Nord Stream Wintershall will bei Ausbau von Gas-Pipeline mitmachen

Der Gasförderer Wintershall will sich an der Ostsee-Leitung Nord Stream beteiligen, die Gas aus Russland nach Deutschland liefert. Der Mutterkonzern BASF unterzeichnete eine Erklärung, wonach Wintershall beim Bau zweier neuer Rohre mitwirken will.

Nord Stream-Gas-Pipeline in Lubmin (Archiv): Hier kommt das russische Erdgas an
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Nord Stream-Gas-Pipeline in Lubmin (Archiv): Hier kommt das russische Erdgas an


Deutschlands größter Gasförderer Wintershall will sich dem milliardenschweren Ausbau der Pipeline Nord Stream durch die Ostsee anschließen. Eine entsprechende Absichtserklärung mit dem russischen Staatsmonopolisten Gazprom sei unterzeichnet worden, teilte der Mutterkonzern BASF in Ludwigshafen mit. Wintershall mit Sitz in Kassel hatte bereits in den vergangenen Wochen Interesse an einer Beteiligung signalisiert.

Die Ostsee-Leitung Nord Stream, die Gas auf direktem Weg von Russland durch die Ostsee nach Deutschland und Westeuropa bringt, soll um zwei weitere Rohre ausgebaut werden. Auch die Energiekonzerne Eon, OMV aus Österreich und Shell sitzen bei dem Projekt schon mit im Boot.

"Unter Berücksichtigung der wachsenden Bedürfnisse des vereinigten Europa wird die Erweiterung der Infrastruktur, die die Gasvorkommen in Russland direkt mit den europäischen Märkten verbindet, zur weiteren Erhöhung der Zuverlässigkeit der Versorgung beitragen", sagte Gazprom-Manager Alexander Medwedew. BASF-Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel sprach von einem "wichtigen Infrastrukturprojekt".

Wintershall war bereits am Bau der ersten beiden Rohre von Nord Stream mit 15,5 Prozent beteiligt. Diese Leitungen sind seit Oktober 2012 in Betrieb. Das russische Erdgas kommt in Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern an und wird von dort aus über Anschlussleitungen weitertransportiert.

Auch die zwei neuen Stränge sollen in Lubmin enden. Während die Stabilität der Gasversorgung auch in Deutschland mit den zusätzlichen Pipelines zunehmen soll, könnte die Ukraine ihren Status als wichtiges Gas-Transitland einbüßen. 2014 stammten bereits 38 Prozent der deutschen Gasimporte aus Russland.

Die BASF-Tochter Wintershall arbeitet seit rund 25 Jahren mit dem russischen Energieriesen Gazprom zusammen, unter anderem bei der Erdgasgewinnung in West-Sibirien. Ende 2014 war wegen der politischen Spannungen im Verhältnis zu Russland ein milliardenschweres Tauschgeschäft zwischen BASF und Gazprom geplatzt.

mka/dpa/Reuters/AFP



insgesamt 14 Beiträge
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Seite 1
rickmarten 31.07.2015
1. BASF-Tochter will dabei sein
Da bedeutendere Öl&Gas Unternehmen wie Shell oder OMV sich beteiligen wollen, muss Winterhall sich auch plazieren. Am russischen Erdgas wird man in Europa künftig kaum vorbei kommen. Die direkte Pipeline ist der effektivste Weg. Wintershall war noch unlängst besonders stark im Russland-Gasgeschäft, EOn war sogar einmal ein Anteilseigner bei Gazprom. Es war einmal
herr minister 31.07.2015
2. Zur Erinnerung
Nur zur Erinnerung: Ist das die Pipeline, für die sich Gerhard Schröder kurz vor Ende seiner Amtszeit maßgeblich mit eingesetzt hat? Und kurz nach seiner Amtszeit bekam er einen hochdotierten Posten bei der durch die Pipeline das Gas leitende Firma? Die Firma ist im Staatsbesitz eines Landes in Europa, das gerade einen Angriffskrieg führt und sich durch tägliche Lügen als nicht sehr zuverlässiger Partner darstellt? Wobei sich Resteuropa gerade versucht unabhängiger zu machen von dessen Energielieferungen? Ist es sinnvoll da in eine zusätzliche Röhre zu investieren?
rhodos3000 31.07.2015
3. Die Ausschaltung des Ukraine-Transits
und die weitere Erhöhung der Transportsicherheit für das nach Europa exportierte Erdgas ist eine der wichtigsten Prioritäten sowohl für DE als auch für Russland. Sogar die Ukraine wird profitieren. Das garantierte Ende des Gastransits führt auch zum Ende des Bürgerkriegs, weil es sich für niemanden mehr lohnen wird, sich um den dann nutzlosen Zankapfel zu streiten. Nur die Amis geraten weiter "auf die Palme" dadurch, denn sie brauchen den endlosen Krieg in Übersee für ihr wirtschaftliches Überleben.
rainer_unsinn 01.08.2015
4.
Der Rubel muss rollen. Wir werden uns nur behaupten wenn die Energiekosten nicht ins unendliche wachsen. Am anderen Ende der Welt sitzt ein sehr fleißiges Volk das jeden unserer Wettbewerbsnachteile konsequent ausnutzen wird.
nofreemen 01.08.2015
5. kaum zu glauben und doch wahr
Was die Politik vermasselt, muss die Wirtschaft wieder mühseelig flicken. Immer vorausgesetzt sie werden nicht als Landesverräter angeklagt werden.
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