Mehr Windkraft für die Energiewende Warum Dänemark schafft, woran Deutschland scheitert

Während die Deutschen streiten, stehen die Dänen hinter dem Ausbau der Windenergie. Dafür gibt es mehrere Gründe.
Pferde vor Windrädern in Dänemark

Pferde vor Windrädern in Dänemark

Foto: Bloomberg via Getty Images

Es soll Norweger geben, die ihren Nachbarstaat Dänemark "Pfannkuchenland" nennen. Der höchste, nun ja, Berg des Landes ist gerade mal 171 Meter hoch – und damit niedriger als viele der modernen Windmühlen, mit denen die Dänen ihre Wirtschaft klimaneutraler machen. Mehr als 40 Prozent des Stroms erzeugen sie auf diese Weise, rund zwei Drittel hiervon an Land.

In Deutschland ist der Anteil der Windenergie am Strommix nicht einmal halb so hoch, trotzdem wird gegen fast jedes neue Windrad gekämpft. Gegen mehr als 300 Rotoren an Land laufen momentan Klagen. Und der Ausbau könnte bald noch mehr erlahmen: Um wütende Anwohner zu besänftigen, plant die Bundesregierung eine pauschale Abstandsregel für neue Turbinentürme – Windparks sollen sich künftig mindestens 1000 Meter von Siedlungen ab fünf Häusern fernhalten. Die Branche warnt vor Insolvenzwellen und Jobkahlschlag.

Auch in Dänemark ist nicht alles perfekt. Auch dort lahmt der Windkraftausbau an Land seit einigen Jahren, Konflikte mit Bürgerinitiativen werden schärfer, Flächen für neue Windparks knapper. Auch dort gibt es einen pauschalen Mindestabstand für Turbinentürme zu Wohnbebauung, die vierfache Anlagenhöhe, neue Windparks werden inzwischen oft auf hoher See geplant.

Windräder in Jütland: Großprojekte liefen hier lange geräuschloser als in Deutschland

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Foto: Bloomberg/ Bloomberg via Getty Images

Es gibt in Dänemark aber noch etwas, um das sich die Deutschen seit Jahrzehnten vergebens bemühen: einen gesellschaftlichen Konsens für die Windenergie. Und eine breite politische Mehrheit bemüht sich gerade jetzt, da die Flächen für Windenergie an Land allmählich knapp werden, aktiv darum, ihn zu erhalten: Die sozialdemokratische Minderheitsregierung in Kopenhagen kann bei dem Thema im Parlament auf Unterstützung zählen, sowohl aus dem linken wie aus dem bürgerlichen Lager.

In Deutschland dagegen steuert die chaotische Energiepolitik der Bundesregierung eher wenig dazu bei, dass ein Konsens für die Windkraft entsteht.

Was haben die Dänen besser gemacht? Und was könnte die Bundesregierung von ihnen lernen?

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