Welthungerindex 800 Millionen Menschen sind unterernährt

Den Hunger bis 2030 beseitigen - dieses Ziel hat sich die Uno gesetzt. Der Welthungerindex 2016 zeigt: Trotz wichtiger Erfolge ist die Welt noch ein ganzes Stück davon entfernt.
Mutter füttert unterernährtes Kind in Nigeria

Mutter füttert unterernährtes Kind in Nigeria

Foto: Sunday Alamba/ AP

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft haben bei der Bekämpfung des Hungers große Fortschritte gemacht. Dennoch sind weltweit noch immer fast 800 Millionen Menschen unterernährt. Bewaffnete Konflikte wie im Jemen, im Südsudan oder in Syrien sind oft die Hauptursache für Hunger und Mangelernährung. Das geht aus dem Welthungerindex 2016  hervor.

Weltweit ist der Hunger demnach seit dem Jahr 2000 um 29 Prozent zurückgegangen. Auch in absoluten Zahlen ist der Hunger auf dem Rückzug, obwohl die Weltbevölkerung weiter wächst. Dennoch sind weltweit noch immer 795 Millionen Menschen unterernährt. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor galten noch 842 Millionen Menschen als chronisch unterernährt.

"Wir haben wichtige Erfolge in der Hungerbekämpfung erzielt", sagte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann. Die Anstrengungen von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssten aber deutlich gesteigert werden, wenn das erklärte Uno-Ziel "Null Hunger bis 2030" tatsächlich erreicht werden solle. Außer der politischen Konfliktlösung und der Krisenprävention zählt dazu auch eine Reform der Landwirtschaftspolitik in den Industriestaaten.

Fortschritte in Ruanda und Burma, Verschlechterung in Ägypten

Auf dem letzten Platz im Welthungerindex liegt in diesem Jahr die Zentralafrikanische Republik. Besonders gravierend ist das Hungerproblem auch im Tschad, in Sambia und Haiti, auf Madagaskar, im Jemen und in Sierra Leone. Als "sehr ernst" wird die Lage auch in Afghanistan eingeschätzt.

In Ägypten ist die Unterernährung zwar laut Index nur "mäßig". Allerdings ist in dem bevölkerungsreichsten arabischen Land keine Verbesserung festzustellen. Dass der aktuelle Wert heute sogar noch etwas schlechter ist als im Jahr 2005, birgt auch politischen Sprengstoff. Große Fortschritte wurden den Angaben zufolge dagegen in Ruanda und in Burma erzielt.

Die nationalen Durchschnittswerte verdecken nach Angaben der Autoren zum Teil, wie ungleich einzelne Regionen oder Bevölkerungsgruppen innerhalb eines Landes vom Hunger betroffen seien - etwa weil ein bestimmter Stamm oder eine bestimmte Kaste diskriminiert wird. Einige Länder tauchen im diesjährigen Index allerdings gar nicht auf, da es von dort aufgrund der Kriegssituation keine belastbaren Daten gibt.

asa/dpa