Weniger Einnahmen Ramsauer muss bei Lkw-Maut Abstriche machen

Die Einnahmen aus der Lkw-Maut fallen niedriger aus als erwartet. Der Bund streicht in diesem Jahr 300 Millionen Euro weniger ein. Das Geld muss Verkehrsminister Peter Ramsauer nun in seinem nächsten Etat einsparen.


Düsseldorf - Der Bund nimmt 2010 fast zehn Prozent weniger Maut ein als im Bundeshaushalt eingeplant. "Dieses Jahr werden wir mehr als 300 Millionen Euro weniger Maut einnehmen als vorhersehbar war", sagte der zuständige Staatssekretär im Verkehrsministerium, Klaus-Dieter Scheurle, dem "Handelsblatt".

Der Bund hatte mit Mauteinnahmen von 4,8 Milliarden Euro gerechnet. Tatsächlich werden es aber weniger als 4,5 Milliarden Euro.

Damit liegen die Einnahmen nur knapp über jenen des Vorjahres. Beim Start der Lkw-Maut betrugen die Einnahmen 2,9 Milliarden Euro, bis 2009 stiegen sie auf 4,3 Milliarden.

Die Differenz zur Prognose muss Verkehrsminister Peter Ramsauer in seinem Etat einsparen. Denn das Geld ist bereits ausgegeben: Die vorhergesagten Einnahmen werden stets im laufenden Jahr in Schienen, Straßen und Wasserwege investiert, obwohl der genaue Betrag erst zum Jahresende feststeht.

Der sogenannte Mautschaden summiert sich zusammen mit dem Krisenjahr 2009 auf mindestens eine Milliarde Euro. 2009 lag er bereits bei 685 Millionen Euro.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, die Einnahmen seien niedriger als im Jahr 2009. Diese Aussage beruhte auf Zahlen des "Handelsblatts". Das Verkehrsministerium hat die Angaben mittlerweile korrigiert. Demnach fallen die Einnahmen zwar tatsächlich um 300 Millionen niedriger aus als erwartet - die Summe sei aber immer noch höher als im Vorjahr.

cte/dapd/AFP



insgesamt 15 Beiträge
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Realo, 27.12.2010
1. Das geht doch nicht.....
....sofort eine PKW-Maut einführen. So jetzt mal im Ernst, 2009 war Krise, konnte ich am geringeren LKW Verkehr und kürzeren Fahrzeiten für mich selber feststellen. Ab Mitte 2010 ging es aber mit dem LKW-Verkehr wieder los, sehr schön zu merken auf der A1 Richtung Hamburg. 2011 soll wieder ein Boomjahr werden (was die Analysten so faseln) dann steigen auch wieder die LKW-Maut-Einnahmen. Vor allem wenn die DB so weiter agiert wie bisher. Schwerverkehr auf die Schiene - hahaha, das wird doch nie was, vor allem nicht weil ein großteil der eingemotteten Wagons der DB inzwischen verrottet bzw. in einem sehr schlechten Zustand sind. (Achsen, Bremsen, Radreifen).
ThomasPr, 27.12.2010
2. .
Zitat von sysopDie Einnahmen aus der Lkw-Maut sind erstmals gesunken. Der Bund streicht in diesem Jahr 300 Millionen Euro weniger ein als erwartet. Das Geld muss Verkehrsminister Peter Ramsauer nun in seinem nächsten Etat einsparen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,736631,00.html
Ich glaube mal gelesen zu haben, daß von der LKW-Maut nur 20% wirklich in Verkehrsprojekte fließen. Der Großteil verschwindet also im großen Topf. Warum soll dann das Verkehrsministerium den Betrag einsparen? Genauso könnt man vom Gesundheitsministerium verlangen, fehlende Tabaksteuereinnahmen einzusparen.
weltbetrachter 27.12.2010
3. sollen wir doch alle froh sein ....
Weniger LKA-Maut ergibt weniger Schadstoffausstoß. Und das ist gut für die Umwelt. Soll der Minister um jeden Euro froh sein, die die Maut sinkt. ABER: Hier scheinen die Einnahmeninteressen mal wieder vor den Umweltinteressen zu stehen. Wie immer halt. ALSO: Pustet in die Luft was geht, damit der Minister seine Einnahmen aus der Maut wieder steigern kann. UND: Wenn es stimmt, das nur 20 % in Verkehrsprojekte fließen - was ist mit dem Rest ???
watermark71 27.12.2010
4. Mehr Abzocke denn Sinn
Die LKWs sollten ihre Maut zurückfordern. Das, was ihnen mancherorts in diesen Wintertagen an Autobahndienst zugemutet wird, ist keinen Cent wert.
deppvomdienst 27.12.2010
5. Die LKW-Maut ist ein Irrweg!
Zitat von weltbetrachterWeniger LKA-Maut ergibt weniger Schadstoffausstoß. Und das ist gut für die Umwelt. Soll der Minister um jeden Euro froh sein, die die Maut sinkt. ABER: Hier scheinen die Einnahmeninteressen mal wieder vor den Umweltinteressen zu stehen. Wie immer halt. ALSO: Pustet in die Luft was geht, damit der Minister seine Einnahmen aus der Maut wieder steigern kann. UND: Wenn es stimmt, das nur 20 % in Verkehrsprojekte fließen - was ist mit dem Rest ???
Die Spediteure haben gelernt und wissen, wie mag die Maut legal umgehen kann: Streckenoptimierung (also durch die Städte und über Bundesstraße), "Ablastung" - also die Verringerung des zulässigen Gesamtgewichts, Umstieg auf kleinere Fahrzeuge, die nicht unter die Maut fallen, ... Wer glaubt, dass weniger Mauteinnahmen auf weniger gefahrene Kilometer schleißen lassen, hat sich mit den Interna der Speditionsbranche noch nicht befasst. Das Hase-und-Igel-Spiel ist eröffnet. Sobald der Gesetzgeber ein Schlupfloch schließt, hat die Speditionsbranche schon zwei neue gefunden. Diese Sch...-Maut muss weg und ersetzt werden durch - europaweit - höhere Steuern auf Kraftstoffe.
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