Pfeil nach rechts

US-Milliardär in Davos Soros sieht "revolutionären Moment"

George Soros sieht die Welt in einem "revolutionären Moment". Entscheidend für den Ausgang der Geschichte sei das Verhältnis der Supermächte China und USA. Alle News zum Weltwirtschaftsforum im Blog.
George Soros hält das Verhältnis der Supermächte China und USA für entscheidend für den Ausgang der Weltgeschichte.

George Soros hält das Verhältnis der Supermächte China und USA für entscheidend für den Ausgang der Weltgeschichte.

FABRICE COFFRINI/ AFP
  • 1/24/20 12:00 PM
    Das 50. Weltwirtschaftsforum in Davos geht zu Ende - und damit auch unser Blog. Wir bedanken uns für das Interesse und machen uns nun, wie die meisten Teilnehmer, etwas müde und erschöpft auf den Weg nach Hause.
  • 1/24/20 10:51 AM
    Freitag ist auch hier der Tag der Klimastreiks. Doch die Zahl der Journalisten, die Greta Thunberg umringen, ist hier vielleicht höher als die Zahl der Streikteilnehmer.
  • 1/24/20 9:57 AM
    Als Olaf Scholz gestern nachmittag in Davos ankam, war US-Präsident Donald Trump schon wieder abgereist. Doch mit der Androhung neuer Zölle hat er dem Bundesfinanzminister und Vizekanzler viel potenzielle Arbeit hinterlassen. Wir haben mit Scholz darüber gesprochen, wie Europa auf Trump reagieren sollte, warum er an eine Einigung bei der Besteuerung von Internetkonzernen glaubt, wen er hinter dem Widerstand gegen seinen Vorschlag für eine Finanztransaktionsteuer vermutet und ob ihn die häufigen Querschüsse seines Parteichefs Norbert Walter-Borjans stören. Das Interview finden Sie hier.
  • 1/24/20 8:50 AM
    Guten Morgen aus Davos, wo das Treffen des Weltwirtschaftsforums heute zu Ende geht. Die Gänge im Kongresszentrum leeren sich langsam. Am Mittag endet das offizielle Programm.
  • 1/23/20 8:41 PM
    Dass George Soros Facebook mit verantwortlich macht für die Wahl Donald Trumps, ist nicht neu. Heute legt Soros noch einmal nach: Nichts habe sich geändert, auch 2020 werde Facebook Trump mit zum Wahlsieg verhelfen. Soros sieht eine informelle Allianz zwischen Trump und Facebook am Werk, die ihn mit Sorge auf die Wahlen blicken lasse. Unterstützung bekam Soros von Tristan Harris, der das Center for Humane Technology gegründet und als Design-Ethiker für Google gearbeitet hat. Wenn Facebook beteuere, die Welt besser machen zu wollen, erinnere ihn das an die Aussagen von Geiseln in Videos: “Was sie sagen, macht keinen Sinn. Sie sagen es nur, weil man ihnen eine Pistole an die Schläfe hält.” Das Geschäftsmodell von Facebook bestehe darin, die Gesellschaft zu polarisieren. Auch deshalb wolle der Konzern politische Werbung auf der Plattform nicht regulieren.
  • 1/23/20 8:40 PM
  • 1/23/20 8:34 PM
    George Soros hat zum Abendessen geladen – und holt zum weltpolitischen Rundumschlag aus. „Wir leben in einem Transformationsmoment der Geschichte“, sagt der Milliardär. „Das Überleben der offenen Gesellschaften sei bedroht und mit dem Klimawandel drohe eine noch größere Krise. „Sie gefährdet das Überleben unserer Zivilisation.“ Soros spricht von einem “revolutionären Moment”, in dem nicht abzusehen sei, wie die Geschicke der Welt sich entwickelten.

    Als einen entscheidenden Faktor hat Soros die Rivalität zwischen China und USA ausgemacht – und damit das Verhalten von US-Präsident Donald Trump und Chinas Machthaber Xi Jinping. „Präsident Trump ist ein Bauernfänger und der ultimative Narzisst, der will, dass die Welt sich um ihn dreht“, sagt Soros. Und auch Xi bekommt den Zorn des Philantropen ab.

    „Wenn es um ihre Motive geht, sind sie vollkommen verschieden“, sagt der 89-Jährige mit brüchiger Stimme. Trump sei geneigt, nationale Interesse seinen eigenen Interessen zu opfern. Xi dagegen sei erpicht darauf, Trumps Schwäche auszunutzen und wolle die totale Kontrolle über sein Volk.

    2020 und die folgenden Jahre werden laut Soros nicht nur das Schicksal von Xi und Trump entscheiden, „sondern auch das Schicksal der Welt“.

  • 1/23/20 4:35 PM
    In Davos wird mit Verve vor allem über ein Thema debattiert: Klimaschutz. Da treten Trump und Greta gegeneinander an, da machen Investoren und Aktivisten Druck auf die Konzerne, endlich klimaneutral zu produzieren und zu arbeiten. Da wirbt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für ihren neuen Green Deal und tout Davos echauffiert sich, dass US-Präsident Donald Trump das Thema Klimaschutz in seiner Rede ausgespart hat.

    Man könnte meinen, dass sich alle einig sind. Mitnichten. Er habe mit der Diskussion in Davos „ein Problem“, sagt Fatih Birol, Chef der Internationalen Energieagentur, freimütig. Sie werde viel zu westlich zentriert geführt. Der Großteil der Emissionen in der Welt entstehe nicht in der EU, sondern woanders. „Emissionen haben aber keinen Reisepass“, so Birol. Eine Lösung müsse deshalb Länder wie Indien umfassen, in denen Kohle auch weiter eine große Rolle spiele. Auch der gerade erst beschlossene Kohleausstieg in Deutschland sei eine gute Sache, aber in Deutschland und Europa werde mit der Kohle der vierte Fernseher in der Küche betrieben, während es in vielen indischen Haushalten gar keinen gebe, weil es schlicht am Stromanschluss mangele, wirft Birol ketzerisch ein.

    Auch Saudi-Aramco-Chef Amin Nasser, der an der Börse gerade gut 25 Milliarden Dollar eingesammelt hat, lässt durchblicken, was er von der Debatte in Davos hält. Man dürfe die Dinge nicht einfacher darstellen als sie seien. Bei allem Bemühen um Co2-Reduktion, müsse Energie vor allem erschwinglich sein, und das auch für Menschen in Entwicklungsländern. Die Nachfrage nach Öl werde weiter steigen, auch weil eine Milliarde Menschen bisher keinen Zugang zu Elektrizität besitzen und die Menschheit weiter wachse. Zu Wort meldet sich schließlich ein Vertreter Nigerias: Ob die Billion, die Europa in Klimaschutz investieren will, nicht besser dort aufgehoben sei, wo die Emissionen am größten seien? In Davos, so die Meinung vieler Vertreter aus der arabischen und asiatischen Welt, bleibe der Westen mal wieder unter sich, um ein globales Problem zu lösen.
  • 1/23/20 3:57 PM
    Nachhaltigkeit? Wachstums-Skepsis? Die Kollegen aus dem indischen Bundesstaat Karnataka, Hauptstadt Bangalore, haben irgendwie einen anderen Blick auf die Dinge, die in Davos so leidenschaftlich diskutiert werden. Stattdessen heißt es: "Wachstum für immer!" Donald Trump hätte vermutlich seine helle Freude daran.
  • 1/23/20 3:53 PM
  • 1/23/20 3:43 PM
    Ob man Uno-Generalsekretär ist, deutscher Gesundheitsminister oder Siemens-Chef - auch als irgendwie prominenter Mensch kann man sich hier im Davoser Kongresszentrum einigermaßen frei bewegen. Mal abgesehen von US-Präsident Donald Trump, der ja schon wieder abgereist ist, gilt das nur für eine Person nicht: Greta Thunberg. Die 17-jährige Klimaaktivistin wird stets umringt von Journalisten aus aller Welt und anderen Neugierigen. Wie das aussieht, sehen Sie hier im Bild: Ja, irgendwo da in der Mitte dieses Menschenknäuels muss Thunberg stecken.
  • 1/23/20 1:55 PM
    Angesprochen auf die wachsende Dominanz Chinas und den Wettbewerb des Landes mit den USA, gibt sich Merkel vorsichtig: „Ich möchte keine neue Bipolarität der Welt“, sagt Merkel. Die gesellschaftliche Ordnung in den USA sei der in Europa näher als die chinesische. Die Europäer müssten sehr klug entscheiden, wie sie in Zeiten der Digitalisierung mit chinesischen Angeboten umgehen.

  • 1/23/20 1:51 PM
    Deutschland werde sich für den Multilaterismus in der Welt einsetzen, sagt Merkel. Jeder könne bilaterale Handelsabkommen abschließen. „Hoffentlich gelingt uns auch eines mit den Vereinigten Staaten von Amerika“, meint sie mit Blick auf den andauernden Handelsstreit mit den USA. Generell sei sie aber dafür, eher internationale Organisationen zu stärken.

  • 1/23/20 1:41 PM
    Jetzt geht es um die internationale Politik: Deutschland könne sich nicht abkoppeln von den Ereignissen der Welt, sagt sie – und rekurriert auf die Flüchtlingskrise im Jahr 2015. „Der Fehler war bestimmt nicht, Menschen aufzunehmen, die vor unseren Türen stehen“, sagt Merkel. Der Fehler sei vielmehr gewesen, vorher nicht die Bedingungen geschaffen zu haben, damit die Menschen in ihren Heimatländern bleiben können.

  • 1/23/20 1:36 PM
    Noch eine Spitze gegen Trump, der bei seiner Rede am Dienstag die USA und seine eigene Politik mit einer Kaskade von Superlativen gepriesen hatte: „Wir sind nicht so von der Sorte, dass wir den ganzen Tag darüber reden, was bei uns super läuft“, sagt Merkel. Die Deutschen redeten lieber über jene Dinge, die nicht so gut laufen. Da gebe es kulturelle Unterschiede.
  • 1/23/20 1:33 PM
    Es gebe in Deutschland schon jetzt „erhebliche gesellschaftliche Konflikte“ bei der Frage, wie schnell sich die Politik und die Lebensweise verändern soll. Die Älteren müssten aufpassen, dass sie „die Ungeduld der Jugend positiv aufnehmen“. Die jungen Menschen hätten einen ganz anderen Horizont, der weit über das Jahr 2050 hinausgehe.

    Doch für Merkel geht es nicht nur um den Konflikt zwischen den Generationen. „Das größte gesellschaftliche Spannungsfeld sind Stadt und Land.

  • 1/23/20 1:28 PM
    Merkel beginnt mit einem Thema, das US-Präsident Donald Trump bei seiner Rede am Dienstag fast komplett ausgespart hat: dem Klimawandel. „Wir müssen handeln“, sagt die Kanzlerin. „Die Frage der Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens könnte eine Frage des Überlebens sein.“ Leider seien bei diesem Klimaabkommen ja nicht mehr alle Länder dabei – „aber viele“, sagt Merkel. Eine kleine Spitze gegen Trump, der aus dem Abkommen ausgestiegen ist.

  • 1/23/20 1:17 PM
    Da ist sie: Kanzlerin Merkel
  • 1/23/20 1:16 PM
    Gleich spricht hier Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der Saal füllt sich nur langsam,aber in den ersten Reihen hat sich schon mal die deutsche Prominenz bereit gemacht: Mit dabei CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer und Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn.
  • 1/23/20 12:25 PM
    Nachdem sich gestern bereits US-Präsident Donald Trump zur 17-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg geäußert hat, legte sein Finanzminister Steven Mnuchin heute noch mal nach: Thunberg sei nicht in der Position, ökonomische Ratschläge zu erteilen, solange sie nicht ein College besucht und einen wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss gemacht habe, sagte Mnuchin.
  • 1/23/20 11:55 AM
    Wie sehr der Klimawandel die Diskussionen hier bestimmt, sieht man bei einem Treffen zwischen zwei Menschen, die zu den wichtigsten in der Finanzwelt gehören: Larry Fink, dessen Firma Blackrock rund 7 Billionen Dollar Anlagegelder verwaltet, und Kristalina Georgiewa, seit kurzem Chefin des Internationalen Währungsfonds IWF.

    Die Bulgarin spricht darüber, wie ihr der Bericht des Weltklimarats IPCC im vergangenen Jahr „die Augen geöffnet“ habe: „Ich habe den IPCC-Bericht gelesen – und ich konnte in dieser Nacht nicht mehr schlafen“, erzählt sie. „Was haben wir getan?!“ Seitdem müsse sie immer wieder an ihre 8-jährige Enkelin denken und daran, wie sich das Leben auf der Erde in den kommenden Jahrzehnten verändern werde.

    Finanzmanager Fink sieht das Thema weniger emotional, ist aber kaum minder alarmiert – wenn auch aus anderen Gründen. „Der Klimawandel wird zu einem signifikanten Investitionsrisiko“, sagt der Blackrock-Chef. Wer nicht auf Nachhaltigkeit setze, laufe künftig Gefahr, nicht mehr genügend Kapital zu bekommen.

    Vor diesem Problem hatte Fink jüngst auch in seinem Brief an Konzernchefs weltweit gewarnt – und sie zu einer nachhaltigeren Unternehmenspolitik aufgefordert.

    „Ich mache das nicht aus Popularitätsgründen“, sagt Fink. Aber die Reaktionen seien sehr positiv gewesen. 99 Prozent der Kunden, mit denen er seitdem gesprochen habe, hätten ihm zugestimmt. Wenn genügend Investoren davon überzeugt wären, könne der Markt dabei helfen, Probleme zu lösen. „Das ist die Schönheit des Kapitalmarkts“, sagt Fink. Dennoch müsse die Politik vorangehen.

    Doch wie soll das gehen? Wie soll man so viele Staaten mit sehr unterschiedlichen Interessen dazu bringen, eine einheitliche Klimaschutzpolitik zu verfolgen. IWF-Chefin Georgieva hat da schon eine Lösung parat: „Bringt mehr Frauen an die Macht!“

  • 1/23/20 9:39 AM
    Das Fernsehstudio in Davos ist am Morgen nicht mal zur Hälfte gefüllt - dabei wird hier über ein Thema diskutiert, das viele Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums betrifft: "Die Besteuerung der digitalen Wirtschaft". Bereits seit einigen Jahren debattiert die Politik darüber, wie sie die Steuersparmodellen von Unternehmen wie Amazon oder Google verhindern kann. Befeuert wurde die Debatte durch Frankreich, das bereits eine eigene Digitalsteuer für große Unternehmen eingeführt hat - und sich mit den USA nun auf eine Art Waffenstillstand bis zum Jahresende geeinigt haben.

    "Wir wollen der internationalen Lösung eine Chance geben", sagt Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire. Diese Lösung könnte in einer länderübergreifenden Mindestbesteuerung liegen, über die derzeit in der Industrieländerorganisation OECD verhandelt wird. In Aussicht stehe nicht weniger als "das Ende der Steuerflucht", so Le Maire.

    Auch OECD-Chef Angel Gurría zeigt sich auf dem Podium optimistisch, dass es bald eine Einigung gibt. Er verweist darauf, dass mithilfe seiner Organisation bereits die Daten von rund 50 Millionen Konten im Wert von 5 Billionen ausgetauscht wurden, was den beteiligten Staaten bislang zusätzliche Einnahmen von rund 102 Milliarden gebracht habe. Die Zeit des Versteckens sei vorbei, sagt Gurría. Und fügt dann unter Gelächter hinzu: "Denn Ihr Name ist schon im Schreibtisch des Finanzbeamten oder der Finanzbeamtin. Und sie werden Ihnen eine Tasse Tee spendieren und sagen: Nun, hier gibt es eine Unstimmigkeit."

    Katharina Pistor, Juraprofessorin an der Columbia Law School, hält neue Regeln ebenfalls für eine gute Idee. Viele Steuersparmodelle würden mithilfe renommierter renommierter Firmen in einer rechtlichen Grauzone organisiert, aber das "sollte uns nicht davon abhalten, sie auch unter dem Gesichtspunkt der Korruption zu sehen".

    Pistor zeigt sich jedoch "nervös", ob sich neue Regeln auch durchsetzen lassen. "Die Unternehmen haben viele Ressourcen und sie können viele Entscheidungen vor einem Schiedsgericht anfechten." Das Fazit der Juristin klingt denn auch deutlich nüchterner als das von Le Maire: "Die Regeln werden niemals wasserfest sein."

  • 1/23/20 9:25 AM
    Mit seiner heftigen Kritik an der Davos-Rede von US-Präsident Donald Trump hat sich Grünen-Chef Robert Habeck bei der Bundesregierung offenbar nicht beliebter gemacht. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht durch Habecks harsche Worte („ein Desaster“) sogar deutsche Interessen gefährdet.

    "Jeder hat vermutlich eine persönliche Meinung zu den Aussagen Donald Trumps“, sagte die CDU-Chefin in Davos. „Für mich sind die deutschen Interessen wichtiger. Was hat Herr Habeck mit seiner Äußerung im Interesse der Bundesrepublik Deutschland, im Interesse Europas, auch im Interesse des Klimaschutzes, mit dieser Äußerung verbessert? Nichts."

    Trumps Rede sei nicht überraschend gewesen, sagte Kramp-Karrenbauer. „sie spiegelt wider, was Trump in den drei Jahren als Präsident bisher gesagt und getan hat“. Die Frage sei, was Deutschland und Europa nun klug tun könnten. „Europa muss die gemeinsamen, eigenen Interessen stärker benennen und gemeinsam handlungsfähiger werden, um diese Interessen durchzusetzen."

  • 1/23/20 9:20 AM
    Eine geplante Rede hier in Davos muss heute ausfallen: Italiens Regierungschef Guiseppe Conte hat seinen Auftritt kurzfristig abgesagt, weil er zu einer Kabinettssitzung nach Rom muss. Der Grund: Außenminister Luigi Di Maio war am Mittwoch von der Spitze der Regierungspartei Fünf Sterne zurückgetreten.
  • 1/23/20 8:08 AM
    Die Quintessenz des Auftritts der beiden US-Minister lautet wie folgt: Trumps Zollkanone ist nun gegen Brüssel gerichtet.Oder, anders ausgedrückt: Europa ist das neue China.
  • 1/23/20 7:57 AM
    Die US-Regierung ist fleißig beschäftigt, Keile zwischen die Europäer zu treiben. Bei den Verhandlungen über Handelsverträge gebe es viele Übereinstimmungen zwischen den USA und Großbritannien, aber große Diskrepanzen zwischen London und Brüssel, sagt Handelsminister Wilbur Ross. So sieht die Trump-Regierung also die Welt: Make America Great again heißt, Europa zu spalten.
  • 1/23/20 7:50 AM
    US-Finanzminister Steven Mnuchin und Handelsminister Wilbur Ross gießen bei einer Pressekonferenz Öl ins Feuer. Autozölle für europäische Hersteller sind nicht vom Tisch. Merke: Wer feilschen will, muss erstmal einen hohen Preis ansetzen.
  • 1/23/20 7:00 AM
    Guten Morgen aus Davos! Heute steht hier unter anderem eine Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Programm. Wird sie auf die sehr selbstbewusste Ansprache von US-Präsident Donald Trump vom Dienstag antworten? Ab 14:15 Uhr erfahren Sie es hier im Liveblog.
  • 1/22/20 5:23 PM
    Der irakische Präsident Barham Salih ist in keiner einfachen Lage. Donald Trump hat seinem Land mit Sanktionen gedroht, falls er die US-Truppen aus dem Land wirft. Doch es hat nicht den Anschein, als würde sich die Regierung des geschundenen Landes dem Mann im Weißen Haus beugen, wie Salih dem Weltwirtschaftsforum bei seinem Auftritt klarmacht. Der Irak werde sich "keinem Diktat beugen", sagte er, und sich im iranisch-amerikanischen Konflikt nicht "auf eine Seite schlagen". Der Mann hat Mut, aber hat er auch die Macht?
  • 1/22/20 4:00 PM
    Donald Trump poltert und niemand setzt ihm etwas entgegen: Dieser Eindruck konnte nach dem Auftakt des Weltwirtschaftsforums entstehen. Doch es gibt ja noch die Franzosen. Deren Finanzminister Bruno Le Maire erscheint mit stolzen 38 Minuten Verspätung vor einem kleinen Raum voller Journalisten. Und er hat klare Worte mitgebracht.

    Der Streit mit den USA über eine französische Digitalsteuer sei durch ein Telefonat zwischen Trump und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron nur aufgeschoben, betont Macron. Eine internationale Mindestbesteuerung, über die derzeit innerhalb der OECD verhandelt wird, könnte zwar eine Alternative sein. So oder so aber wolle Frankreich zusätzliche Einnahmen von US-Konzernen wie Amazon oder Google. "Wir haben jede Art von Rückzug abgelehnt."

    Dann beschwört Le Maire noch die europäische Kooperation. Er habe mit Kollegen in Spanien geredet, in Italien, in Großbritannien. "Wir sehen es alle gleich", so der Franzose. "Wir sind uns einiger denn je."
  • 1/22/20 3:28 PM
  • 1/22/20 3:28 PM
    In Davos wollen ja grundsätzlich immer alle das Gute. Doch manchmal ist es schwierig zu erkennen, was denn genau das Gute ist. Jugend zum Beispiel ist ja eigentlich immer gut, und Zukunft sowieso, und was sollte man schon dagegen haben, wenn die „Jugend die Zukunft erleuchtet“, wie es auf einem riesigen Plakat am „Belvedere Hotel“ heißt – jenem Hotel, in dem sich die Top-Manager in Davos tagsüber zum Speed-Dating und abends zum Feiern treffen?

    Doch wenn man genauer hinschaut, steht auf dem grünen Plakat auch, wer genau denn da die Zukunft erleuchtet: Die Mohammed bin Salman Foundation, also die Stiftung des saudischen Kronprinzen, der im Verdacht steht, den grausamen Mord am saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggin in Auftrag gegeben zu haben – und der laut einem aktuellen Bericht des „Guardian“ das Handy von Amazon-Chef Jeff Bezos gehackt haben soll.

    Die Stiftung (kurz MiSK) investiert nach eigener Aussage in die Stärkung der saudi-arabischen Jugend: in Bildung, Kultur, Technologie und Medien – um „die Zukunft unseres Landes voranzubringen“. Sie unterhält zum Weltwirtschaftsforum auch einen Pavillon an der Davoser Promenade, jener Geschäftsstraße des Ortes, deren Läden sich im Januar in Davos-Zentralen großer Unternehmen verwandeln.

    Im MiSK-Pavillon treten in diesen Tagen auch Vorstände großer westlicher Unternehmen auf, selbst eine Vertreterin des Flüchtlingshilfswerks UNHCR ist laut Mitteilung der Stiftung bei einer Veranstaltung dabei. Manchmal ist Davos eben auch für solche Profis des Guten ein schwieriges Geschäft.


  • 1/22/20 2:50 PM
    Jetzt auf der Bühne: Imran Khan, Premierminister von Pakistan. Fun Fact: wie die Älteren noch wissen dürften, war er in den frühen 1990er-Jahren mit der deutschen MTV-Moderatorin Kristiane Backer (zeitweise auch: Bakker) aus Hamburg zusammen.
  • 1/22/20 2:47 PM
  • 1/22/20 2:40 PM
    Seit mehr als 50 Jahren hat sich Prince Charles nun schon dem Naturschutz verschrieben, und böse Zungen behaupten, dass er so viel Energie in das Thema stecke, liege auch daran, dass seine Mutter ihm nicht den Weg auf den Thron freimacht. Das ist natürlich Mumpitz, für britisch-royale Verhältnisse kämpft er geradezu leidenschaftlich für das Thema.

    „1968 habe ich das erste Mal über Naturschutz gesprochen. Jetzt ist es an der Zeit, die nächste Phase einzuleiten“, sagte Charles am frühen Nachmittag im Großen Saal – und rief sodann seine neue „Sustainable Markets Inititative“ aus (in etwa: „Initiative für Nachhaltige Märkte“). „Das ist mein Thema 2020 und darüber hinaus – whatever it takes!“

    Werber würden vermutlich sagen: Charles geht „all in“. Allerdings ist noch nicht recht klar, was es mit der Initiative des Prinzen genau auf sich hat. Zwar skizzierte er einen Zehn-Punkte-Plan – was allein schon deshalb gut ist, weil neun oder elf Punkte einfach nur schräg klingen würden. Andererseits: Inhaltlich blieb er vage.

    Jede Führungskraft in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft solle das Thema Nachhaltigkeit implementieren und Wege zur Klimaneutralität aufzeigen, so Charles. Anstatt Geld für „perverse Subventionen“ auszugeben, solle das Geld lieber in nachhaltige Produkte und Märkte fließen. Begriffe wie Öko-Tourismus und grüne Infrastruktur fielen. Und mit den Verbrauchern müsse besser kommuniziert werden, um ihnen klarzumachen, dass sie es sind, die mit ihrem Kaufverhalten die Dinge zum Besseren wenden könnten. Nun ja.

    Zum Ende seiner rund 30-minütigen Rede verwies Prince Charles noch auf Beispiele, wie sich die Wirtschaft positiv verändere. „Grüne“ Investments boomten und rentierten überdurchschnittlich gut, Flugzeuge könnten schon bald von Wasserstoff angetrieben durch die Gegend sausen, Solarenergie werde immer billiger.

    Und wirklich ganz zum Ende hin wurde Charles dann sogar etwas pathetisch. „Wollen wir in die Geschichte eingehen als die Generation, die es verpatzt hat? Ich will das nicht. Aber dafür brauche ich Ihre Hilfe!“, so der Prinz. Und woher rührt nun seine Empathie für das Thema? Es ist die latente Angst vor dem Nachwuchs, die auch bürgerliche Mütter und Väter kennen.

    „Alles, was ich in den vergangenen 50 Jahren in Sachen Naturschutz getan habe, habe ich gemacht, weil ich an meine Kinder und Enkel gedacht habe. Ich will nicht von ihnen dafür verantwortlich gemacht werden, dass wir ihnen keine intakte Natur hinterlassen.“ Sprach’s und trat ab.
  • 1/22/20 2:00 PM
    Und da ist er auch schon, der Prinz. Er redet über .... Naturschutz, natürlich. Gleich mehr
  • 1/22/20 2:00 PM
  • 1/22/20 1:45 PM
    Die Bühne wird umgebaut, sogleich soll Prince Charles erscheinen. Worüber der Thronfolger sprechen wird? Noch ungewiss. Vielleicht ja über die Probleme mit dem Nachwuchs daheim. Vermutlich aber doch eher über sein Leib- und Magenthema, den Naturschutz. Passt dieses Jahr auch besser nach Davos. Trotzdem schade, irgendwie
  • 1/22/20 1:42 PM
  • 1/22/20 1:40 PM
    Gore mit einem interessanten Bonmot: „Denken Sie immer daran: Auch der politische Wille ist eine erneuerbare Energie.“ Da hofft jemand sehr auf einen Regime Change
  • 1/22/20 1:38 PM
    Die zwei hier würde Donald Trump vermutlich als Klima-Paniker bezeichnen: die britische Verhaltensforscherin Jane Goodall und Al Gore, ehedem US-Vizepräsident und vehementer Kämpfer gegen den Klimawandel
  • 1/22/20 1:36 PM
  • 1/22/20 1:21 PM
    Auch Klimaaktivistin Greta Thunberg hat bei Donald Trumps Rundumschlag noch einmal eine Breitseite des Präsidenten abbekommen. Sie solle sich um andere Länder anstelle der USA kümmern. Sein Land sei "sauber und schön", sagte Trump. Manche Aspekte der Klimadebatte seien seiner Meinung nach ein "Schwindel".
    Er hätte Thunberg gerne in Davos getroffen, sagte Trump. "Sie hat mich auf dem "Time"-Magazin ausgestochen." Das US-Magazin "Time" hat Thunberg zur "Person des Jahres" 2019 gekürt.
  • 1/22/20 12:23 PM
    Donald Trump holt auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz zum Rundumschlag gegen alles aus, was den meisten Teilnehmern des Forums wichtig ist. Trump droht mit Autozöllen gegen Europa, die "schon bald" kommen könnten. Er kündigt "dramatische Entscheidungen" im Streit mit der Welthandelsorganisation WTO an, und er will die Einreisebeschränkungen auf weitere Länder ausdehnen. Trump spielt sein Lieblingsspiel: allein gegen alle.
  • 1/22/20 12:17 PM
    Ein letztes Mal vor der Presse, und dann tschüss Davos
  • 1/22/20 12:16 PM
  • 1/22/20 12:10 PM
    Und während Trump noch redet und redet, kommt Prince Charles des Weges - in augenscheinlich guter Laune trotz der Probleme mit Sohn Harry und Schwiegertochter Meghan
  • 1/22/20 12:09 PM
  • 1/22/20 12:08 PM
    Donald Trump ist doch noch nicht abgereist. Er gibt gerade eine Pressekonferenz für die amerikanischen Medien.
  • 1/22/20 11:47 AM
    Ursula von der Leyen ist nicht Donald Trump - das zeigt sich schon am Interesse der Zuhörer hier in Davos. Musste man am Vortag zum Auftritt des US-Präsidenten noch lange anstehen, um überhaupt einen Platz in der großen Halle des Davoser Kongresszentrums zu ergattern, sind die Reihen bei der Rede der EU-Kommissionspräsidentin eher luftig gefüllt.

    Und auch sonst wird deutlich, wie tief die Gräben zwischen Europa und den USA derzeit sind: Hatte Trump Klimaaktivisten noch als „ewige Untergangspropheten“ bezeichnet, klingt von der Leyen so, als wäre sie eine von ihnen. „Wir müssen jetzt handeln“, ruft sie den Zuhörern entgegen – und bemüht sogar einen legendären Ausspruch, mit dem der frühere Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, einst die Wende in der Eurokrise brachte: „whatever it takes“. Man werde tun „was auch immer nötig sein wird“, um die Treibhausgasemissionen herunterzufahren.

    Das ist natürlich alles auch Werbung für ihren „Green Deal“, mit dem die Kommissionschefin die EU bis 2050 klimaneutral machen will. Dafür sind für die nächsten zehn Jahre insgesamt eine Billion Euro vorgesehen, wobei ein Drittel von privaten Investitionen kommen soll. Das werde eine „grüne Investment-Welle“ lostreten, sagt von der Leyen.

    Es reiche aber nicht, wenn Europa seine Emissionen zurückfahre – und dann mehr fossile Energie importiere. Das sei „auch eine Frage der Fairness“ gegenüber der Wirtschaft und den Arbeitnehmern. Man werde sie deshalb vor unfairem Wettbewerb schützen, etwa mit einem Klimazoll, einer sogenannten „carbon border tax“. Solange bis es eine weltweit einheitliche Bepreisung von CO2-Emissionen gebe. Da klingt dann doch ein bisschen der Protektionismus an, mit dem auch Trump um Wählerstimmen kämpft.

    Gemischte Signale sendet von der Leyen am Ende auch an die Briten, mit denen sie nach dem Brexit ab Februar über ein neues Abkommen verhandeln will. „Wir sind Freunde und wir bleiben Freunde, weil wir so viel gemeinsam haben, das wir verteidigen müssen“, sagt sie einerseits. Die Briten müssten sich aber entscheiden: Je mehr Distanz sie zur EU wollten, desto weniger Zugang gebe es auch zum Binnenmarkt. „Das ist die Wahl des Vereinigten Königreichs.“


  • 1/22/20 10:36 AM
    Wenn es einen Mitarbeiter gibt, auf den sich US-Präsident Donald Trump (außer natürlich auf Ivanka und Jared) verlassen kann, dann ist es vermutlich sein Finanzminister Steven Mnuchin. Der frühere Investmentbanker ist seit dem ersten Tag dabei und nicht wie viele andere entnervt aus dem Weißen Haus geflüchtet; auch in die zahlreichen Affären des Präsidenten ist er, Stand jetzt, nicht verwickelt.

    Und so fällt es Mnuchin nicht allzu schwer, die markigen Parolen seines Dienstherrn ebenso selbstbewusst in die Welt zu posaunen. Am Mittwochmorgen war wieder so ein Moment. Mnuchin saß zusammen mit der neuen Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgiewa, dem britischen Schatzkanzler Sajid Javid sowie UBS-Verwaltungsratschef Axel Weber, formerly known as Bundesbankpräsident, auf einem Panel zum Thema „The Future of Financial Markets“. Mnuchin nutzte die Bühne, um dort weiterzumachen, wo Trump am Vortag aufgehört hatte: Die US-Wirtschaft ist die stärkste der Welt seit Trump regiert, das Handelsabkommen mit den Chinesen ein grandioser Erfolg der US-Regierung, der ohne die Androhung von Zöllen nicht möglich gewesen wäre.

    Und wo er gerade beim Thema Zölle war: Sollte irgendjemand auf die Idee kommen, die großen amerikanischen Digitalkonzerne mit einer Steuer zu belegen, dann würden die USA eben mit Zöllen auf Automobile reagieren – so einfach ist das in der Welt von Trump und seinem treuen Herold Mnuchin. Der Brite Javid gab sich zwar tapfer und sagte, die neue britische Regierung werde ihre Pläne für eine eigene Digitalsteuer vorantreiben. Allerdings will sie auch ziemlich dringend ein Handelsabkommen mit den Amerikanern.

    Insofern ist wohl schon absehbar, wie die Sache enden wird.
  • 1/22/20 8:50 AM
    Die Entourage von Donald Trump reist offenbar gerade ab.
  • 1/22/20 7:08 AM
    Guten Morgen aus Davos, wo an diesem Mittwoch unter anderem eine Rede von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen erwartet wird (11:30 Uhr). Danach wird auch Prinz Charles eine Ansprache halten. Dass er dabei auf die aktuellen Turbulenzen im britischen Königshaus eingeht, gilt aber als unwahrscheinlich - auch wenn es viele der Manager und Journalisten hier sicher brennend interessieren würde.
  • 1/22/20 12:23 AM
    Es ist wohl die Szene, die von Donald Trumps erstem Besuch in Davos vor zwei Jahren am meisten im Gedächtnis geblieben ist: Der US-Präsident traf bei einem Abendessen die Chefs großer Konzerne - darunter auch Siemens, Adidas und Bayer. Brav wie Schuljungen erstatteten die Bosse Trump damals Bericht über ihre Investitionen in den USA.

    Das Ganze scheint sich am Dienstagabend in ähnlicher Form wiederholt zu haben - und erneut saßen dabei mit Siemens-Chef Joe Kaeser und VW-Chef Herbert Diess auch deutsche Konzernchefs am Tisch. Zumindest der Beginn der diesjährigen Vorstellungsrunde ist dokumentiert - und er lief erneut erstaunlich servil ab.

    "Stehe ich oder sitze ich?", fragt Fifa-Chef Gianni Infantino, der Trump vorstellen darf. "Whoa, das gefällt mir", kommentiert der Präsident unter Gelächter die Frage und stellt Infantino dann frei, sich zu setzen. Doch der versichert: "Ich stehe, ich stehe, ich stehe." Dann behauptet der Schweizer unter anderem, Trump sei "aus dem selben Holz geschnitzt" wie "einige der talentiertesten Athleten im Fußball" und die USA stünden kurz davor zur "Fußballmacht in der Welt" zu werden.

    Ähnlich erfreulich geht es für Trump weiter. "Afrika liebt sie", versichert etwa der südafrikanische Bergbauunternehmer Patrice Motsepe. Shell-Chef Ben van Beurden berichtet, dass sein Konzern in jedem US-Staat vertreten sei und bedankt sich für Hilfe von US-Finanzminister Steven Mnuchin beim Import von Stahl. Dann kommt das Essen und die Presse muss gehen.

    Einer der beteiligten Konzernchefs zeigte sich hinterher angetan - sowohl von dem Abendtermin als auch von Trumps Rede am Mittag. Der Präsident strahle große Sicherheit aus, die Wirtschaft laufe rund: „Er macht das gut und es läuft für ihn“. Dass Trump kein Wort zu Klimawandel und Impeachment verlor und auch von dem in Davos gepredigten Multilateralimus nichts wissen wollte war offenbar kein großes Thema. „Die Zahlen sprechen für ihn“, so der Konzernchef.

    Am Mittwochmorgen will sich Trump laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zum Frühstück mit weiteren Top-Managern in Davos treffen. Mit dabei sein soll auch Apple-Chef Tim Cook. Der ist nicht gerade dafür bekannt, vor Trump zu buckeln - zumindest bislang.
  • 1/21/20 11:59 PM
    Nach seiner Rede in Davos hat US-Präsident Donald Trump am Dienstag auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen getroffen. Die USA hofften auf ein baldiges Handelsabkommen, erklärte anschließend das Weiße Haus. Ganz ohne Drohung wollte Trump das Thema aber offenbar nicht abhaken. Falls sich die EU und die USA nicht auf ein neues Abkommen verständigen könnten, würden Strafzölle auf Autoimporte "sehr ernsthaft" geprüft, sagte er (Foto: Evan Vucci/AP).
  • 1/21/20 5:04 PM
    Larry Kudlow hat da einen Tipp, vor allem für seine „Freunde in Europa“: Steuern runter, Regulierung lockern. Der „ganze Zentralbanken-Kram ist so yesterday“
  • 1/21/20 4:48 PM
    Präsident Trump geißelt die US-Notenbank Fed gerne, weil sie die Zinsen nicht weiter senkt. Auch in Davos wiederholt Trump seine Kritik. Sein Wirtschaftsberater Larry Kudlow widerspricht auf der Bühne am Nachmittag: Die Fed habe einen „guten Job“ gemacht.
  • 1/21/20 3:44 PM
    Das ist übrigens eine Klimademo am Rande von Davos. Besonders groß ist das Grüppchen nicht, aber immerhin wurden sie trotz strengster Sicherheitsvorkehrungen in den Ort vorgelassen.
  • 1/21/20 3:20 PM
    Es gibt vermutlich wenige Orte, an denen gerade so viel über Nachhaltigkeit geredet wird, so viel Klimaschutz gepredigt wird - und an denen so viele Menschen selbst für 500 Meter-Distanzen in ein Shuttle-Auto steigen.
  • 1/21/20 2:43 PM
    Zugegeben, es ist ein bisschen hypothetisch, aber sollte Donald Trump in diesem Jahr noch einmal die US-Präsidentschaftswahl gewinnen und Robert Habeck im nächsten Jahr Bundeskanzler werden, dürfte es spannend werden. Der Grünen-Chef saß bei Trumps Rede in Davos mit im Publikum, und hatte hinterher kein gutes Wort für den US-Präsidenten übrig. "Trumps Rede war ein Desaster für die Konferenz", sagte Habeck. Nach dem Auftritt sei "noch klarer" zu sehen, dass die Richtung gewechselt werden müsse: "Wir müssen den Kampf mit Donald Trump aufnehmen, er steht auf der anderen Seite."
  • 1/21/20 2:38 PM
    Mein Kollege Tim Bartz hat Donald Trump auf den Fluren des Kongresszentrums in Davos beobachtet.
  • 1/21/20 2:13 PM
    Nirgends, so heißt es im Volksmund, wird so viel geflunkert wie bei Beerdigungen – und beim Weltwirtschaftsforum, möchte man hinzufügen. Am Vormittag etwa hatte US-Präsident Donald Trump seine nunmehr dreijährige Amtszeit in den buntesten Farben als einzigartige Erfolgsgeschichte beschrieben, dass man aus dem Staunen kaum herauskam.

    Da konnte Chinas Vizepremier Han Zheng natürlich nicht widerstehen. In seiner gut 20minütigen „Special Address“ zeichnete er ein polit-ökonomisches Bild der Volksrepublik, das sich kein PR-Stratege besser hätte ausdenken können. Kostproben? „China öffnet seine Märkte für ausländische Unternehmen und Direktinvestitionen!“, rief Han dem Publikum im Großen Saal des Kongresszentrums zu. Oder: „China schützt geistiges Eigentum!“ Nicht schlecht auch: „China wird eine Vorreiterrolle in der internationalen Zusammenarbeit und beim Klimaschutz spielen!“

    Nun ist es zweifelsfrei so, dass sich Chinas Wirtschaft so dramatisch ändert wie seit dem Aufbruch in den Staatskapitalismus unter Deng Xiaoping vor 40 Jahren nicht mehr. Die Phase rapiden Wachstum mit zweistelligen Raten ist vorbei, 2019 expandierte die Konjunktur noch um 6,1 Prozent – genug, um „unser erstes Jahrhundertziel, den Aufbau einer „moderat wohlhabenden Gesellschaft“, zu erreichen“, wie der Vizepremier stolz verkündete.

    Dass das Land aber Musterknabe in Sachen internationaler Zusammenarbeit und Fairness sein soll, verblüfft dann doch. Gerade was den Schutz geistigen Eigentums und Öffnung seiner Märkte angeht, steht China eher im Ruf, foul zu spielen. Schließlich gab und gibt es jenseits allen Wahlkampf-Getöses gute Gründe, warum Trump den Erzrivalen so hart attackiert wie er es tut.

    In einem freilich unterscheiden sich der Amerikaner und der Chinese dann doch. Während Trump der makro-ökonomisch skurrilen Ansicht ist, dass es allen besser gehe, solange jeder nur fest genug an sich selber denke, pries Han die Globalisierung als "positive Treibkraft in der Welt". Und er fügte an: "Unilaterale, protektionistische Wege schwächen das Fundament des Welthandels."

    Wie ernst Han das meinte, wurde nicht ganz klar - siehe oben. Immerhin aber ist das verbale Bekenntnis zum Multilateralismus weitaus mehr, als man von Trump wohl jemals hören wird.




  • 1/21/20 1:32 PM
  • 1/21/20 1:20 PM
    Gleich wird im Großen Saal des Kongresszentrums Chinas Vizepremier Han Zheng auftreten - und mit ziemlich Sicherheit etwas über den just vereinbarten Waffenstillstand, pardon: das Handelsabkommen seines Landes mit den USA erzählen. Am Vormittag hatte US-Präsident Donald Trump wie ein verknallter Teenager über seine Beziehung zu Hans Chef, Chinas Präsidenten Xi Jinping, gesprochen. Das Verhältnis sei "nie besser gewesen" - natürlich erst, nachdem er, Trump, den Chinesen gezeigt habe, wo der Handels-Hammer hängt. Dass Vizepremier ähnlich ausholt, ist kaum zu erwarten, und der Saal ist auch allenfalls halb gefüllt. Trump hätte sich das vermutlich nicht bieten lassen, Han indes lässt sich nichts anmerken.
  • 1/21/20 12:38 PM
    Greta Thunberg ist offensichtlich nicht nach Davos gekommen, um sich bei Politikern und Top-Managern beliebt zu machen. Bei ihrer Rede geht sie die versammelte Elite hart an: „Was werden Sie Ihren Kindern erzählen, was die Gründe waren für das Versagen waren?“, fragt sie in die Runde.

    Das verbleibende CO2-Budget sei bald verbraucht. Es gehe nicht darum, die CO2-Emissionen auf ein niedriges Niveau zu senken. „Sie müssen auf null.“ Und zwar sehr schnell. Sonst sei das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, nicht zu erreichen.

    Eine solche Begrenzung halten Wissenschaftler für nötig, um die Folgen des Klimawandels beherrschbar zu machen. Die bisherige Klimapolitik reicht allen gängigen Prognosen zufolge aber nicht aus, dieses Ziel zu erreichen.

    Bei Thunberg und ihren Mitstreiterinnen sorgt das mittlerweile für Wut. “Hier geht es nicht um rechts oder links“, sagt Thunberg in Davos, „Eure Parteipolitik interessiert uns überhaupt nicht.“ Alle politischen Richtungen hätten in der Vergangenheit versagt.

    Auch für die groß angekündigten Pläne des Weltwirtschaftsforums, eine Billion Bäume pflanzen zu lassen, hat Thunberg einen Seitenhieb übrig: Bäume zu pflanzen sei zwar gut, ersetze aber nicht die notwendigen radikalen Schritte. Die von ihr ins Leben gerufene „Fridays-for-Future“-Bewegung verlange von allen Teilnehmern in Davos, von Unternehmen und Banken, sich komplett aus fossilen Brennstoffen und deren Finanzierung zurückzuziehen. Und zwar sofort.

    Hinterher schickt sie noch eine Art Kriegserklärung: „Meine Generation wird nicht kampflos aufgeben.“

    Bei den Teilnehmern auf dem Podium stößt Thunberg mit ihrer Wutrede durchaus auf Offenheit. „Ich verstehe die Empörung vollkommen“, sagt Allianz-Chef Oliver Bäte. Man müsse sie aber mit Optimismus verbinden. In einem Punkt ist sich Bäte aber mit Thunberg einig: "Wir haben keine 30 Jahre Zeit."


  • 1/21/20 12:03 PM
    Greta Thunberg (2.v.l.) mit der deutschen Aktivistin Luisa Neubauer (2.v.r.)
  • 1/21/20 11:57 AM
    Nach Trumps Rede hat nun Greta Thunberg die Möglichkeit, zu reagieren. Sie hält eine kleine Ansprache vor einer Podiumsdiskussion mit dem vielsagenden Titel "Die Klima-Apokalypse verhindern". Auf dem Podium sitzt unter anderem der Chef des weltgrößten Versicherungskonzerns Allianz, Oliver Bäte. Der Andrang ist auch bei dieser Veranstaltung gewaltig - und das dürfte nicht unbedingt am Allianz-Chef liegen.
  • 1/21/20 11:20 AM
    Trump spricht über den Brand von Notre Dame, den er offenbar als Gleichnis für die Zukunft sieht. Die Kirchen von Europa zeigten, welche außergewöhnlichen Herausforderungen die Menschheit bestehen könnte. Unterm Strich treibt Trump den amerikanischen Fortschrittsoptmismus auf die Spitze. Botschaft: Alles wird gut.
  • 1/21/20 11:17 AM
    Jetzt attackiert Trump offen jene, die mehr Klima- und Umweltschutz fordern. Es handele sich um die "Erben der albernen Wahrsager von Gestern", die früher zum Beispiel auch vor Überbevölkerung gewarnt hätten. Diese "Alarmisten" wollten absolute Kontrolle, aber die USA würden sich nie "radikalen Sozialisten" unterordnen.
  • 1/21/20 11:14 AM
    Wachstum, wirtschaftliche Unabhängigkeit, Größe, Reichtum – das Signal von Trump an die übrigen Regierungschefs im Publikum: Die USA brauchen niemanden, um groß, stolz und stark zu sein. Das Motto der Konferenz von Davos, gemeinsam die Welt retten, spielt in seiner Rede keine Rolle.
  • 1/21/20 11:11 AM
    Wenn Trumps Rede bislang eines bewiesen hat, dann dies: Der angebliche "Geist von Davos", diese Überzeugung vom Wert multilateraler Verhandlungen, hat Trump auch beim zweiten Besuch nicht mal ansatzweise erfasst.
  • 1/21/20 11:09 AM
    Jetzt ist Trump beim Reizthema Handel. Keine Vorgängerregierung habe etwas gegen Chinas "Raubtierpraktiken" getan. Jetzt gebe es "substantielle" Zugeständnisse und das Verhältnis sei "nie besser gewesen".
  • 1/21/20 11:06 AM
    Klimawandel, Iran, Amtsenthebungsverfahren? All das spielt bislang keinerlei Rolle bei Trumps Rede. Stattdessen empfiehlt er seine Land mal wieder der Welt als Vorbild. "Es gibt keinen besseren Ort auf der Welt als die Vereinigten Staaten."
  • 1/21/20 11:03 AM
    Alles in seiner Politik diene dem amerikanischen Arbeiter, behauptet Trump. Dann bekräftigt er einmal mehr eine Überzeugung, die in Davos mit seinem Bekenntnis zum Multilateralismus besonders seltsam klingt: Wenn alle Länder sich auf die eigenen Interessen konzentrieren, ist es für alle das Beste.
  • 1/21/20 11:03 AM
    Während der Trump-Rede werden Din A-4 -Blätter mit Zahlen und Fakten im Publikum herumgereicht, die Trumps Selbstlob widersprechen sollen. Die Investitionen seien zurückgegangen, die vermeintlichen Steuererleichterungen führten zu Steuererhöhungen für 53 Prozent aller US-Steuerzahler, 44 Prozent aller US-Arbeiter haben Niedriglohn-Jobs, das Wachstum im letzten Quartal betrug 2,1 Prozent und war damit geringer als im Schnitt von Barack Obamas zweiter Amtszeit (2,4 Prozent). Wer hinter der Aktion steckt? Unklar.
  • 1/21/20 10:59 AM
    Und immer noch ein Superlativ mehr: "Der amerikanische Traum ist zurück: Größer, besser und stärker als je zuvor", behauptet Trump. Dann erneuert er einmal mehr seine Grundsatzkritik an der US-Zentralbank Fed, welche die Zinsen zu schnell erhöht habe. Leichtes Raunen im Saal.
  • 1/21/20 10:56 AM
    Bis jetzt ist Trumps Rede eine einzige Zahlenschlacht zu seinen angeblichen Erfolgen. So will er auch die Ungleichheit bekämpft haben: Die USA seien jetzt die "die inlusivste Volkswirtschaft, die je existiert hat".
  • 1/21/20 10:54 AM
    Trump lobt sich selbst: "Seit meiner Wahl haban die USA über sieben Millionen Jobs geschaffen, mehr als drei mal so viele, wie die Regierung geplant hatte."
  • 1/21/20 10:51 AM
    Trump beginnt seine Rede in gewohnter Bescheidenheit. Vor zwei Jahren habe er hier in Davos das wirtschaftliche Comeback seines Landes versprochen - und Wort gehalten. "Die USA sind in der Mitte eines ökonomischen Booms, wie ihn die Welt noch nie gesehen hat." Und weiter: "Amerika gewinnt wie noch nie zuvor."
  • 1/21/20 10:50 AM
    Trump hat die Bühne
  • 1/21/20 10:50 AM
  • 1/21/20 10:43 AM
    Statt Donald Trump jetzt erstmal eine Schweizer Traditions-Performance.
  • 1/21/20 10:30 AM
    Absolute Stille im Saal. Alle warten auf Trump.
  • 1/21/20 10:16 AM
    Auch die Schweizer Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga spart nicht an dramatischen Worten. "Die Welt steht in Flammen", sagt sie mit Bezug auf die Flächenbrände in Australien. Unterbrochen wird ihre Rede durch ein Video zum Thema Bienensterben. Wenn wirtschaftliche über ökologische Interessen gestellt würden, seien die Folgen "dramatisch", so Sommaruga.
  • 1/21/20 10:08 AM
    Eindringliche Grußworte von Forums-Gründer Klaus Schwab: „Die Welt ist in einer Notlage und das Fenster zum Handeln schließt sich.“ „Wir dürfen uns nicht lähmen lassen, wir sind verantwortlich, jeder von uns muss dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“
  • 1/21/20 9:59 AM
    Donald Trump legt bekanntlich großen Wert auf Zuschauerzahlen. In Davos kann er sich nicht beschweren: Die Kongresshalle ist bis auf den letzten Platz gefüllt.
  • 1/21/20 9:50 AM
    Neben den ganz großen Fragen aus Politik und Wirtschaft werden beim Weltwirtschaftsforum auch deutlich exotischere Themen diskutiert. Ahnen Sie welche? Mehr dazu in unserem Davos-Quiz.
  • 1/21/20 9:04 AM
    Der Andrang vor dem großen Saal des Kongresszentrums ist riesig. Hier wird gegen 11:30 Uhr US-Präsident Donald Trump sprechen.
  • 1/21/20 9:04 AM
    PR-Guru Richard Edelman heizt den in Davos versammelten Konzernbossen und Regierungschefs zum Start in den Tag ordentlich ein. Um 7.30 Uhr morgens hat Edelman zur Diskussion geladen und wirft erst einmal erschreckende Zahlen in den Raum: 83 Prozent der Arbeitnehmer weltweit hätten Angst ihren Job zu verlieren, drei Viertel fürchten, dass sie ihren sozialen Statuts nicht halten können. 75 Prozent würden das aktuelle Wirtschaftssystem für unfair halten, 66 Prozent trauen den Führungseliten in Politik und Wirtschaft nicht mehr zu, die Probleme erfolgreich zu lösen und 56 Prozent sehen im Kapitalismus von heute eine Kraft, die die Welt zum Schlechteren verändert. Edelman und seine PR-Agentur erheben die Zahlen jedes Jahr für ihr Trust-Barometer, einen globalen Vertrauensindex. Sein Fazit: Die wachsende Unsicherheit, Angst und Ungleichheit untergraben das Vertrauen in die Demokratie und den Kapitalismus.

    Eine klare Aufforderung an die Konzernchefs hat Edelman auch dabei: 92 Prozent der Arbeitnehmer wünschten sich, dass ihr Chef sich äußert und sich öffentlich engagiert, wenn es um Themen wie Klimaschutz, Immigration, den ethisch verantwortungsbewussten Einsatz von Technologien und Künstlicher Intelligenz geht. Siemens-Chef Joe Kaeser, der ebenfalls nach Davos kommt, wird das gerne hören, wenngleich ihm sein Einsatz an der „Purpose“-Front regelmäßig Ärger einbringt, wie zuletzt, als Kaeser erst der Fridays for Future-Aktivistin Luisa Neubauer einen Job im Aufsichtsgremium anbot, und dann doch verkündete, Siemens halte an dem umstrittenen Kohlebergwerks-Auftrag in Australien fest. Auf Nachfrage des SPIEGEL hat Edelman einen tröstenden Rat an den Siemens-Boss: „Durchhalten, seien Sie mutig. Es braucht mehr Firmenchefs, die sich öffentlich äußern“. Microsoft-Präsident Brad Smith rät Kaeser: Wer sich ins Feuer begebe, dürfe die Hitze nicht scheuen.
  • 1/21/20 8:26 AM
    Für die Veranstalter des Weltwirtschaftsforums ist es ein Dilemma: Einerseits wollen sie Greta Thunberg eine Bühne in Davos bieten, um ihre Botschaften zum Klimaschutz zu verbreiten, andererseits wollen sie den Hype um die Person nicht noch weiter befeuern.

    Beim ersten Auftritt Thunbergs ist zumindest der zweite Teil gut gelungen. Denn bei der 45-minütgen Podiumsdiskussion „Einen Weg für die gemeinsame Zukunft formen“ ist die 17-jährige Schwedin eher eine Randfigur.

    Das mag zum einen an der etwas angeschlagenen Gesundheit Thunbergs liegen – Berichten zufolge ist sie schwer erkältet. Doch der vielleicht noch wichtigere Grund sind die anderen jungen Menschen, die die Veranstalter aufs Podium eingeladen haben. Allen voran beeindruckt vor allem die 18-jährige Natasha Mwansa aus Sambia die Zuhörer, die sich besonders eloquent und kraftvoll für die Rechte von Kindern und Jugendlichen einsetzt und dafür immer wieder spontanen Applaus bekommt.

    Auf den Umgang mit all den versammelten Regierungschefs und Wirtschaftsführern angesprochen, sagt Mwansa: „Wir sind mittlerweile an einem Punkt, dass wir sie nicht zu sehr einschüchtern wollen.“

    Thunberg hält sich dagegen sehr zurück: „Ich kann mich nicht darüber beschweren, nicht gehört zu werden“, sagt sie. „Ich werde die ganze Zeit gehört.“ Es gehe aber vor allem darum, dass die Wissenschaft stärker wahrgenommen werde.

    Gegen Ende der Diskussion holt sie einen Zettel raus, weil sie noch einmal ihre Kernbotschaft loswerden möchte. Um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, müssten reiche Staaten ihre CO2-Emmission als erste und sehr schnell runterfahren und anschließend ärmeren Ländern helfen, dasselbe zu tun, sagt Thunberg. „Ich weiß, Ihr wollt nicht darüber berichten und darüber reden, aber ich werde diese Zahlen immer weiter wiederholen.“

  • 1/21/20 8:07 AM
    Zanny Minton-Bedoes hat einen flamboyanten Namen, vor allem aber ist sie Chefredakteurin des "Economist". Das britische Wirtschaftsmagazin, das sie seit nunmehr fünf Jahren leitet, macht sich vergleichsweise wenig Gedanken um flottes Layout oder scharf geschnittene Bilder, dafür glänzt das Traditionsblatt umso mehr mit messerscharfen Analysen.

    Mit Blick auf ihr Heimatland kommt Minton-Beddoes, die am Dienstagmorgen zum Frühstück ins Hotel Belvedere lud, zu einem ambivalenten Urteil: Premier Boris Johnson habe mit seiner gewaltigen Mehrheit im Unterhaus die Chance, das (derzeit noch) Vereinigte Königreich stärker zu verändern als die meisten seiner Vorgänger(innen). In dieser Hinsicht stelle er sogar Margaret Thatcher, die Eisheilige der Konservativen weltweit, in den Schatten.

    "Wir werden eine neue Art Politik erleben: mehr staatliche Ausgaben, mehr Interventionen", so Minton-Beddoes. Sie selbst ist eine vehemente Gegnerin des Brexit, muss sich jetzt aber den Dingen fügen - ihr Zähneknirschen darüber war bis in die letzte Reihe zu hören. Die Briten hätten immerhin die Chance, "global leader" in Sachen Windkraft zu werden, schließlich findet Mitte November die 26. Klimakonferenz der Vereinten Nationen im schottischen Glasgow statt.

    Dass die Brexit-müden Schotten bis dahin noch Teil des Königreichs sind, davon geht Minton-Beddoes aus. "Ich glaube eher an die irische Wiedervereinigung als an Schottlands Unabhängigkeit." Das wichtigste Thema auf der Insel, der "Mexit - also die Lossagung von Prinz Harry und seiner Gattin Meghan vom Königshaus - findet die "Economist"-Chefin im Übrigen so rätselhaft wie den EU-Austritt ihrer Heimat: "Das ist wie beim Brexit: Sie hatten die besten aller Welt und schmeißen alles weg."
  • 1/21/20 7:36 AM
    Greta Thunberg hat ihren ersten Auftritt bei einer Podiumsdiskussion mit drei anderen jungen Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten. Der Andrang im Saal ist riesengroß. In Thunbergs Gefolge mit dabei ist auch die deutsche Aktivistin Luisa Neubauer.
  • 1/21/20 7:09 AM
    Die Eröffnungsrede von US-Präsident Trump soll das Highlight an diesem Dienstag werden. Er spricht ab 11:30 Uhr. Doch eine andere Teilnehmerin könnte ihm ein bisschen die Show stehlen: Die 17-jährige schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat heute gleich zwei Auftritte, bei denen sie die versammelten Politiker und Wirtschaftsführer zu mehr Klimaschutz auffordern will. Wir berichten Ihnen hier im Blog, wer von den beiden das größere Aufsehen erregt hat.
  • 1/21/20 7:03 AM
    Guten Morgen aus Davos! Das 50. Weltwirtschaftsforum (WEF) wurde am Montagabend schon mal gefeiert. Die Rede zum Jubiläum hielt Ursula von der Leyen (hier mit WEF-Gründer Klaus Schwab). Der EU-Kommissionspräsidentin kommt in diesem Jahr noch eine besondere Rolle zu: Sie trifft sich in Davos mit US-Präsident Donald Trump, um über die amerikanisch-europäischen Handelsstreitigkeiten zu sprechen (Foto: Keystone/dpa)
  • 1/21/20 7:00 AM
    Willkommen beim Davos-Blog! Hier berichten SPIEGEL-Reporter live vom Weltwirtschaftsforum im Schweizer Alpendorf. Rund 3000 Teilnehmer aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Medien diskutieren bis zum 24. Januar die Probleme der Welt - im Mittelpunkt steht diesmal der Klimawandel, aber auch der zunehmende Populismus und Protektionismus. Wir informieren Sie über wichtige Reden, spannende Debatten und skurrile Beobachtungen am Rande.
Tickaroo Liveblog Software
Mehr lesen über