Wilke-Skandal Hessens Umweltministerin will schärfere Lebensmittelüberwachung

Keimbelastete Wurst des Herstellers Wilke soll zu zwei Todes- und mehr als drei Dutzend Krankheitsfällen geführt haben. Die hessische Umweltministerin will als Konsequenz die Kontrollen verstärken.

Priska Hinz fordert stärkere Lebensmittelkontrollen
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Priska Hinz fordert stärkere Lebensmittelkontrollen


Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) will die Lebensmittelkontrollen verschärfen. Hintergrund ist der Skandal um keimbelastete Wurst.

Es müsse effizientere Strukturen geben, die ein frühzeitigeres Eingreifen ermöglichen und dem Ministerium mehr Handlungsspielraum lassen, sagte die Ministerin in Wiesbaden. "Wir brauchen eine besser aufgestellte Lebensmittelüberwachung, damit ein solcher Fall nicht wieder vorkommt."

Die Waren des nordhessischen Wurstherstellers Wilke werden mit zwei Todesfällen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt gegen den Geschäftsführer wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung sowie der fahrlässigen Körperverletzung und des Verstoßes gegen das Lebensmittelrecht. Das Unternehmen hat inzwischen vorläufige Insolvenz angemeldet. Deshalb gebe es derzeit auch keinerlei Kooperation mit den Behörden, sagte Hinz.

Die für Lebensmittelkontrolle zuständigen kommunalen Behörden hätten noch keinen Abschlussbericht über die Vorgänge bei der Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH vorgelegt, sagte die Grünen-Politikerin. Deshalb könne sie auch nicht abschließend sagen, ob Fehler bei den Kontrollen gemacht wurden.

Das Ministerium habe nicht die Kompetenz gehabt, den Betrieb stillzulegen.

brt/dpa

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