Beitritt zur WTO Afghanistan hofft auf den Welthandel

Einst war Afghanistan ein wichtiger Exporteur, doch der jahrelange Krieg hat die Wirtschaft des Landes schwer gezeichnet. Nun wird das Land Mitglied der Welthandelsorganisation. Die Regierung verspricht neue Jobs, vor allem für Frauen.

Afghane bei der Reinigung von Rosinen: Früchte als mögliches Exportgut
DPA

Afghane bei der Reinigung von Rosinen: Früchte als mögliches Exportgut


Afghanistan kann Mitglied der Welthandelshandelsorganisation (WTO) werden. Die Aufnahme des Landes wurde bei der Welthandelskonferenz in Nairobi gebilligt. Bis Ende Juni muss Afghanistan die Vereinbarung ratifizieren, um Teil des globalen Handelssystems zu werden.

Die afghanische Regierung sieht die WTO-Mitgliedschaft als Hoffnung für das vom Krieg gezeichnete Land. "Handelsbasiertes Wachstum wird neue wirtschaftliche Chancen und Arbeitsplätze schaffen, vor allem für Frauen", sagte Vizepräsident Mohammad Khan Rahmani bei einer Rede in Nairobi.

Die WTO-Mitgliedschaft ist für die Regierung die zweite Erfolgsnachricht in kurzer Zeit. In der vergangenen Woche hatten auch die Arbeiten an der sogenannten Tapi-Pipeline begonnen, die Gas aus Turkmenistan über Afghanistan und Pakistan nach Indien transportieren soll.

Doch der jahrelange Krieg hat einen großen Teil der afghanischen Infrastruktur zerstört und die meisten Investoren abgeschreckt. Im sogenannten Doing-Business-Report der Weltbank über die Bedingungen für Unternehmen landete Afghanistan 2015 auf Platz 183 von 189 Ländern.

Afghanistan war einst ein wichtiger Exporteur von landwirtschaftlichen Gütern und deckte in den Siebzigerjahren ein Zehntel des weltweiten Marktes für getrocknete Früchte ab. Hilfsorganisationen bemühen sich, Produkte wie Mandeln, Rosinen und Pistazien neben Klassikern wie Wollteppichen wieder zu afghanischen Exportgütern zu machen.

dab/Reuters



insgesamt 4 Beiträge
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schlawa 18.12.2015
1. Jahre ? Jahrzehnte.
"Doch der jahrelange Krieg " Eher Jahrzehnte. Die Sowjetunion ist dort 1979 eingefallen, und nach dem Rückzug 1989 begann direkt der Bürgerkrieg der im Grunde bis heute andauert. (Zumindest wenn man es so sieht das die Taliban nicht besiegt sind) Nach mehr als 35 Jahren ist es sicherlich ein Zeichen der Hoffnung wenn wenigstens wieder offizielle Handelsstrukturen errichtet werden. "Hilfsorganisationen bemühen sich, Produkte wie Mandeln, Rosinen und Pistazien neben Klassikern wie Wollteppichen wieder zu afghanischen Exportgütern zu machen." Das ist warscheinlich einer der wichtigsten Bausteine neben der Sicherheit um in Afghanistan überhaupt eine Grundlage für Frieden zu schaffen. Daneben verfügt Afghanistan auch über Bodenschätze die abgebaut werden könnten, dafür müsste aber die Sicherheit besser werden.
Hoss_Cartwright 18.12.2015
2. Welthandel
Afghanistan ist schon lange Teil des weltweiten Handels - mit Opium und Kokain. Dort gibt es riesige Anbauflächen, gut aus der Luft erkennbar, aber von den westlichen Besatzungsmächten, hauptsächlich den USA toleriert. Die Drogen werden vornehmlich in Europa verkauft und mit dem eingenommenen Geld wieder Waffen in den USA gekauft. Diese wandern dann weiter in die beliebtesten Krisenregionen wie Syrien. Europäische Drogenkonsumenten finanzieren also den Waffenhandel mit den USA und den Terrororganisationen im nahen Osten.
bertholdalfredrosswag 18.12.2015
3. freue mich auf afghanische Produkte
Diese Nachricht ist sehr erfreulich nach diesem langen Zeitraum der zerstörenden Machtkämpfe. Ich hoffe, dass die Großmächte welche durch falsche Politik zur Destruktion des Landes beigetragen haben eine besondere Pflicht darin wahrnehmen Afghanistan bei seiner Restrukturierung in jeder Hinsicht zu unterstützen. Freue mich auf afghanische Waren und wede sie gerne kaufen.
davidzilberstein 18.12.2015
4. Nur darum
Zitat von schlawa"Doch der jahrelange Krieg " Eher Jahrzehnte. Die Sowjetunion ist dort 1979 eingefallen, und nach dem Rückzug 1989 begann direkt der Bürgerkrieg der im Grunde bis heute andauert. (Zumindest wenn man es so sieht das die Taliban nicht besiegt sind) Nach mehr als 35 Jahren ist es sicherlich ein Zeichen der Hoffnung wenn wenigstens wieder offizielle Handelsstrukturen errichtet werden. "Hilfsorganisationen bemühen sich, Produkte wie Mandeln, Rosinen und Pistazien neben Klassikern wie Wollteppichen wieder zu afghanischen Exportgütern zu machen." Das ist warscheinlich einer der wichtigsten Bausteine neben der Sicherheit um in Afghanistan überhaupt eine Grundlage für Frieden zu schaffen. Daneben verfügt Afghanistan auch über Bodenschätze die abgebaut werden könnten, dafür müsste aber die Sicherheit besser werden.
Mandeln und Wollteppiche? Mein Gott, darum geht es doch gar nicht. Es geht darum, wer sich als erster die imensen Bodenschätze unter den Nagel reißen kann die unter der Erdoberfläche schlummern. Darum geht es doch beim ganzen Afghanistan-Krieg. Nur darum.
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