Neues Anleihe-Modell Wie Projektbonds funktionieren sollen

Sie sind eine neue Hoffnung im Kampf gegen die Krise: Projektbonds sollen Milliarden-Investitionen in der EU ermöglichen. Ein Überblick über die Pläne der Kommission.
Strommasten: Mit Projektbonds könnten auch Stromnetze finanziert werden

Strommasten: Mit Projektbonds könnten auch Stromnetze finanziert werden

Foto: Armin Weigel/ dpa

Hamburg - Europas Krisenländer brauchen mehr Investitionen - diese Forderung wird immer lauter. Aber woher soll das Geld kommen? Gemeinsame Staatsanleihen, sogenannte Euro-Bonds, lehnt vor allem Deutschland ab. Nun will die EU-Kommission über sogenannte Projektbonds neue Geldquellen erschließen. Bis 2014 könnten damit laut einem Sprecher 4,6 Milliarden Euro erwirtschaftet werden.

Die Projektbonds könnten laut Kommission Investoren für große, grenzüberschreitende Infrastruktur wie Stromnetze, Straßen oder Schienen gewinnen. Den größten Teil des Geldes sollen dabei private Investoren wie Banken, Pensionsfonds oder Hedgefonds beisteuern. Um sie zu gewinnen, würden insgesamt 230 Millionen Euro aus dem EU-Budget als Garantien bereitstehen.

Ähnlich wie bei Euro-Bonds übernähmen die EU-Länder also ein gemeinsames finanzielles Risiko. Während sich die Länder bei den Gemeinschaftsanleihen jedoch dauerhaft gemeinsam Geld leihen würden, wäre der Einsatz bei den Projektanleihen deutlich geringer und zeitlich begrenzt.

Bei der Überwachung und Umsetzung der Anleihengeschäfte soll die Europäische Investitionsbank (EIB) helfen. Mit ihrer Hilfe könnten laut EU-Kommission bis Ende 2013 zwischen vier und zehn wichtige grenzüberschreitende Infrastrukturprojekte finanziert werden.

dab/AFP/dapd
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