Wegen Klimawandel und Krieg 822 Millionen Menschen hungern

Die Zahl der Hungernden ist einem Bericht der Welthungerhilfe zufolge in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. In 43 von 117 Ländern, die im Welthunger-Index abgebildet werden, ist die Lage ernst.
Unterernährtes Kind in Krankenhaus im Jemen (Archivfoto)

Unterernährtes Kind in Krankenhaus im Jemen (Archivfoto)

Foto: Mohammed Mohammed/ XinHua/ DPA

Weltweit müssen derzeit 37 Millionen Menschen mehr hungern als noch 2015. Zu diesem Ergebnis kommt der von der Welthungerhilfe vorgelegte aktuelle Welthunger-Index (WHI). Die Zahl der Hungernden stieg demnach von 785 Millionen Menschen im Jahr 2015 auf 822 Millionen. Besonders dramatisch sei die Situation in Konfliktländern.

Der diesjährige Index wurde für 117 Länder berechnet und stellt den Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der weltweiten Hungersituation in den Mittelpunkt. Demnach verschlechtere der Klimawandel die Ernährungslage in Ländern, die ohnehin von Hunger und Armut betroffen sind . Der Hunger im Zusammenhang mit dem Klimawandel sei eine "schmerzhafte Realität für Millionen von Menschen", erklärte die Welthungerhilfe.

In der Zentralafrikanischen Republik wird die Lage als "gravierend" eingestuft. Es ist das einzige Land, das die höchste Stufe der WHI-Skala erreicht. In vier Ländern - Tschad, Madagaskar, Jemen und Sambia - sei die Hungerlage "sehr ernst". Insgesamt sind die Index-Werte seit dem Jahr 2000 um 31 Prozent gefallen. Gestiegen sind sie etwa in den Krisenregionen Jemen und Venezuela. Unter den 117 berücksichtigten Ländern weisen 43 ernste Hungerwerte auf.

Seit Anfang der Neunzigerjahre habe sich die Zahl der Wetterextreme verdoppelt, was zu Ernteverlusten bei den wichtigsten Anbaupflanzen und steigenden Lebensmittelpreisen geführt habe, so die Welthungerhilfe. Vor allem Kinder und Frauen litten an Mangel- und Unterernährung.

rai/afp/dpa
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