Artenschutz vs. Windkraft „Was heißt hier bitte Vogelschredder?“

Windenergie und Artenschutz blockieren sich gegenseitig. Bei einem Waldspaziergang versuchen Deutschlands oberster Artenschützer und der größte Windkraftfan der Grünen den ewigen Streit zu schlichten.
Nabu-Neu-Chef Jörg-Andreas Krüger, Grünen-Urgestein Oliver Krischer

Nabu-Neu-Chef Jörg-Andreas Krüger, Grünen-Urgestein Oliver Krischer

Foto: Dawin Meckel/ OSTKREUZ

Es ist ein sonniger, frühlingshafter Januarmorgen. Wintergoldhähnchen, Wacholderdrosseln und Goldammern tirilieren in den Wipfeln der Karower Teiche, eines Naturschutzgebietes im Nordosten Berlins. Durch die kahlen Baumkronen hindurch kann man die Rotoren eines nahegelegenen Windparks sehen.

Auf einem der Kieswege gehen, jeweils mit Ferngläsern behangen, Oliver Krischer und Jörg-Andreas Krüger spazieren. Krischer ist seit langem Vizechef der Grünenfraktion und seit noch längerem der wohl größte Windkraftfan seiner Partei. Krüger ist seit November Präsident des Naturschutzbundes - eines Verbands mit rund 770.000 Mitgliedern und Förderern, dem bisweilen nachgesagt wird, er wolle die Windenergie an liebsten abschaffen.

Krischer und Krüger haben sich auf einen Spaziergang getroffen, um nach Lösungen zu suchen, wie sich der Artenschutz und die Windenergie in Deutschland besser vernetzen lassen. Da beide leidenschaftliche Ornithologen sind, entspinnt sich zwischen ihnen bald ein kleiner Wettbewerb, wer mehr Vögel anhand ihres Gesangs bestimmen kann.

SPIEGEL: Herr Krüger, wussten Sie, dass Herr Krischer kürzlich aus dem Nabu austreten wollte?

Krüger: Oh? Nein. Warum?

Krischer: Ich bin seit fast 40 Jahren Nabu-Mitglied. Ich bin, wie Sie, leidenschaftlicher Ornithologe. Aber die Art, wie Ihr Verband mitunter die Windenergie dämonisiert, regt mich fürchterlich auf. "Windräder bedrohen den Rotmilan", "Windräder sind Vogelschredder". Was heißt hier bitte Vogelschredder? Solche Zuspitzungen lassen mich fast explodieren. Vergangenen Oktober hat es mir dann gereicht.

SPIEGEL: Was haben Sie getan?

Krischer: Ich habe meine Kündigung in den Laptop gehackt.

Krüger: Und dann?

Krischer: Dann kam meine Frau ins Zimmer und stoppte mich. "Wenn man so lange irgendwo Mitglied ist, dann schläft man da wenigstens eine Nacht drüber", sagte sie mir. Das habe ich dann auch gemacht. Und den Brief letztlich nicht abgeschickt.

SPIEGEL: Ihre Wutreaktion verweist auf einen allgemeinen Konflikt: Der Artenschutz wird oft als einer der größten Verhinderer der Windkraft genannt. Umgekehrt gelten Windräder als Todesrisiko für gefährdete Arten. Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie gut sind beide Systeme aufeinander abgestimmt?

Krüger: Mäßig, würde ich sagen, daher fünf. Es werden heute immerhin keine Windparks mehr in EU-Vogelschutzgebieten gebaut. Das ist schon ein großer Fortschritt, auch wenn das aus heutiger Sicht fast schon sarkastisch klingt. Aber es gibt noch immer mindestens ein halbes Dutzend Arten, die durch den Ausbau der Windenergie an Land enorm gefährdet sind.

Krischer: Ich würde auf der Skala sogar nur eine drei geben. Es dauert heute oft viele Jahre, bis ein Windpark gebaut werden kann – auch weil Bürgerinitiativen den Artenschutz geschickt kapern und Planverfahren durch immer neue Gutachten verzögert werden.

SPIEGEL: Ärgert Sie das?

Krischer: Mich ärgert, wie heuchlerisch man mancherorts die eigenen Interessen vertritt. Es gibt Anwohner, die ihre Liebe zum Rotmilan zufällig genau dann entdecken, wenn Windräder vor ihrer Haustür geplant sind. Vorher hätte man ihnen wahrscheinlich erzählen können, Rotmilane seien serbische Freiheitskämpfer, und sie hätten das geglaubt.

SPIEGEL: Herr Krüger, wie sehen Sie das?

Krüger: Ich muss leider zustimmen. Der Artenschutz wird tatsächlich von allerlei Interessengruppen funktionalisiert.

SPIEGEL: Leider? Ist es denn aus Ihrer Sicht nicht gut, wenn sich möglichst viele Bürger für den Artenschutz engagieren – egal aus welchen Gründen?

Krüger: Nein, überhaupt nicht. Es geht darum, den Artenschutz möglichst eng mit der Energiewende zu verzahnen. Die Erderhitzung ist eine riesige Bedrohung für viele Arten auf diesem Planeten. Die Energiewende ist eines der wichtigsten Mittel dagegen. Ohne Energiewende können wir uns allen Artenschutz auch gleich sparen.

Wasservögel auf den Karower Teichen. Die Kraniche, von denen Oliver Krischer gleich sprechen wird, sind leider nicht mit auf dem Bild.

Wasservögel auf den Karower Teichen. Die Kraniche, von denen Oliver Krischer gleich sprechen wird, sind leider nicht mit auf dem Bild.

Foto: Dawin Meckel/ OSTKREUZ

Krischer und Krüger kommen an einem kleinen Teich vorbei. "Kraniche", sagt Krischer und deutet auf ein paar große Vögel, die am Rand des Gewässers stehen. "Ein Zeichen der Klimakrise." Krüger nickt. Laut Nabu werden Kraniche immer zugfauler. Sie legen teils nur noch kurze Strecken zurück, da längere Reisen durch die Erderwärmung oft nicht mehr nötig sind.

SPIEGEL: Herr Krüger, wenn man die "Vogelschredder"-Polemik Ihrer Ortsverbände hört, dann bekommt man eher den Eindruck, der Nabu sei gegen Windräder.

Krüger: Solch zugespitzte Schlagzeilen sind in der Tat nicht hilfreich. Ich würde in meiner Funktion als Präsident gern klarmachen: Klimaschutz ist die Voraussetzung für Artenschutz. Es gibt nicht zwei Seiten. Wir müssen beides stärker zusammendenken, und zwar dringend.

Krischer: Da haben Sie aber noch dicke Bretter zu bohren. Ich bin selbst in mehreren regionalen Nabu-Gruppen. In meiner Kreisgruppe hört man den Satz: "Bei uns wird keine einzige Windanlage mehr gebaut."

Krüger: In den Kreisgruppen sitzen oft Menschen, die sich schon sehr lange für Natur- und Artenschutz engagieren. Sie mussten hinnehmen, wie die Landwirtschaft immer schädlicher für die Natur wurde, und dann kamen noch die Windräder obendrauf. Ich kann den Groll dieser Leute gut verstehen. Aber, Sie haben recht: Wir müssen auch auf Kreisebene stärker Energiewende und Artenschutz vereinen.

SPIEGEL: Wie lassen sich nun Energiewende und Artenschutz besser in Einklang bringen?

Krischer: Die zentrale Stellschraube ist aus meiner Sicht eine raumübergreifendere Planung. Wir müssen weg vom planerischen Klein-Klein. Das würde ganz andere Steuerungsmechanismen ermöglichen.

Krüger: Dem stimme ich zu. Wenn wir planerisch größer denken, ließen sich Landwirtschaft und Windenergie besser verzahnen. Wenn ich zum Beispiel in einer Region schon hohe Belastungswerte durch Überdüngung oder Monokulturen habe, dann könnte eine Auflage für den Bau eines Windparks sein, dass die Belastungen insgesamt nicht weiter steigen. Zum Beispiel, indem man geeignete Ausgleichsflächen schafft.

Krischer: Davon würden übrigens nicht nur jene Arten profitieren, die womöglich durch einen Windpark gefährdet wären - sondern alle Arten in der Gegend.

Eine der Wiesen, an denen Krüger und Krischer vorbeispaziert sind: So oder so ähnlich kann man sich eine Ausgleichsfläche für ein Windrad vorstellen. Natürlich würden hier, abhängig von den Vogelarten, die es zu schützen gilt, immer etwas andere Pflanzen wachsen.

Eine der Wiesen, an denen Krüger und Krischer vorbeispaziert sind: So oder so ähnlich kann man sich eine Ausgleichsfläche für ein Windrad vorstellen. Natürlich würden hier, abhängig von den Vogelarten, die es zu schützen gilt, immer etwas andere Pflanzen wachsen.

Foto: Dawin Meckel/ OSTKREUZ

SPIEGEL: Lauter Vorteile also. Wie ließe sich die Raumplanung entsprechend umgestalten?

Krüger: Voraussetzung ist, dass Daten zum Natur- und Artenschutz öfter und präziser erhoben werden. Die letzten Daten zum Rotmilan stammen zum Beispiel aus dem Jahr 2016. Wie sich die Population seitdem entwickelt hat, können wir nur schätzen. Bei unseren lokalen Mitgliedern führt das teils zu einer Vorsorgementalität.

SPIEGEL: Mangelnde Messbarkeit führt zu Unsicherheit - und die wiederum dazu, dass bei jedem neuen Windpark erst einmal Gutachten zum Artenschutz gefordert werden?

Krüger: Ja. Und das wiederum führt zu Ineffizienz. Windparkprojekte werden verzögert. Und Maßnahmen für den Artenschutz werden teils zu spät ergriffen.

Krischer: Eine regelmäßige Messung hätte noch einen sehr zentralen Vorteil: Man könnte sich darauf konzentrieren, dass Populationen gefährdeter Arten insgesamt nicht schrumpfen – statt wegen einzelner Tiere ganze Windparkprojekte zu stoppen.

SPIEGEL: Herr Krüger, sehen Sie das auch so? Wären einzelne tote Vögel für Sie verkraftbar?

Krüger: Ja. Wenn die Populationen gefährdeter Arten insgesamt stabil bleiben, dann kann man aus meiner Sicht durchaus riskieren, dass ab und zu ein Mäusebussard in ein Windrad fliegt.

SPIEGEL: Ließe sich so auch der Windschredder-Alarmismus Ihrer kommunalen Verbände regulieren?

Krüger: Absolut. Mit einem Populationsansatz könnten Artenschützer sich gezielt für geeignete regionale Ausgleichsflächen einsetzen, statt sich im Abwehrkampf gegen einzelne Anlagen zu verkämpfen. Das wäre unterm Strich auch deutlich wirkmächtiger.

Ornithologen-Duo K. & K. Krischer war meist schneller beim Vogelartenbennenen.

Ornithologen-Duo K. & K. Krischer war meist schneller beim Vogelartenbennenen.

Foto: Dawin Meckel/ OSTKREUZ

Krüger und Krischer erreichen eine Aussichtsplattform. Sie zücken beide ihre Ferngläser und spielen wieder Bestimmungspingpong: "Erlenzeisig" - "Gimpel" – "Schnatterente". Krüger erzählt, er sei kurz davor, in den "Club 300" aufgenommen zu werden. Um diese Auszeichnung zu erhalten, müsse man 300 Vogelarten in Deutschland beobachtet haben. Beobachtungen seltener Arten müssen von der Deutschen Seltenheitskommission zertifiziert werden.

Krischer sagt, er sei längst drin sei im Club 300. Er habe da einen ziemlichen Sammler-Tick. Er sei sogar einmal in die Niederlande gefahren, nur weil man dort zu dieser Zeit die seltene Rosenmöwe beobachten konnte.

SPIEGEL: Blicken wir auf die rechtlichen und gesetzlichen Strukturen: Was muss sich konkret ändern, um Energiewende und Artenschutz über größere Flächen hinweg zu integrieren?

Krüger: Grundvoraussetzung ist aus meiner Sicht, zentrale Regelungen für den Artenschutz bundesweit zu vereinheitlichen. Wir arbeiten zum Beispiel viel mit dem Begriff des Dichtezentrums. Was bedeutet, dass in einem bestimmten Radius um ein geplantes Windrad eine gewisse Anzahl gefährdeter Vögel brütet. An sich ein nützliches Konzept. Nur leider variieren die Anforderungen für ein Dichtezentrum von Region zu Region und dazu gibt es dann noch Dutzende Sonderregelungen und Ausnahmen.

SPIEGEL: Sie meinen: Der Anspruch, alles fair zu regulieren, führt zum Gegenteil des ursprünglichen Ziels? Statt Klarheit und Ordnung zu schaffen, erzeugt der Föderalismus Unsicherheit und Chaos?

Krüger: So lässt sich das zusammenfassen, ja.

Krischer: Ich würde noch weitergehen: Der Flickenteppich an Regeln führt auch zu Stillstand. Die regionalen Behörden müssen ständig fürchten, von Windkraftgegnern verklagt zu werden, weil sie Irgendetwas übersehen haben. Es drohen dann Baustopps und Schadensersatzforderungen. Die Folge ist ein ungesunder Perfektionismus: Man flüchtet sich in immer neue Gutachten und es wird überhaupt nichts mehr entschieden.

SPIEGEL: Warum also legt der Bund keine klaren, einheitlichen Regeln fest?

Krischer: Weil man sich damit unbeliebt macht. Jede Vereinfachung bedeutet Nachteile für bestimmte Interessengruppen. Somit führt jede Vereinfachung zu öffentlichem Ärger.

Windräder nahe der Karower Teiche: Als der Berliner Senat Ende 2007 die ersten Rotoren in der Gegend genehmigte, zog der Nabu dagegen vor Gericht. Schon damals argumentierte der Verband, die Windräder könnten vom Aussterben bedrohte Vogelarten bedrohen. Das Gericht genehmigte den Bau der Anlagen letztlich.

Windräder nahe der Karower Teiche: Als der Berliner Senat Ende 2007 die ersten Rotoren in der Gegend genehmigte, zog der Nabu dagegen vor Gericht. Schon damals argumentierte der Verband, die Windräder könnten vom Aussterben bedrohte Vogelarten bedrohen. Das Gericht genehmigte den Bau der Anlagen letztlich.

Foto: Dawin Meckel/ OSTKREUZ

SPIEGEL: Wir brauchen also eine mutigere Politik, die es aushält, Menschen auch einmal zu verärgern?

Krischer: Ja. Und die es dann in einem zweiten Schritt versteht, den verärgerten Bürgern den übergeordneten Sinn einer unbequemen Entscheidung zu erklären. Die es schafft, zu kommunizieren, wie die Gesellschaft als Ganzes von einer Entscheidung profitiert, auch wenn einzelne Individuen in einzelnen Bereichen auf einzelne Dinge verzichten müssen. Da hat meine Zunft echten Lernbedarf.

SPIEGEL: Welche Strukturen müssen sich noch ändern, um den Konflikt zwischen Windkraft und Artenschutz aufzulösen?

Krischer: Wir brauchen deutlich vereinfachte Verfahren beim Repowering…

SPIEGEL: … also beim Austausch alter Windräder durch moderne, weit leistungsfähigere Anlagen.

Krischer: Ein Beispiel: In der Nähe meines Wohnorts in NRW boykottiert der Nabu gerade den Austausch von 8 Windrädern, die im Jahr 2000 aufgestellt wurden. Danach haben sich Rotmilane und Schwarzstörche in der Nähe des Windparks angesiedelt, die es dort vorher nicht gab. Die vorhandenen Windräder scheinen die Vögel nicht zu stören. Trotzdem lehnen Naturschützer die Aufstellung neuer Anlagen ab, obwohl die viel mehr Strom produzieren und der Artenschutz durch die neue Technik profitiert. Das ist doch absurd.

Krüger: Na ja, moderne Windräder sind meist sehr viel höher als Anlagen aus der Windkraftgründerzeit. Da ist es sicher gut, zumindest einmal die Folgen für den Artenschutz zu überdenken. Prinzipiell aber stimme ich Ihnen zu: Repowering ist in vielen Fällen absolut unproblematisch. In diesen Fällen sollte es unbedingt vereinfachte Verfahren geben.

Krischer: Um den Bau neuer Windparks zu beschleunigen, brauchen wir zudem eine Stichtagsregelung: Gutachten zum Artenschutz und zu anderen Fragen sollten einfach bis zu einem bestimmten Datum vorliegen müssen. Nach Ablauf der Deadline wird gebaut. Auch Windräder im Wald sollten nicht per se tabu sein.

Der Abgeordnete Oliver Krischer ist seit Jahrzehnten Vogelfan. Früher hat er auf seinen Streifzügen deutlich mehr Tiere gehört und gesehen. Laut Nabu ist der Bestand der Feldvögel in Deutschland seit 1980 um gut 40 Prozent gesunken.

Der Abgeordnete Oliver Krischer ist seit Jahrzehnten Vogelfan. Früher hat er auf seinen Streifzügen deutlich mehr Tiere gehört und gesehen. Laut Nabu ist der Bestand der Feldvögel in Deutschland seit 1980 um gut 40 Prozent gesunken.

Foto: Dawin Meckel/ OSTKREUZ

Krüger: Das sehe ich genauso. Auch wenn das Thema in Deutschland ideologisch aufgeladen ist: An oberster Stelle sollte stets die Wertigkeit des Ökosystems stehen. Und monotone Fichtenwälder sind teils deutlich weniger wertig als schützenswerte offene Landschaften.

SPIEGEL: Wo wir gerade beim Thema Ideologie sind: Man könnte ja auch ganz unideologisch konstatieren, dass die meisten guten Windflächen schon bebaut sind. Dass rund 30.000 Rotoren an Land vielleicht auch reichen. Und, dass wir lieber mehr Windräder auf dem Meer bauen sollten.

Krischer: So einfach ist das leider nicht. Wenn wir die Energiewende schaffen wollen, dann werden wir schlicht alles brauchen: Windräder an Land und auf dem Meer, Solar- und Biogasanlagen, Wasserkraftwerke, Power-to-Gas und noch vieles mehr.

Krüger: Hinzu kommt: Auf dem Meer sind die Artenschutzprobleme mindestens genauso groß wie an Land. Noch mehr Offshore-Windparks würden zudem noch mehr Stromtrassen an Land bedeuten. Statt über Windräder würden die Leute dann über Stromstrippen streiten.

SPIEGEL: Okay, keine so gute Idee. Wären eigentlich neue Gesetze nötig, um Ihre anderen Vorschläge umzusetzen?

Krüger: Nein. Das ließe sich im aktuellen Rechtssystem auch alles so umsetzen. Und es würde sowohl den Windenergieausbau als auch den Artenschutz deutlich verbessern.

SPIEGEL: Na dann mal los. Wofür setzen Sie sich als erstes ein?

Krüger: Für eine verbindliche Regionalplanung in jedem Bundesland. Plus Artenhilfsprogramme, die den Bestand aller Arten sichern, die von der Windenergie betroffen sind.

Krischer: Für eine Flächenplanung für Windräder und einen Artenschutz, die länderübergreifender sind. Ich sehe da gute Chancen: Selbst das Bundesverfassungsgericht hat der Bundesregierung aufgetragen, Regelungen zum Artenschutz länderübergreifend zusammenzuführen, damit Behörden und Gerichte vor Ort besser und schneller entscheiden können.

Reporter Stefan Schultz lernte auf dem Spaziergang rund 30 neue Vogelarten kennen. Nur den Rotmilan bekam er nicht zu Gesicht. Der brütet laut Nabu-Chef Krüger nicht so gern in den Karower Teichen.

Reporter Stefan Schultz lernte auf dem Spaziergang rund 30 neue Vogelarten kennen. Nur den Rotmilan bekam er nicht zu Gesicht. Der brütet laut Nabu-Chef Krüger nicht so gern in den Karower Teichen.

Foto: Dawin Meckel/ OSTKREUZ