht irrelevant machen könnte, hieß es darin.

Die rund 15.000 Mitarbeiter zählende Organisation beklagte Intransparenz bei der Postenbesetzung, Führungsschwäche, interne Unzufriedenheit und ein Übergewicht der USA.

Der Weltbankchef kommt immer aus den USA

Einer informellen Regelung zufolge stellen die USA den Weltbankpräsidenten, während die Europäer den Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestimmen dürfen - derzeit die Französin Christine Lagarde.

Beide Organisationen wurden 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods gegründet und sollten ursprünglich den Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg voranbringen.

Heute ist die Kernaufgabe der Weltbankgruppe, die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern zu verbessern. Oft sind die Kredite der Weltbank langfristig und zinslos, die Vergabe ist allerdings an Bedingungen geknüpft.

Kim hatte sich bei seinem Amtsantritt 2012 nach eigenen Angaben zur Aufgabe gemacht, die extreme Armut in der Welt bis zum Jahr 2030 zu beenden. Außerdem solle das Einkommen der unteren 40 Prozent deutlich angehoben werden. "Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg, diese wichtigen Ziele zu erreichen", sagte Kim.

sun/dpa/AFP



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i.dietz 28.09.2016
1. Ältere Herren - getarnt als politische Nieten
sitzen zuhauf auf den Chefsesseln von international politisch agierenden und repräsentierenden Institutionen ! Meistens weiss kein Mensch, was die dort machen - aber nein: ab und zu werden gewichtige Reden im Fernsehn gezeigt ! Und sie sitzen und sie sitzen und sie sitzen ................
schlauchschelle 28.09.2016
2. Auf einem guten Weg,
diese Ziele zu erreichen? Oha, sehr ambitioniert. Ich sehe diese Ziele in sehr weiter ferne, solange es sich ein Bruchteil der Menschheit auf dem Rücken aller Anderen gemütlich macht. Aber Illusionen sind auch was Feines ;)
muellerthomas 28.09.2016
3.
Zitat von schlauchschellediese Ziele zu erreichen? Oha, sehr ambitioniert. Ich sehe diese Ziele in sehr weiter ferne, solange es sich ein Bruchteil der Menschheit auf dem Rücken aller Anderen gemütlich macht. Aber Illusionen sind auch was Feines ;)
Wieso? Seit 1990 hat sich die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen halbiert bei gleichzeitig deutlich gestiegener Weltbevölkerung. https://ourworldindata.org/world-poverty/ Und auch sonst haben sich in den letzten Jahrzehnten so ziemlich alle Kennziffern verbessert.
gossifu 28.09.2016
4. @mullerthomas
Bevor man sagt, es sei besser geworden, sollte man sich die Quelle der Daten ansehen: Data provider: World Bank
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